Gastbeitrag: Wietpas – Eingriff in die Privatsphäre?

Und hie Rist auch schon der nächste Gastbeitrag! Wieder eine Übersetzung mit Kommentar:

Quelllink

Dieser Artikel des Nachrichtenportals „Dichtbij“ befasst sich mit der Datenschutzproblematik, welche sich aus dem Wietpas ergibt.

Hier macht sich der Besitzer des Coffeeshops “ Café Out of Time’s “ aus dem Bezirk Feyenoord in Rotterdam Sorgen um den Datenschutz seiner Kunden. Seine Sorgen beruhen auf einem Fall in dem die niederländische Polizei versucht hat , die Kundendaten des Coffeeshops „Club 88“ in Geleen zu erhalten. Allerdings hatte es angeblich eine Vereinbarung mit der Gemeinde gegeben, diese sollte die Privatsphäre schützen und die Weitergabe der Kundendaten verhindern. Auch in Maastricht und Breda soll dies der Fall gewesen sein.

Die Daten der Kunden landen daher scheinbar in einem externen System und dieses kann in einigen Fällen auch von Dritten eingesehen werden. In den Provinzen Brabant und Limburg ist dies wohl bereits Normalität.

Kommentar:

Die Sorgen des Coffeeshopbesitzers sind nur verständlich, denn die Datenschutzproblematik ist einer der Hauptgründe dafür, dass sich sehr viele Niederländer scheuen einen Wietpas zu beschaffen.

Es würde ja auch niemand wollen, dass die Vorgesetzten oder Krankenkassen erfahren könnten wie viel Bier oder Schnaps man so durchschnittlich kauft und ob man dies überhaupt tut.

Dazu kommt noch die allgemeine Unsicherheit welche von den Behörden und Gemeinden gefördert wird. Viele der Coffeeshops bekommen keine klaren und verlässlichen Informationen. Das ist natürlich kein Klima um ein anständiges Geschäft zu führen.

Außerdem kann dies zu einem weiteren Wachstum des Straßenhandels führen, auch weil die Niederländer ab Januar 2013 nicht mehr in andere Provinzen ausweichen können. Laut diversen Augenzeugenberichten ist es aber einfacher denn je auf der Straße etwas zu kaufen. Natürlich mit allen Problemen die dies mit sich bringt. Man muss sich fragen, ob man lieber Kriminelle auf den Straßen hat oder ob man versuchen will die mögliche Überlastung durch Coffeeshopbesucher irgendwie zu bewältigen.

Hier zeigt sich wieder wie ineffektiv der Wietpas und seine Umsetzung sind. Desweiteren werden hier aus meiner Sicht Cannabis Nutzer allgemein diskriminiert. Denn niemand muss sich zum Beispiel für seinen Alkoholkonsum registrieren und überwachen lassen, obwohl dieser für viele unangenehme Folgen verantwortlich ist.

Es bleibt also fraglich wie lange sich die Niederländer diese Sache noch gefallen lassen und wie lange die Initiatoren bereit sind, sich das Gelingen ihres Vorhabens einzureden. Auch im Hinblick auf die Parlamentswahl am 12. September 2012 wird die Sache noch interessanter werden.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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