Schreibt Ivo!

Die Seite new-rules.info, die sich ebenfalls mit der neuen niederländischen Drogenpolitik beschäftigt ruft jetzt dazu auf, unseren Freund Ivo einen Brief zu schicken und ihm mal die Meinung zu blasen.

Ein Musterbrief und die Adresse findet ihr hier. Da ich denke, dass es ok ist, quote ich den Brief mal hier:

minister van Veiligheid en Justitie
Dhr. Ivo Opstelten
Den Haag
The Netherlands

Sehr geehrter Herr Minister Opstelten,

Als Nicht-Niederländer war ich immer ein Bewunderer der holländischen Drogenpolitik, die sich an den Gegebenheiten und Belangen der öffentlichen Gesundheitsfürsorge orientierte. Ich bedanke mich für diese Politik und für die Coffeeshops, in denen man in sicherer Umgebung Cannabis konsumieren kann – ohne jemanden zu schaden oder öffentliches Ärgernis zu verursachen.

Jetzt habe ich erfahren, dass ich – wie tausende Andere – holländische Coffeeshops nicht mehr besuchen darf. Abgesehen davon, dass dies Diskriminierung zu sein scheint, frage ich mich welches Endergebnis eine solch merkwürdige Kursänderung haben wird.

In meinem Land ist Cannabis nicht nur illegal, sondern oft auch von minderer Qualität. In den Niederlanden wird sogar „auf der Straße“ Cannabis von ziemlich guter Qualität verkauft. Folglich werden Menschen wie ich gezwungen auf dem illegalen Straßenmarkt zu kaufen, der öffentliches Ärgernis verursacht und kriminelle Banden unterstützt.

Ich wünsche Ihnen Kraft und Weisheit.

Mit freundlichen Grüßen

Ich werde jetzt einen Brief fertig machen, nach dem Brief an den Botschafter vor einigen Tagen also das zweite Schriftstück. Man muss ja jede Gelegenheit nutzen. Übrigens wurde ich aus der Seite nicht so ganz schlau. Sie ist jedenfalls keine staatliche Seite, ist aber komplett so aufgemacht wie die staatliche Seite rijksoverheid.nl und viele Links (z.B. Kontakt) verweisen darauf. Ist aber prinzipiell egal, da die Aktion eine gute Idee ist. Rafft Euch auf und schreibt ebenfalls einen Brief!

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • Die Aktion ist sicher ernstgemeint. Allerdings ist der Titel der Seite und das LOGO eher kabarettistisch. Die beiden Löwen halten ein Hanfblatt und daneben ist der Schriftzug: Rijksoverigheid (ein Wortspiel das soviel bedeutet wie Reichsübrige/Reichssonstige – Reichsübrigkeit) statt Rijksoverheid (Reichsregierung wörtlich Reichsobrigkeit) bedeutet. Da kann man mitmachen. Ivo und seine Mitarbeiter mit Spam zu malträtieren ist nie verkehrt – aber ein Dialog wird wohl nicht entstehen. Das war aber bei unserem Brief an den Botschafter der Niederlande jedoch auch nicht der Fall, obwohl der ja mit den durchaus besten Absichten verfasst war.

    Eine Reaktion darf man nicht erwarten. Aber intern und (bei großer Beteiligung auch medial) wird eine solche Aktion dann doch zur Kenntnis genommen.

  • Elli

    Man sollte lieber die Gegner von Opstelten unterstützen als diesen Brief zu schreiben. Der landet doch sowieso im Briefkasten. Dem Rösler schreibe ich ja auch nicht, dass er doch die Reichensteuer unterstützen, soll weil sie der Gerechtigkeit dient^^

    • Elli

      Papierkorb meinte ich.

      • Joachim

        :-)

    • Och – aber eigentlich könnte man auch das machen. Dieses schnöselige Kind Rösler ist ohne seine Mitarbeiter sicher aufgeschmissen. Wenn die vor lauter Spam nicht mehr vernünftig kommunizieren können, behindert man seine Effektivität wenigstens.

      Aber Du hast auch Recht – in Deutschland kannst Du die Gegner (Opposition) unterstützen. Aber in NL haben wir doch politisch nur medial Einflußmöglichkeit. Wählen etc. können wir dort leider nicht.

      Sonst hätte ich im Herbst dort einfach massiv Wahlkampf für die SP gemacht. Uns bleiben eben nur andere Möglichkeiten.

  • Jenz

    Ich wünsche ihnen Kraft und Weisheit…ROFL
    Ich würde noch anfügen:
    „Mögen sie in interressanten Zeiten leben.“

    • Marcel

      Jedenfalls gehört die Domain einer Privatperson aus Eindhoven. Aber geile Idee!

  • keek

    „Folglich werden Menschen wie ich gezwungen auf dem illegalen Straßenmarkt zu kaufen, der öffentliches Ärgernis verursacht und kriminelle Banden unterstützt.“

    Ist zwar nur ein Muster, trotzdem könnte der Satz zu ner einfachen Antwort der Regierung führen, falls die es überhaupt für notwendig hält zu antworten.

    „Dann hör halt auf zu kiffen“

    Wäre da wohl die erste Antwort. Ist ja nicht so, als würden wir hier über Grundnahrungsmittel reden, sondern eben immer noch über eine Droge.

    Ansonsten grundsätzlich ne gute Idee, also nicht falsch verstehen. Ich unterstütze Jeden, der den Mut hat, seinen Mund in der jetzigen Zeit aufzumachen. Nur sollte man vorher, vor allem bei diesem Thema, gut überlegen, was man sagt und wie man argumentiert.

  • Pingback: Ausländische Kunden in den meisten Coffeeshops willkommen « Kein Wietpas!()

  • Muensterlaender

    @mobo: Deine Argumentation

    Stets argumentierst Du mit Diskriminierung, meiner Ansicht nach muss man zwischen der gefühlten und der juristischen Diskriminierung differenzieren. Nur letztere ist hier relevant. Jedoch scheint es so zu schein als dass das jeztige Vorgehen nicht dagegen verstößt. Das Argument Diskriminierung wirkt mglw. nur geringfügig oder gar nicht.

    Ähnlich scheint es bei der Vernunft – Argumentation: Die NL-Regierung betont den Erfolg ihrer Drogenpolitik, nun ändern sie diese zum ungunsten ab. Das ist doch keine rationale Entscheidung!

    Es müssen andere Gründe gefunden werden, am besten solche die auch juristische Wege öffnen.

    Bsp. Al Capone
    Hartnäckig hat man damals versucht ihm die Verbrechen nachzuweisen, ohne Erfolg. Bis jemand auf die Idee kam, auch in ‚anderer‘ Richtung zu ermitteln. Folge: Unterkunft auf Staatskosten wegen Steuerhinterziehung.

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