Gastbeitrag: Blau statt Orange

Und mal wieder ein Gastbeitrag!

Quellink

Eine Mehrheits des Gemeinderates in Maastricht verlangt, dass der Minister für Sicherheit und Justiz Ivo Opstelten mehr Polizisten zur Verfügung stellt um gegen die Belästigung durch Drogendealer auf den Straßen vorzugehen.

PvdA, D66, GroenLinks, Partij Veilig Maastricht, Stadsbelangen Maastricht und SP sprachen am Mittwoch von einer „erschreckenden Entwicklung“ im Zentrum und anderen Bezirken der Stadt. Nach Angaben der Parteien ist dort jetzt praktisch kein Ort in der Stadt zu finden, an dem es keine Drogenkuriere gibt. Laut dem Vorsitzenden der PvdA Manon Fokke muss der Minister als Verursacher der Belästigungen durch strengere Regeln in Coffeeshops für mehr „Blau“ sorgen. (Die Polizei in den Niederlanden trägt blaue Uniformen)

Kommentar:

Für mich ist das kein Verhalten für jemanden der die Situation unter Kontrolle hat. Das durch den Wietpas die Straßenkriminalität steigen würde war logisch und das man mehr Polizeiaktivität zur Bekämpfung benötigt auch. Fraglich ist aber ob man die nötigen Kräfte zur Verfügung stellen will und auch ob man dies kann. Das allgemeine Problem des Straßenhandels würde aber auch eine massive Verstärkung wohl kaum dauerhaft lösen. Hier zeigt sich wieder wie unzufrieden auch viele niederländische Politiker über dieses undurchdachte Prestigeprojekt sind.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de
  • Gerd50

    Den Stamm der Friesen solle man nicht unterschätzen, wenn es um Rechtspopularismus geht, sagte mir vor knapp 20 Jahren ein niederländischer Zeltnachbar an der Ostsee. Ich
    hätte damals nicht für möglich gehalten was er prophezeite und in den letzten Jahren
    eintrat.

    Es ist so gut wie nichts darüber zu erfahren, wie es in der Bevölkerung aussieht. Wie ist
    da die Stimmung? Will die mehr Polizeistaat in Sachen Drogenpolitik?

    • jgreeen

      Hi Gerd,
      also es gibt momentan leider noch keine richtige Umfrage zur Meinung der Bevölkerung, daher möchte ich hier nichts falsches erzählen.
      Allein 600 offizielle Beschwerden im ersten Monat sprechen aber eine deutliche Sprache.
      Man kann auch schon eine Tendenz erkennen wenn man sich diverse Meldungen aus den Städten ansieht. Aus Gesprächen mit den Niederländern habe ich selbst z.B. oft mitgenommen, dass viele der niederländischen Bürger den Wietpas als sinnfrei ansehen und sich durch die wachsende Straßenkriminalität gestört fühlen. Besonders die Menschen aus Maastricht fühlen sich durch ausweichenden Verhalten ihres Bürgermeisters ziemlich verarscht.
      Denn von der versprochenen Unterstützung durch mehr Polizeibeamte ist nicht viel zu spüren und viele wissen auch, dass selbst das auf die Dauer kaum Linderung bringen würde.
      Durch den Wietpas hat man eher alles nur noch schlimmer gemacht.

      Ich habe hier noch ein aktuelles Video, es ist zwar leier auf Niederländisch aber vieleicht kann man ja den ein oder anderen Brocken verstehen. Ich finde hier wird die Situation sehr schön verdeutlicht. http://www.youtube.com/watch?v=Dbzngjk83dE

      • Das Problem ist doch, wie die Beschwerden interpretiert werden. Man kann es auf den Wietpas an sich schieben, man kann aber auch die Schuld ganz einfach beim Cannabis an sich suchen. Und wenn man etwas blind vor der Realität ist (und das kann man den meisten Politikern durchaus unterstellen) dann kann man es sich vielleicht auch so zurecht biegen, dass Cannabis das Böse ist und nicht eine falsche gesetzliche Behandlung von Cannabis.

  • Anonymous

    Die Friesen unterscheiden sich da aber nicht von anderen nordeuropäischen Stämmen. Würde sogar sagen, dass die östlichen Nachbarn noch mehr darauf anspringen. :(

  • Ich finde, man sollte langsam damit aufhören, Menschen in irgendwelche Stämme oder Nationalitäten einzuordnen. Die Niederlande, Europa, die ganze Welt ist bunt. Und das ist auch gut so!

  • Gerd50

    Bitte nicht falsch verstehen wenn ich vom Stamm der Friesen geschrieben
    habe. Das ist Satire. Ich bin selbst Friese (Ost) und wenn hier schwer nach
    zu vollziehende Entscheidungen getroffen werden ist ein gängiger Spruch,
    der Stamm der Friesen spinnt mal wieder.

    Schwer nach zu vollziehen bei meinen westlichen Nachbarn ist, das neuerdings
    zwischen erwünschten und unerwünschten Ausländern unterschieden wird.
    Reise ich nach Holland um Käse zu kaufen, bin ich erwünschter Ausländer,
    will ich aber in einen Coffeeshop, bin ich unerwünschter Ausländer. Das reibt
    sich für mich mit dem europäischen Gedanken der Gleichbehandlung, egal
    in welchem Land ich mich aufhalte.

    Vielen Dank für dein Engagement @jgreen. Deine Berichte helfen mir, die
    Situation besser zu verstehen.

    • OK, dieser Spruch ist mir als Ruhrpottler gänzlich unbekannt und ich nehme alle Vorwürfe zurück ;-)

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