Rotterdam lehnt Wietpas entschieden ab

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Am gestrigen Freitag hat sich der Stadtrat von Rotterdam deutlich gegen den Wietpas positioniert. Ein Iniative von D66 Faktionsvorsitzende Salima Belhaj und Fraktionsvorsitzender von Groenlinks Arno Bonte gegen den Wietpas und für eine Regelung der Backdoorproblematik.

Die Mitgliederbegrenzung, die der Wietpas vorsehe und die Tasache, dass die Menschen kaum Lust verspürten, sich zu registrieren zeige, dass der Wietpas nicht funktioniere!

Auch Bürgermeister Ahmed Aboutaleb (PvdA) sprach sich offen gegen den Wietpas aus: Er nannte ihn eine „Absurdität“. Aboutaleb hat einen interessanten Steckbrief! Er der erste Muslimische Bürgermeister in Nederland. Zudem stammt er gebürtig aus dem Rif-Gebirge in Marokko, eine Region, die wohl der Hauptursprungsgebiet für Import-Haschisch in allen Coffeeshops des Landes sein dürfte. Ich will jetzt hier keine Unterstellungen machen und den Politiker irgendwelche Verbindungen nachsagen, aber interessant ist dieses Detail allemal… Zuletzt ist der Mann in seinem Amt noch der direkte Nachfolger von Ivo Opstelten! Ich frage mich, wann Hollywood aus der ganzen Geschichte mal einen Film macht…

Neben D 66 (3 Sitze) und Groenlinks (2 Sitze) stimmten fast alle der 45 Ratsmitglieder stimmten gegen den Wietpas: Leefbaar Rotterdam (die Pim Fortyn Partei mit 14 Sitzen), PvdA (14 Sitze) 3 Mitglieder der VVD (4 Sitze) und natürlich die SP (2 Sitze). Wietpas-freundlich eingestellt waren die CU/SGB (1 Sitz) , die CDA (3 Sitze) und der eine VVD-Abwechler. Niederschmetternd!

Das müssen die Beteiligten Personen in den Koalitionsverhandlungen doch irgendwie mitbekommen. Der Wietpas ist einfach nicht mehr tragbar.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • Sebastian

    Statt eines Schrittes zurück, werden die nötigen Verbesserungen angesprochen.Die
    Regelung der Hintertür. Hoffendlich unter anderem auch mit fairen Handelsbeziehungen mit Marroko und Afghanistan (wenn Un es zulässt), für reines Haschisch in Lebensmittelqualität und mit Bio Siegel.
    Bald keine gestreckte Ware mehr in Coffeeshops, da können auch Deutsche Politiker sich drüber Freuen, nimmt denen doch eine Menge Arbeit ab, anstatt selbst einmal mutige Schritte in die Wege zu leiten, und die Situation für alle zu verbessern.
    Für Die, die wollen das es verboten bleibt wird sich nichts ändern wenn es Legal ist. Doch unzähligen Menschen wird dadurch geholfen.
    Und von wegen Falsches Signal, das senden die Verandwortlichen die ganze Zeit, indem sie sich weigern das Grundgesetz auch für Nutzer und Liebhaber dieser Pflanze in Wort und Tat gelten zu lassen.

  • Elli

    http://www.telegraaf.nl/binnenland/13061771/__Meer_overlast__na_wietpas__.html

    Die Gemeinde Venlo gibt Verdreifachung der Drogenprobleme bekannt:
    Seit 1. Mai 200 Berichte über Drogenprobleme, im Vergleich zu 72 letzes Jahr.
    Vorfälle von Drogenproblemen 325 zu 141
    Zahl der Festnahmen 229 zu 101

  • Elli

    http://www.limburger.nl/article/20121011/REGIONIEUWS02/121019546

    Ui, Ui, Ui…hier steht im letzten Absatz, dass vom Justizministerium eine Studie über die Auswirkungen des Wietpas gemacht wird, deren erste Ergebnisse erst für Mitte März 2013!! erwartet werden.

    Soll das heißen, dass sich bis dahin nichts ändert??

    • Sebastian

      Wenn das jetzt schon offensichtlich ist, das es nicht funtioniert wird keiner so lange warten wollen.

  • Gerd50

    Die Studie mit ersten Ergebnissen im März sieht nach Verzögerungstaktik aus.

    Bisher hatte ich den Eindruck, die für Ende Oktober angekündigte Studie solle
    schnell Aufschluss über Sinn oder Unsinn des Wietpas geben, bevor er
    landesweit eingeführt wird. Ist er erstmal etabliert, wird es wohl sehr schwer
    werden, den Pass wieder ab zu schaffen. Da bleibt nur die Hoffnung auf
    Widerstand wie in Haarlem und Rotterdam.

    • mobo

      Ich bin mir sehr sicher, dass eine Entscheidung (ganz gleich welche) in den Koalitionsverhandlungen getroffen wird. Das diese im Geheimen abgehalten werden macht das ganze zu einem unglaublich spannenden Krimi.

  • jgreeen

    Eine Meldung die man gerne hört.
    Es ist schon echt ermutigend wenn man jetzt sieht wie viele Politiker in den Niederlanden noch einen Blick für die Realität haben. Wobei das ja erstaunlicherweise meist die sind die sich mit dem Wietpas direkt rumschlagen müssen. Leute wie Opstelten oder Teeven sitzen ja schon weit weg vom Stress den der Wietpas verursacht. Wobei das auch nach der landesweiten Einführung vorbei sein dürfte.

    Ich könnte mir vorstellen, dass sich jetzt immer mehr Städte gegen den Wietpas stellen werden und ähnlich wie Haarlem eigene Regeln wollen. Mit einem Progamm welches individuell auf die Stadt und die dortige Situation angepasst ist, kann man ja auch viel gezielter was erreichen.
    Die Opposition in Venlo ist auch schon recht aktiv und auf einem guten Weg.
    Hier im Blog haben schon einige Leute angesprochen, dass die Städte sich trotz aller Vorsätze an die Weisungen des Landes halten müssen. Das ist vollkommen richtig aber es könnte recht schnell Chaos geben, wenn die Personen die den Wietpas umsetzen müssen daran äußerst wenig Interesse zeigen und ihn eigentlich direkt loswerden möchten.
    Etwas ähnliches sieht man in den USA wo Cannabis von vielen Bundesstaaten teilweise legalisiert wurde und es in den Cannabis Dispensaries verkauft wird. Die entsprechenden Gesetze stehen mit den Gesetzen des Landes im Konflikt. So kommt es oft vor, dass da Behörden regelrecht untereinander kämpfen. Es gibt dort regelmäßig Fälle in denen die DEA (Drug Enforcement Administration) einen Laden schließt und die Betreiber verhaftet, während die Behörden des jeweiligen Staates im Cannabisverkauf kein Problem sehen. Dort stehen tatsächlich mehrere Gesetze im direkten Widerspruch. Ich konnte mir auch lange nicht vorstelllen, dass so etwas möglich wäre.
    Naja zurück in die Niederlande. ;)
    Um Gesetze durchzusetzen braucht man ja eine solide Basis. Wenn die eine kleine Rebellion startet, dann ist man zu Anpassungen gezwungen.
    Ich glaube weiterhin, dass der Wietpas erst mal landesweit eingeführt wird, auch wenn einige Städte eine Verweigerung ankündigen.
    Danach wird die Sache dann langsam aber sicher mangels Interesse und mit aufkeimendem Widerstand im Chaos versinken. Bestimmt wird es dann Schließungen von Shops geben, Leute werden verhaftet werden und der ein oder andere Kommunalpolitiker wird seinen Hut nehmen müssen. Auf Dauer kann man aber ein von der Mehrheit ungewolltes Gesetz nicht halten. Dann bröckelt der Wietpas und Regelungen wie in Haarlem werden auch für die jetzigen Wietpasfreunde interessant.

    Kurz gesagt, der landesweite Wietpas wird kommen aber er wird nicht für immer bleiben.

  • pirat

    die nächsten 2 Bürgermeister gg den Weedpass. Hier ein Interview von den Bürgermeistern von Tiel u Culemberg. Leider auf holländisch,:

  • Anonymous

    @pirat
    Leider auf holländisch,:

    der war gut…

  • pirat

    auch die Jugendorganisition der VVD spricht sich gg den Weedpass aus.:

    http://www.maastrichtaktueel.nl/jovd-column-wietpas-het-doel-voorbij-geschoten/

    @anonym, leider auch auf holländisch, aber hier kannst du denn Google-Übersetzer zur Hilfe nehmen ;-)

  • Elli

    Die Jugendorganisation der VVD in Maastricht! Sie sagt noch, dass der Wietpas das meistdiskutierte politische Thema in Maastricht ist :-o
    Die VVD soll ihre „Scheuklappen ablegen und trotz der vielen wietpaskritischen Äußerungen vieler Bürgermeister nicht auf ihrer Meinung beharren. Sie sagt auch, dass eine Legalisierung „Klarheit ins Labyrinth der Vorschrift“ brächte!