Utrechts Alternative zur 350m-Regel

Sollte neben dem Wietpas auch die 350m-Regel (Mindestabstand eines Coffeeshops von einer Schule) eingeführt werden, droht das massive Coffeeshopsterben. Jetzt hat die Stadtverwaltung von Utrecht einen Alternativvorschlag gemacht: Die von der Regel betroffenen Coffeeshops sollten einfach nur zu den Schulzeiten geschlossen bleiben. Dies solle verhindern, dass Schüler an Cannabis gelangen können.

Prinzipiell finde ich die Idee ganz O.K., um die neuen, strikten Regeln zu umgehen. Die Versuch der Rettung der Coffeeshops ist auch ein tolles Ziel. Und sind wir doch mal ehrlich: Unter der Woche müssen Coffeeshops vormittags auch nicht wirklich geöffnet sein.

Aber andererseits frage ich mich wirklich, was das ganze Trara überhaupt soll: Schüler dürfen eh noch nicht in Coffeeshops. Und während der Schulzeit sind sie, wer hätte das gedacht, in der Schule. Die einzige Möglichkeit, dass sie an Cannabis kommen ist über den illegalen Strassenhandel… Und genau der wird durch die „neue“ Drogenpolitik ja angefeuert. Bin ich der einzige, der da Lust hat, mit den Kopf auf die Tischkante zu hauen??

Aber wie gesagt, wenn diese (relativ) kleine Einschränkung dazu führt, dass die Coffeeshop-Betreiber weiter machen können, kann ich mit leben.

 

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de
  • jgreeen

    Ich kapiere das auch nicht.
    Wer nich volljährig ist kommt in einen Coffeeshop nicht rein und wenn ein Shop Minderjährige bedient, dann gehört er mit Recht geschlossen. Es sei denn der Shop wurde z.B. mit falschen Ausweisen getäuscht. Wer sich so was besorgt, der lässt sich auch nicht von angepassten Öffnungszeiten abhalten.
    Durch den Wietpas kriegt man aber alles auf der Straße, egal ob der Shop zu ist oder nicht.
    Oder gehts um die Anziehende Wirkung wenn alle möglichen Leute in die Shops gehen?
    Über die braucht sich auch keiner mehr Sorgen machen wenn die Kinder von den Tickern auf dem Weg angequatscht werden.
    Was soll so was?

  • Anonymous

    Die Rechten wollen die Shops nicht sehen und basta. So einfach und kleinkarätig denken die Politiker. Zumindest die Schlechten.

  • Anonymous

    „Und sind wir doch mal ehrlich: Unter der Woche müssen Coffeeshops vormittags auch nicht wirklich geöffnet sein.“

    jetzt mach mich nicht fertig. :)
    an vormittagen hab ich meine entspanntesten stunden in diversen coffeeshops genossen. lecker koffie, ein frisch gepresster o-saft, ein tütchen silverhaze, kann ein tag besser beginnen? ;)

    • Belgier

      Kein Problem…. ich komm damit auch gut klar… ;-)
      Wer arbeitet kann kiffen wie er Lust und Laune hat – fertig.
      Wen das kiffen vom arbeiten abhält – muss sich mit einem Dasein als Feierabendkiffer zufrieden geben…. oder darf garnicht kiffen – armes Schwein… ;-)

  • Jenz

    Man darf halt nicht den Fehler machen sich die Drogenpolitik (in so gut wie ALLEN Ländern dieser Welt) mit logischem Denken zu erklären…Das führt nur zu Kopfschmerzen und Verzweiflung. Nennen wir es willkür oder rumstümpern. Dann erklärt sich vieles besser…;-(

    • Marcel

      Ich hab schon ne Beule am Kopf, vom auf dem Tisch hauen

  • Damn Legalize IT !

    „Man darf halt nicht den Fehler machen sich die Drogenpolitik (in so gut wie ALLEN Ländern dieser Welt) mit logischem Denken zu erklären…Das führt nur zu Kopfschmerzen und Verzweiflung. Nennen wir es willkür oder rumstümpern. Dann erklärt sich vieles besser…;-(“

    Diesen Kommentar finde ich sehr passend und beschreibt es denke ich sehr gut , ich vertrete auch diese Meinung .
    Ganz ehrlich das mit der 350 m Regel ist ja wohl der grösste quatsch überhaupt (nach dem Wietpas natürlich =.– ) 1. wenn eine schüler gruppe breit im philosofie unterricht sitzen WILL und horizonterweitert den Unterricht in metaphysische Sphären lenkt/leitet dann TUT sie das auch ! abgesehen davon auf die anderen kommentare eingehend gibt es auch volljährige Schüler . ;)

    PS : Super Seite ! Riesen Lob !

    • Ja natürlich gibts auch volljährige Schüler die zu dem Zeitpunkt schon in einem Coffeeshop was kaufen könnten. Die könnten sich aber auch genau so gut schon morgens die Birne zusaufen. Oder haben Tankstellen, Supermärkte und Kiosks zu der Zeit noch nicht geöffnet?
      Auch mir ist klar, dass das eine scheinheilige Aktion ist mit dem Ziel die Coffeeshops zu schikanieren und nicht die Jugend zu schützen. Kontrollierte Abgabe ist Jugendschutz.

  • Lehmkuchen

    Würde man die Wahrheit fragen, würde sie sagen dass es eine scheinheilige Regelung ist, die bewußt ins Leben gerufen werden soll um unter dem Vorwand „zum Schutz unserer Kinder“ Coffeshops schließen zu können. Da ja viele Coffeshops innerhalb der 350m zu Schulen exisiteren.(1/3 aller Coffeshops ? , bin mir nicht sicher)
    Würde man den Verstand fragen, würde er in Erklärungsnot kommen, da die 350m in keine Gleichung passen würden.
    So saßen die Gegener wahrscheinlich vor Stadtkarten und haben überlegt mit welchem Radius sie unter diesem Vorwand „zum Schutz unserer Kinder“ sie mit dem offiziellen Radiergummi Coffeshops ausradieren können.
    Wieso sind es nicht 100m oder 200m oder gleich die runde Summe von 500 Meter ?, wahrscheinlich weil 350m an der Grenze gelegen hat für -ihre Version- zwischen „es könne ja doch sein,…“ und „..weiter weg könnten wir nicht mehr -plausibel- erklären“.

    Man muß -alles- hinterfragen was heutzutage geschieht, wenn man auf festem Grund bleiben möchte.

  • Marcel

    also ich bin früher auch 3 km gelaufen um zum Coffeeshop zu kommen. Vondaher ist diese Regelung für den Poppo…

    • Ich habe es 100km bis zum nächsten Coffeeshop. Hält mich auch nicht auf…

      • Marcel

        bei mir sind es nun sogar 150km…. und es bremst mich nicht

      • Jenz

        Dito…120 hin 200 zurück (wegen der Sicherheit…;-)
        Konsequenterweise müssten auch alle Kneipen rund um Schulen geschlossen werden, da sind wir nämlich damals hin (sogar MIT Lehrer)…Aber was red ich…

  • Jenz

    Fundstück:
    http://www.pp2g.com/News/11808/SupriseMeer-dan-de-helft-van-de-coffeeshopbezoekers-Roffa-wil-geen-wietpas

    Der Artikel (in NLisch) fasst den aktuellen Stand der Entwicklung bis zum heutigen Tage gut zusammen und geht auch zusätzlich noch auf die Bestrebungen ein Cannabis mit mehr als 15% THC als Harte Droge einzustufen. Ein Aspekt den ich so noch garnicht auf dem Radar hatte.

    • jgreeen

      Ich frage michsowieso immer wieder wer diese Diskussion um den Wirkstoffgehalt ernst nehmen soll. Ok die Interessierten wissen ja, dass die meisten Angaben dazu absolut unrealistisch und nachweislich falsch sind. Weed mit 30% und mehr THC, so ein Unsinn! Selbst wenn es so wäre ist das ganze doch eine Sache der Dosierung. Schnaps hat auch mehr Alkohol als Bier. Trotzdem trinke ich eher ein kleines Schnapsglas als eine 0,5er Pulle.
      Wobei ich davon generell die Finger lasse. ;)
      Bei Weed rauche ich dann einfach weniger wenn ich ne besonders potente Pflanze erwischt habe.

      Nur wenn man das aus welchem Grund auch immer durchboxen will, dann muss man die Backdoor Problematik lösen. Nur so kann eine zuverlässige Kontrolle der Produkte stattfinden. Wer sich für das Thema der absolut verlogenen Backdoor Problematik interessiert, sollte sich mal mit Gerard Spong und seinem Buch befassen. http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Ild1VCuyxdY#!

      • Das Problem ist, dass die Coffeeshops nicht wirklich Angaben zur Stärke machen. Das einzige Merkmal, an dem man sich orientieren kann ist der Preis. Teuer=potent. Da ist definitiv Aufholbedarf da, aber es sollte keine Obergrenzen geben.
        Die Haarlemer Keurmerk sieht eine Auszeichnung der Qualität vor, was ich aus Kundensicht gut finde.
        Ein verantwortungsvoller Budtender gibt VON SICH AUS Safer-Use-Empfehlungen und macht Angaben zur Potenz.

  • Marcel

    Gelesen und das mit den 15 % auch nicht auf dem Schirm gehabt. Muss ich mir mein Isolator wohl demnächst selbst machen. Schade…. demnächst darst dann nur noch Nutzhanf rauchen

    • Du meinst Ice-O-lator…
      Die 15% Regel ist praktisch nicht durchsetzbar, solange es die Backdoor-Problematik gib. Und ein qualitativer THC-Test wäre für Coffeeshops viel zu teuer. Dann wäre es nicht mehr rentabel.

      • Marcel

        Ich sag da extra Isolator zu…. (weil der Dich im normalfall so Dicht macht – das du isoliert bist;-))

  • Revil O

    Coffeeshops können nach gegenwärtiger Gesetzeslage gar nicht ihr Gras offiziell testen lassen.
    Das lässt das NL Gesetz nähmlich kein bisschen zu.^^

    • Es gibt in Nederland Drugchecking. Das wird sogar staatlich subventioniert.

      • Revil O

        Das ist richtig mobo.
        Denke aber mal nicht, das alle (noch) Coffeeshops ihre Kilos dort mal eben so testen lassen können.

        • Ich sag ja, dass es nicht praktikabel ist. Wollte nur richtigstellen, dass man sehr wohl testen kann.

  • Anonymous

    Wenn es den Niederländer wirklich was an den Kindern liegt, dann brauchen sie ein besseres Ausbildungssystem, ein besseren Arbeitsmarkt und die Abschaffung der Verdienste an das Alter. Und sie sollen nicht so scheinheilig sein, den es sind ihre Kinder die jetzt Dogen auf der Strasse verkaufen, was vor der Wietpas Ära undenkbar war.

  • Jenz

    Es tut sich was…Leider nicht für uns wenn ich das richtig verstehe:

    http://www.elsevier.nl/web/Nieuws/Politiek/352234/VVD-en-PvdA-werken-aan-soepelere-regels-wietpas.htm

    Der (für uns) entscheidende Satz ist:
    „Buitenlanders moeten nog wel uit coffeeshops worden geweerd.“

  • Marcel

    Das war klar – wie ich es mir gedacht hab. Steckt halt die EU hinter….

    • Jenz

      Die Frage ist jetzt, kommen sie damit bei einer Diskriminierungsklage in Brüssel durch.
      Ich hab das bisher so verstanden, das die Veranstaltung mit dem Melderegister nur deswegen gemacht wurde weil man sonst eben wegen Diskriminierung von EU-Bürgern dran ist. Jetzt sieht es ja so aus als würden sie es genau so machen wollen wie Brüssel es eben verboten hat. Nämlich „Zugang nur für Holländer“. Das kann meines Erachtens so nicht durchgehen.

      • Marcel

        und da ist der Satz auf den ich gewartet hab:

        „Dat is een aardige stap in de richting. Logische volgende stap is een totaal verbod op verkoop van drugs. Alleen op die manier komt Nederland af van zijn reputatie als coffeeshop van Europa.“

        In 5 Jahren (vlt. sogar schneller) werden die sich angepasst haben – dann haben wir NL assimiliert.

        Schade :-(

        Doch ne Growbox kaufen.

      • Marcel

        ähm Du hast schon gesehen das der Artikel aus 2011 ist!?

      • Jenz

        Hast recht, der Kommentar ist von 2011…Hab ich in meiner Rage garnicht bemerkt. Wiso packen die auch zu einem Bericht von heute einen Kommentar von letztem Jahr? Was anderes hatten sie wohl nicht zu dem Thema…

      • Marcel

        Ist trotzdem zum Haare raufen sowas zu lesen^^

  • Anonymous

    Mal kurz zu Utrecht… ich war dort in einigen Shops ANDERSON; BLACK&WHITE; DE WEETSTORE oder so ähnlich, alle haben nur scheiß drecks Weed. Da ist Nimwegen sogar besser…