van der Laan sorgt für Klarheit

Zeitweise war es ein wenig verwirrend: Amsterdams Liebling Bürgermeister Eberhard van der Laan hat sehr schnell verkündet, dass sich in „seiner“ Stadt in Punkto Coffeeshops nichts ändern werden (ich berichtete). Schnell verkündete ein Sprecher Opsteltens, dass es seitens des Justizministeriums dazu noch keine Zustimmung gab (auch darüber habe ich berichtet). Das sorgte für ein wenig Verwirrung, was manche Städte aber nicht davon abhielt, zu verkünden, dass sie Amsterdam als Vorbild nähmen. Insgesamt löste die Meldung aus der Grachtenstadt eine mediale Lawine aus, was sich auch an den seitdem extrem gesteigerten Besuchszahlen von „Kein Wietpas!“ widerspiegelt!

Jetzt hat van der Laan in einem Interview beim niederländischen Fernsehsender AT5 für Klarheit gesorgt: Er stehe sehr wohl seit Monaten im Gespräch mit Opstelten, er habe ihn auch für das gute Interview im „De Volkskrant“ (dort hat der Bürgermeister von seinem Vorhaben das erste Mal berichtet) gratuliert. Für den Sprecher Opsteltens hatte er nur Spott übrig: „Vielleicht habe ich bei einigen Themen einen besseren Draht zu Opstelten als sein eigener Berater“

Aber er verstehe auch die schwierige Situation des Justizministers und ist überzeugt davon, dass dieser in den Grenzregionen seinen harten Kurs durchzöge.

Das werden wir dann ja sehen…

Das komplette Interview gibt es hier zu sehen.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • Gianni

    Wo ist der like button :)

  • jdg

    eberhard unser gott, ein tausendfaches dankeschön an diesen mann, der es wohl geschafft hat den sturen opstelten zu überzeugen, dass das ausländerverbot in amsterdam niemals funktionieren kann.
    es gibt wohl doch noch ehrliche politiker auf dieser welt, die mit vernunft und diplomatie etwas fürs volk tun. ausnahmen bestätigen wohl mal wieder die regel ;)

  • -.-

    Also,ich freu mich da nicht zu früh..bisher hat die „EU“ noch immer ihren „Willen“ durchgesetz.
    Aber ich freu mich wirklich über diesen Blog der uns wirklich schnell und gut informiert!
    Ein dickes Dankeschön!
    Und wenn wir wirklich weiterhin „uneingeschränkt“ unsere lieben europäischen Mitbürger besuchen dürfen,geb ich ne Runde am Lagerfeuer in Groningen aus ;-)

  • KifferJan

    Nun, der Wietpas und das Clubsystem waren ja nicht auf dem Mist der EU gewachsen, sondern auf dem der letzten rechtsliberalen Regierung der Niederlande.

    Nach Klagen von Coffeeshopbetreibern gegen das Verkaufsverbot für Ausländer entschied der EuGH wie folgt und kippte somit die letzte Hürde zur Einführung des verhassten Wietpases:

    Urteil: Das Ausländerverbot für die Drogenclubs verstoße nicht gegen das Europarecht. Sie wiesen somit Klagen von Coffeeshop-Besitzern mit der Begründung ab, die Zutrittsbeschränkung sei keine Diskriminierung von EU-Bürgern, sondern «durch das Ziel der Bekämpfung des Drogentourismus und der damit einhergehenden Belästigungen gerechtfertigt»

    Die Einführung und Umsetzung der Wietpas Regelung unterlag alleinig der niederländischen Regierung.

  • jochen

    Bei der Fülle von Informationen weiß ich gar nicht, ob das hier schon mal aufgetaucht ist. Es hört sich einfach und ziemlich gruselig an:
    „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“
    Zitat – Jean-Claude Juncker im Dezember 1999
    Gibt es eigentlich EU-Richtlinien oder sogar -Verordnungen zum Thema?

  • Sebastian

    Amsterdam bleibt Heldenhaftig, Standthaft und Barmherzig.
    Amsterdam bleibt Vorreiter für Alternativen zu einer gescheiterten menschenrechtsverachtenden und von Aussen aufgezwängten Verbotspolitik.
    Die Länder die wohlmöglich keine Bedenken haben ihren Bürgern, die Grundrechte einzuschränken, sind nicht in der moralischen Position, hier überhaupt etwas gegen zu sagen. Sie wenden das schärfste Schwert, die Strafverfolgung an, gegen Menschen die in Amsterdam im Lichte der Öffendlichkeit gezeigt haben, und weiter zeigen, das sie Teil einer internationalen Kultur sind, die zu großen Teilen längst ein integrierter Teil der Gesellschaft ist, (sie hat sich ja aus ihr heraus entwickelt).
    Das wird gerne verschleiert, weil kaum einer wagt es sich einzugestehen unverhältnismäßige, barbarische Methoden anzuwenden, um den Lebensstil von Menschen zu Gunsten ihrer eigenen Wunschvorstellungen zu bestimmen.

    Denke grad daran wie Arjan sich bedankte für die Razzia auf dem CannabisCup 2011, die gezeigt hat: keine Waffen, keine harten Drogen, keine Gewalt, kein Verbrechen nur Menschen aus allen Ländern der Welt die friedlich die Vielfalt von Cannabis genießen.

    So bedanke ich mich für den Wietpas, der gezeigt hat das ein Umdenken stattzufinden hat bei den Staaten die immer noch nicht in der Lage sind sich ihre eigenen Defizite in der Drogenpolitik einzugestehen.
    Während Herr van der Laan ganz klar die Probleme im Backdoor zugibt, doch die Lösung von denen verhindert werden, die trotz harter Strafverfolgung die Nachfrage nicht verringern können, wird die jetzige Regelung in Amsterdam als „alternativlos“ anzusehen sein.
    In diesem Sinne ist Amsterdam ein Leuchtturm an dem sich andere orientieren können.

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