Die Strategie des Coffeeshops Easy Going in Maastricht

Wenn es einen Coffeeshop in den Niederlanden gibt, der für den Widerstand gegen den Wietpas steht, dann ist es das Easy Going in Maastricht. Der Shop samt Besitzer Marc Josemans sind momentan in den Niederlanden in den Medien omnipräsent. Niemand dürfte leugnen, dass da auch wirtschaftliche Interessen hinter stehen (immerhin bringen die Ausländer einen beträchtlichen Anteil am Umsatz in die Shops), aber natürlich steckt da auch ein Großteil Idealismus hinter. Denn gerade die Coffeeshops sind es, die als Sinnbild für die niederländische Toleranz und Offenheit auch gegenüber Ausländern stehen. Jetzt droht sich die Situation um 180 Grad zu drehen und die Coffeeshops stehen dank des Wietpas für Diskriminierung. Abgesehen davon ist das System ein Datenschutz-MegaGAU. Kein Coffeeshopbesucher möchte sich in einer zentral vernetzten Datei registrieren lassen, wenn nicht einmal gewährleistet werden kann, dass sie nicht missbraucht wird (Weitergabe an Krankenkassen, Arbeitgeber etc.)

Deshalb regt sich der Widerstand! Und Maastricht ist das Zentrum des Kampfes gegen den Wahnsinn der (mittlerweile aufgelösten) Regierung.

Am 01.Mai, das offizielle Einführungsdatum des Wietpas in Limburg, Nordbrabant und Seeland, blieben alle 14 Coffeeshops der Stadt Maastricht geschlossen. Abgesehen vom „Easy Going“ mit dem Besitzer Marc Josemans, der zugleich Vorsitzender des Verbands der Maastrichter Coffeeshops (VOCM) ist. Zuerst wurde ein paar Ausländern der Zugang zum Shop verweigert, damit diese bei der Polizei Anzeige wegen Diskrimierung erstatten konnten. Dann wurde auf das Eintreffen der Polizei gewartet und gleichzeitig wurde JEDER unabhängig von der Nationalität hineingelassen. Eine Stunde später kam dann die Polizei, die Festgestellt hat, dass es kein Kundenregister gab (und es auch nie eins geben wird!!) Eine mögliche Schliessung seitens der Polizei wurde angekündigt. Daraufhin wurde dann der Laden geschlossen (von Marc selbst, NICHT von der Polizei). Im Klartext hiess das: ab ca 12 Uhr gab es in Maastricht keine Möglichkeit mehr, Gras und Haschisch auf regulärem Weg zu erwerben!

Um 14 Uhr gab es dann seitens der Stadt (Bürgermeister Onno Hoes (VVD), Polizei Hauptkommissar und Staatsanwalt) eine Pressekonferenz, auf der der Ärger über die Schliessung nicht versteckt werden konnte. Hose machte die Coffeeshops für eine Störung der öffentlichen Ordnung verantwortlich, denn jetzt war jedem klar, dass es zu einem sprunghaften Anstieg des illegalem Strassenhandels kommen würde, denn die Coffeeshops haben angekündigt, dass sie für 2 Wochen schliessen werden.

Am darauffolgenden Tag wurde dann genauso verfahren…

Seltsamerweise gab es bis heute aber immer noch keine offizielle Anzeige gegen den Coffeshop „Easy Going“. Und genau diese ist nötigt um gegen das System „Wietpas“ zu klagen. Das möchte Marc erreichen. Das alles ist fast schon filmreif!

Wie zu erwarten gab es tatsächlich eine Schwemme von Strassenhändlern, die neben den weichen Drogen natürlich auch allerlei härteres Zeugs wie Heroin und Kokain verkaufen, also genau das, was das Coffeeshopmodell ab den 70ern verhindern sollte. Ein massiver Rückschritt. Dieser Anstieg der Kriminalität ist momentan auch stark in den Medien der Niederlande vertreten, was den Coffesshops zugute kommt und den Wietpas weiterhin als falschen Weg erscheinen lässt.

Alles wartet gespannt auf den nächsten Schritt: Offizielle Schließung und somit das Ermöglichen einer Klage.

Übrigens gibt es nicht nur in Maastricht de Protest einerseits und den Anstieg des illegalem Strassenhandels andererseits. Der Tillburger Cofeeshop „Toermalijn“ verkauft ebenfalls weiterhin an Ausländer und verzichtet auf eine Kundendatei und der Besitzer Willem Vugs, strebt ebenfalls eine Klage an. In Venlo, wo sich alle Coffeeshops an die neuen Reglen halten steigt auch die Strassenkriminalität an. Boris van der Ham, Drogenpolitischer Sprecher der D66 spricht auf Twitter von einem „Tsunami der illegalen Dealer“ in Venlo. Eine Hotline für Beschwerden wurde eingerichtet.

Momentan sieht alles danach aus, dass die Einführung des Wiepas mehr Ärger verursacht als Probleme löst. Es wird Zeit, dass der Wahnsinn aufhört!

Mein Dank geht übrigens an Michael für viele nützliche Infos!

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

Letzte Artikel von mobo (Alle anzeigen)

  • Anonymous

    Gut zu lesen.
    Danke und weiter so !!!

  • H.A.

    Ja weiter so!:)

  • Anonymous

    ja ,das ist echt ein witz !!! so machen wir auch weniger erger???? wenn es so bleibd wie es wahr……. alles scheise

  • Anonym

    Finde den Protest richtig. Wie sieht die Situation momentan aus? Verkauft in Maastricht noch ein Laden an Ausländer?

    • Nein – in Maastricht verkauft kein Coffeeshop mehr an Ausländer. Etwas zu bekommen ist trotzdem kein Problem. Es gibt eine „Overlast“ von Drugsrunners.

  • andy

    Scheiß Nazis, nur weil Deutschland und andere europäische Länder checken das ihnen diese Geschäft mit dem weed durch die Lappen geht. Und wenn sie davon nix haben soll es keiner haben wie im Kindergarten diese Wixxer…

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