Die Ratten kriechen aus den Löchern

(gemeinfrei)

Gestern habe ich einem Artikel geschrieben, in dem ich versehentlich durch die Verwendung eines Sprichwortes Coffeeshop-Betreiber mit Ratten verglichen. Darauf wurde ich aufmerksam gemacht. Jetzt verwende ich wieder eine Phrase mit Ratten, aber diesmal sind es die Politiker, dich ich damit meine. Und die kann man ja ruhig schon mal mit Ratten vergleichen, oder?

Die Ratten kriechen aus den Löchern – nach Wochen des leisem konspirieren gab e jetzt erste Zwischenberichte aus den Koalitionsverhandlungen. Die Gesprächspartner PvdA und VVD betonen, dass die Gespräche gut laufen, beide Parteien sich gegenseitig Zugeständnisse machen würden blablabla… Ein paar konkrete Änderungen wären bereits besprochen, wie Abschaffung des Krankenhaustagegeldes, Änderung des Beschlusses der Besteuerung von Pendlerpauschalen und Einiges mehr. Eine kurze Zusammenfassung über die Beschlüsse findet ihr im NiederlandeNet.

Aber auch in Sachen Wietpas wurden einige Aussagen gemacht! Unser aller Lieblings-Arsch-des-Jahrzents Ivo Opstelten ist weiterhin von der Richtigkeit seiner Politik überzeugt und freut sich über den stark zurückgegangenen Drogentourismus im Süden des Landes. Aber er erkennt auch auch, dass es Kritik gibt.Und so wolle er noch im Oktober mit den betroffenen Gemeinden die Situation evaluieren. Wie es dann weiterginge ließ er offen.

Unterdessen beginnen auch einige Parteien zu realisieren, was ihre Aufgaben als Opposition sind und beginnen mit ihrer Arbeit, indem sie ihr Gift auf die Gegner schiessen. Und Opstelten eignet sich sehr gut als Gegner, denn sein Rückenhalt bröckelt unaufhaltsam dahin… So fordert ihn Kammermitglied Liesbeth van Tongeren (GroenLinks) den Minister auf, den Wietpas abzuschaffen, er würde mehr Probleme schaffen als er löse. Auch Kammermitglied Nine Kooiman (SP) verlangt nach der Einsicht, dass der Wietpas ein gescheitertes Experiment sei. Er würde nur noch mehr Kriminelle schaffen. Ihrer Meinubg nach gäbe im Land nur noch zwei Menschen, die überhaupt an den Wietpas glauben: Opstelten und Teeven. Sind sie ihres Amtes auch nur annähernd würdig, angesichts so einer Verblendung??

Schön, dass die SP auch nach der Wahl noch offen auf der Seite der Cannabisfreunde ist: Weiterhin fordert sie eine Lösung der Backdoorproblematik und eine Regelung des Anbaus.

Sieht doch alles ganz O.K. aus. Oder?

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de
  • Anonymous

    Großartig :) schön was neues zu hören und wenn die Oposition schon beginnt den Wietpass zu kritisieren und in der möglichen Koalition auch Wietpass-Kritiker (PvDA) sitzen werden, sieht es doch wirklich gut aus. Es scheint natürlich, wie dem nächsten Blogeintrag hervorgeht, so zu sein, als ob die Shops ausgerottet werden sollen. Es scheint uns als geschähe dies auf Grund der Politiker die keine bösen Drogentouris mehr erdulden möchten und dies auch ihren Bürgern nicht zumuten wollen und ja die Backdoorproblematik.

    Kurzer Exkurs, sämtliche Drogenbeauftragte der Länder sind nach Ihrer Amtszeit zur Erkenntniss gekommen der Krieg gegen Drogen ist gescheitert. Das die Legalisierung in allen Ländern mit fadenscheinigen Argumenten abgetan wird ist in keinem Aspekt seriös… Die Liebe Frau Dyckmanns sollte sich mal mit der kulturellen Verwendung von Cannabis in Deutschland auseinandersetzen. Gerade in der Zeit in der es noch keine große Industrie für Zigaretten gab oder Reinheitsgebote für Bier… Da war im Bier auch häufig Cannabis, aber noch weit schlimmere Sachen…

    – ES IST EINE VERSCHWÖRUNG ! –

    Eine konkurierende Organisation ? ich spreche von einem Mafiaähnlichem Netz, die Medienwelt steckt ganz klar mit drin oder wird angeleitet – ich möchte dazu keine denuncierenden Beleidigungen lesen, seit dankbar für aufklärung !

  • KifferJan

    Ich wage mal eine Prognose mobo:

    Der Wietpas ist der derzeitigen Form wird den 01.01.2013 nicht erleben.

    Es wird wohl aber darauf hinaus laufen, dass nur die Niederländer mit einem Ausweis Zutritt zu den Coffeeshops haben werden. Ich denke wir bösen Touristen werden ab Januar, so oder so, außen vor bleiben.

    Ob die „Wietpas light“ Version, oder wie immer das dann auch heißt, vor den Gerichten Stand halten wird wage ich zu bezweifeln, Dies wäre dann ein neuer Angriffspunkt für die niederländischen Advocaten in Bezug auf die „Diskriminierung von Ausländern“

    Wer anderer Meinung ist, nur zu. Ich freue mich auf eine rege Diskussion :-)

  • pirat

    Nachdem jetzt alle Bürgermeister der mind 4 größten Städte der Niederlande sich gg den Weedpass ausgesprochen haben und jetzt noch dieses Desaster im Süden diesen Monat ausgewertet wird, wird dieses Ding eingestampft. Dies ist meine Prognose, alles andere wäre politischer Selbstmord auf diese Warnungen nicht zu reagieren und sich noch größere Probleme zu schaffen.
    Moderne Politik ist lernfähig, vereinfacht gesagt musste bei uns zB die FDP die zugesagten Steuererleichterungen für Hotels zurücknehmen, nachdem die Kritik daran zu laut wurde.

    • Anonymous

      Die FDP ist NICHT lernfähig :-)

      • pirat

        o.k. sehe ich ein

  • pirat

    gerade noch einen sehr schönen Leser-Kommentar zu dem „Erfolg“ des Weedpasses in einer niederländischen Zeitung gelesen:
    „Dank wietpas, ist die Arbeitslosigkeit unter jungen Migranten ebenfalls rückläufig.“ ;-)

    • Anonymous

      Kann schon sein ;-) Die jungen Migranten sind ja bei den Straßentickern nicht gerade unterrepräsentiert. Die haben Hochkonjunktur zur Zeit. Vermutlich nicht mal mehr Zeit sich arbeitslos zu melden…

  • Anonymous

    Ich las dass die Jobvermittler extra junge migranten nicht vermitteln und eher unqualifizierte Einheimische vermitteln und dann kann man die Schmarozerkeule in grossen Bogen schwingen. Ja das Kling wirklich gut ich hoffe der Wietpas knickt ein. Was wurde aus dem Gerücht Belgien will eigene Shops?

  • Elli

    Der Gedanke der einheitlichen Drogenpolitik gefällt mir so gut, dass ich glaube, Deutschland und die anderen EU-Länder führen ab 1.1.13 den Wietpas ein. Dann hätte auch dieser Blog eine Aufgabe für die Zukunft… :-))
    Weil die Holländer aber cooler als alle anderen sein wollen, weichen sie ihren Wietpas immer mehr aus bis er mehr Vorteile als Nachteile bietet.

    Tut mir leid für die Ironie.

  • Kölsche Jung

    Heute wäre wieder so ein schöner Tag gewesen mit dem Zug nach Maastricht zu fahren, ein wenig zu shoppen und das „Easy Going“ zu besuchen, um mit Marc zusammen gemütlich einen Joint zu rauchen.

    Scheiß Wietpas :-(

    • Kleiner Tipp: Wenn man mit dem Zug nach Enschede fährt ist die Strecke Grenze -> Enschede im VRR-Verbund, d.h. mit nem deutschen Ticket kannste dahin fahren!

      • Kölsche Jung

        Klar würde das gehen.

        Aber für einen Joint über 3 Stunden im Zug zu sitzen (eine Strecke), das ist mir die Sache dann doch nicht wert.

  • Kölsche Jung

    Mal eine Frage mobo.

    Kommt man in Maastricht als Deutscher noch rein in die Coffeeshops, um z.B, was zu trinken (ist ja nicht verboten) oder wird man schon an der Türe abgewiesen?

    Klar würde das keiner machen, aber rein theoretisch ….

    • Nein, Die Coffeshops sind jetzt „Clubhäuser“, in die Du nur mit gültigem Clubausweis reinkommst.
      Leute ohne Glied *gg* kommen leider nicht rein.

      • KifferJan

        Aber mobo, ich bin doch ein Kiffer mit Glied ….

        So, Schluss jetzt, bevor das Niveau hier noch weiter sinkt .. :-)

    • Anonymous

      Also im Donw Under in Kerkrade war ich auf jeden Fall nach Einführung des Wietpass noch hab dort eine Cola getrunken eine Schachtel Zigaretten gekauft, mich mit den Mitarbeitern über die aktuelle Situation unterhalten natürlich bin ich mit denen Mögiichkeiten durchgegangen wie ich evtl doch etwas bekommen könnte, jedoch wollten sie mich nur an einen Dealer verweisen und sich nicht „richtig“ strafbar machen, sie haben sogar einen Termin für mich vereinbart, aber Straßenware ist meist gestreckt…naja und auch im Down muss man beliebt sein und wissen was man kauft denn manches ist auch in shops nicht sauber. Der shop war leer, ich war ca. 20 minuten zu besuch und in der Zeit kam eine Kundin mit Wietpass und ein anderer deutschsprachiger der sich etwas unwissend gab aber dann sofort verschwand, bis zum 30.04 waren ab Ladenöffnung mindestens 20-30 Kunden zu Gast und die Schlange zu Stoßzeiten sollte auch vielen bekannt sein… Türsteher etc. gab es zu dem Zeitpunkt dort auch schon nicht mehr und der Laden lief mit zwei Frauen.

      Als ich raus ging und den Berg hoch war sah ich einen silbernen Omega, mit zwei Insassen die sich sehr für mich interessierten…ich bin zu dem Wagen, habe gefragt ob alles gut ist und ob sie einen wietpass haben und mir vllt. für etwas trinkgeld cannabis kaufen würden. Sie wussten nicht so ganz wie sie reagieren sollten, sprachen aber ein auffällig gutes deutsch und verwiesen mich freundlich das ich dann nichts kaufen könne und sie auch nicht gewillt sind für mich etwas zu holen.

      Als ich dann zu meinem Wagen weiterging wurde mir direkt klar das dies wohl zivilpolizisten waren, welche den Shop beschatetten, und wäre ich etwas zu munter hinaus gegangen hätte ich wohl mal mit zur Wache gedurft….

  • KifferJan

    Kann man nur hoffen dass dieser „Alptraum“ für uns bald vorbei ist …

  • pirat

    Alle außer Fred Teeven und Ivo Opsteltens sind inzwischen gg diesen Mist. Hier noch eine Meldung dazu:von der SP veröffentlicht :
    http://www.sp.nl/justitie/nieuwsberichten/12740/121002-kooiman_teeven_moet_realiteit_failliete_wietpas_onder_ogen_zien.html

  • Gerd50

    Deinen Kommentar, das gewisse Tierchen noch nicht das sinkende Schiff verlassen,
    fand ich auch etwas unglücklich gewählt @mobo. Da hätte besser gepasst, die Kapitäne
    halten tapfer die Stellung auf der Brücke, trotz starker Schlagseite.

    Bei dem Polit Kuddelmuddel welches zur Zeit in den Niederlanden herscht, wage ich
    keine Prognose, ob das Leck noch zu stopfen sein wird. Die für Ende Oktober
    angekündigte Evaluierung des Wietpas, ob die objektiv ausfallen wird, wage ich
    allerdings zu bezweifeln. Dafür sind Politiker doch zu sehr mit Nagetieren verwandt,
    die ständig den eigenen Vorteil im Kopf haben.

    Den schönsten Spruch mit Rattenvergleich hörte ich von einem Kabarretisten
    (Name vergessen)

    ‚Philip Rösler ist die einzige Ratte die ich kenne, die zum sinkenden Schiff hinschwimmt.‘

    Neuerdings kommt Peer Steinbrück hinzu und in den Niederlanden dürften Opstelten
    und Teeven über diese Qualitäten verfügen.