Amsterdam führt Kiffverbot an Schulen ein

Die niederländische Regierung sieht scheinbar ein großes Problem im Drogenkonsum in Schulen. Es gibt eine Mindestentfernung von Coffeeshops zu Schulen, die regelmäßig vergrößert wird / werden soll.

Jetzt hat Amsterdams Bürgermeister Eberhard van der Laan verkündet, dass in seiner Stadt reagiert wird: Ab dem ersten Januar wird es in Amsterdams Schulen ein offizielles Kiff-Verbot geben. Wer mit einem Joint oder ähnlichem erwischt wird, bekommt eine Geldstrafe, einen Eintrag oder ggf. eine andere Strafe. Zudem könne er zu einem Drogenentzug geschickt werden. Zwar gäbe es an den meisten Schulen bereits Regelungen dazu in den Schulordnungen, jedoch wollte die Stadt hiermit einen rechtlichen Rahmen setzen. Eventuell solle die Regelung auf Spielplätzen ebenfalls eingeführt werden, dies würde jedoch erst noch untersucht.

Ich finde, dass es sich hier um ein zweischneidiges Schwert handelt. Ja, ich bin der Meinung, dass Drogen jeglicher Art auf Schulhöfen nichts zu suchen haben. Und ich finde auch, dass man als verantwortungsvoller Mitmensch dafür sorgen sollte, dass Kinder nicht unbedingt zu viel sehen sollten (dasselbe gilt übrigens auch für Alkoholkonsum). Allein deshalb sollten Kiffer Spielplätze als Konsumort meiden.

Allerdings finde ich, dass eine drakonische Bestrafung der falsche Weg ist. Die Bedrohung einer Bestrafung ändert nichts. Das wissen wir alle.

Ich denke mal, dass van der Laan sich unter Zugzwang gesetzt fühlt. Hoffen wir, dass das Regelwerk nicht erweitert wird. Und liebe Schüler, die ihr meint unbedingt zu kiffen: Denkt drüber nach! Und lasst Euch nicht erwischen!

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • Ivo Opstelten (Azrael) aka Marcel ;-)

    Mir war nicht bewußt das eigentlich hätte an Schulen gekifft werden dürfen. Sicher wurde das in JEDER Schule schon per Schuldordnung verboten – das ist nun die rechtliche Handhabe dazu. Was die Strafen angeht – die sind ja immer nur für den Worst Case – für die „Unbelehrbaren“.

  • johnnyb

    Jetzt sind die niederändischen Kids wahrscheinlich erstmalig neidisch auf Deutschland! (Wenn ich an meine Schulzeit denke!! ) :D :D

    • In deutschland wird Besitz bestraft, das wissen wir alle. Warum sollten die niederländischen Kids neidisch sein?

  • johnnyb

    Also bei uns hat am Gymnasium niemand je Verdacht geschöpft.
    Sollte eigentlich nur ein dümmerer Witz sein… ;)

  • „Kiffen macht dumm also sorgen wir dafür, dass du Ärger mit der Schule bekommst!“

    Natürlich haben Drogen an Schulen und besonders in den Händen von Heranwachsenen nichts zu suchen. Auch wenn Cannabis für Erwachsene vergleichsweise harmlos ist, ist es das für Junge Menschen eben nicht.
    Diese Entscheidung wirkt auf mich aber ziemlich deutsch bzw. theoretisch. Vom Pragmatismus der Niederländer ist momentan sowieso weniger zu spüren. Die Tatsache das etwas verboten ist, hat noch nie jemanden aufgehalten. Bei Jugendlichen ist sogar eher das Gegenteil der Fall.
    Ich mein was glauben die denn wie erfolgreich sie sein werden, wenn man nicht mal über die Androhung der Todesstrafe etwas erreicht? In manchen Ländern Asiens kann einen so etwas tatsächlich den Kopf kosten und trotzdem hält das die Leute nicht auf. Genau so wie lange Haftstrafen in den USA wo man auch nicht davor zurückschreckt diese bei jungen Menschen anzuwenden.
    Da sollen jetzt ein paar Geldstrafen, Einträge in die Schulakte oder Zwangstherapien etwas bewirken? Was soll es bringen jemanden das Schulleben schwer zu machen, wenn er sowieso schon ein Verhalten an den Tag legt, welches seine Bildungskarriere gefährden kann?
    Nö da löst ma lieber das Backdoor Problem und versucht die Quellen der Jugendlichen langsam aber sicher versiegen zu lassen. Da ist mehr Erfolgspotential vorhanden. Auf der anderen Seite investiert man die Steuereinnahmen durch relegalisierten Handel in Preventionsmaßnahmen.
    Das dies wegen internationaler Verträge nicht gehen soll, lass ich mir seit Colorado und Washington von niemandem mehr erzählen.

  • Anonymous

    also ich finde Geldstrafen für kiffende Schüler irgendwie kacke, sollte man nicht beim ersten mal noch Gnade vor Recht ergehen lassen oder bspw.einen Tadel etc. versenden und beim nächsten mal einen Schulverweis aussprechen? Die Geldstrafe trifft wohl eher die Eltern, die die Zeche dann blechen sollen! Was ist denn, wenn sich die Kids betrinken,ist das dann okay? Gibt es bei den unterschiedlichen Drogen auch unterschiedliche Handhabungen? Ist bspw. eine Fixe wiederum okay? Bleibt die Verhältnismäßigkeit gewahrt? Drogen im Dienst sind grds. nicht okay.