Alle gegen Onno – Maastrichts Gemeinderat rebelliert

Heute Abend gab es in Maastricht eine Ratssitzung über die lokale Coffeeshoppolitik. Es wurde erneut klar, dass die aktuelle Linie vom Hardliner Onno Hoes (VVD) zum einem nicht wirklich funktioniert, zum anderen auch nicht mehr auf Begeisterung innerhalb des Rates stößt. So hat sich jetzt eine Mehrheit dafür ausgesprochen, dass man Ausländern (ja, damit sind wir gemeint…) wieder in die Coffeeshops der Gemeinde wieder Einlass gewähren solle! Dafür stimmten PvdA, GroenLinks, D66, SP, PVM und Stadsbelangen Maastricht, die zusammen 21 der 29 Sitze belegen. Ob es auch Ausreißer der anderen Parteien gab, konnte ich bislang noch nicht herausfinden. Letztendlich entscheiden kann aber immer noch der Bürgermeister persönlich, doch sollte sich ein Bürgermeister schon der Meinung des Rates beugen.

In einer weiteren Sitzung soll dann über einen möglichen Umzug der Coffeeshops an den Stadtrand dabattiert werden. Die Shopbetreiber sind bekanntlich bereit dazu. Die Verlegung ist aber unabhängig von der Forderung nach dem Diskriminierungsstopp zu sehen.

Ausserdem wurde von den gleichen Parteien beschlossen, dass auch in Maastricht ein städtischer Cannabis-Anbau als Modellversuch zur Coffeeshopversorgung gestellt werden soll. Immer mehr Gemeinden wollen dies probieren, zuletzt machte Heerlen sogar in den den deutschen Medien deswegen Schlagzeilen. Ivo Opstelten ist aber ein erklärter Gegner davon.

Der Druck auf Onno Hoes wächst also extrem. Zum einem von „oben“, also von Ivo Opstelten und Co., denn Maastricht hat eine Symbolfunktion für die restriktive Politik: Fällt Maastricht, fällt die gesamte Idee. Zum anderen von „unten“, aus dem Stadtrat und auch aus der eigenen Bevölkerung, die sich auch ruhigere Zeiten zurückwünscht.

Nächsten Monat gibts dann auch noch die Sitzung in Venlo. Das Kartenhaus droht momentan zusammen zu brechen…

Update: Inzwischen liegt mir die „Motie“ vor. Entgegen meiner Aussage im Blogpost, beinhaltete sie doch bereits den Umzug von einigen Coffeeshops an den Stadtrand.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • Anonymous

    Und an dieser Stelle könnte klar werden, warum es Sinn macht, dass sich Marcs Prozess so verzögert hat. Es wird doch… nicht etwa… die Vernunft? …

    • Jenz

      Ach hör auf….du meinst so mit vorher nachdenken und so…nee…obwohl, sind ja keine deutschen…vieleicht klappts ja..:-)

  • Sorgens Kammer

    Juhu, es tut sich was. Die.Chancen scheinen gut zu stehn. :)

  • Anonymous

    Das sind ja mal erfreuliche Nachrichten

    • Sorgens Kammer

      Ich stimme dir voll und ganz zu.
      Die Betreiber verdienen meine Hochachtung. ;)

  • BeNeLux

    Endlich mal was neues von Maastricht und gleich eine tolle Nachricht!

    Die Kacke ist am danpfen :) super (Y)

    Liebe Grüße!

  • peer

    Mir wäre eine richtig tolle Nachricht aus Venlo aber viel lieber, wenn ich ehrlich sein darf. Und damit meine ich in etwa sowas: ‚Venlo ist ab sofort – ja genau, jetzt in diesem Moment – wieder für jeden geöffnet‘. Hoffen wir auf die Sitzung im April.

  • suspect

    maastricht wär schon übel geil scheiß mal auf venlo… bin immer nur nach maastricht und amsterdam für mich die besten städte .

    freu mich natürlich auch wenn venlo wieder öffnet aber maastricht is meine nummer 1

    • Jgreeen

      „scheiß mal auf venlo“

      Das klingt übel nach „Hauptsache MEINE Versorgung in MEINER Stadt ist gesichert“.
      Sorry aber hier gehts allgemein um die Coffeeshopkultur und was die niederländische Regierung momentan damit veranstaltet. So was geht auch über Stadtgrenzen hinaus. Wer warum auch immer gerne in Venlo oder auch in anderen Städten gewesen ist, hat meiner Meinung nach auch Solidarität verdient. Ich gönne es jedem der vieleicht bald wieder in seinem Stammshop in Maastricht sitzen kann aber man sollte sich damit nicht begnügen.

  • peer

    Gut, aber wieso schreibst du: „scheiß mal auf venlo“? Ich schreibe doch auch nicht, scheiss mal auf Maastricht. Gönnst du es den Leuten nicht, die hier (Venlo) sind? Ich würde mich für Maastricht freuen, auch wenn Venlo zu bliebe, du wohl nicht, wäre es genau anders, oder?

  • Domi

    Wenn die Coffeeshops in Maastricht wieder an Ausländer verkaufen dürfen und sich der Bürgermeister gegen das I-Kriterium stellt, dann ist das für Venlo bestimmt nicht so schlecht ; )

    Mal abgesehen davon geht es uns doch allen um eine pragmatischere, liberalere Drogenpolitik in den Niederlanden und nicht darum einfach und schnell was zu kiffen zu bekommen geht oder etwa nicht ?

    Weiss eigentlich jemand ob die EU Druck auf die Niederlande ausübt eine restriktivere Drogenpolitik zu fahren ?

    • D B und FR üb(t)en Druck aus. Von der EU kamen letztens Töne a la „Die nationalen Bestimmungen an die Realität anpassen“ Was auch immer das genau meinen mag – ist mir mitm Handy zu zomplikipiert weiter zu forschen.
      Zu motie-1 in Maastricht noch folgendes: Diese fordert Ausländer NACH dem Umzug wieder in die Shops zu lassen. Das war ein Kompromiss um eine möglichst breite Mehrheit zu bekommen – denn das ist was die Bewohner in Maastricht wünschen. Insbesondere die Flut an frankophonen Cannabistouristen ist der Maastrichter Bevölkerung aus historischen gründen ein Dorn im Auge.

      • Hast du einen Link zur Motie?

        • Nee – seit 2Tagen nur Handy, aber die tweets und Nachrichten die ich finden konnte sind da eineindeutig. Frag mal Peter, der müsste sie haben.
          Noch 3h und meine Füsse betreten „heiliges Land“ – von da mach ich auch mal nen kleinen Artikel über CS in anderen Ländern … ;-)

          • Peter ist noch nicht online ;-)
            Viel Spass und gute Reise!

          • Alle „meine“ Niederländer sind noch Offline… Hehe…

    • Anonymous

      Das der Bürgermeister von Maastricht von sich aus gegen das I-Kriterium stellt, darf hier mehr als bezweifelt werden.
      Und die Niederlande stehen schon seit Jahren sehr unter Druck wegen unserer tollen EU.^^

  • Nimrod

    Ich denke mal wenn Maastricht fällt, ist die ganze Idee gescheitert. Schon jetzt ist es ein einziger Fleckenteppich. Im Grunde wird das I-Kriterium doch nur in den ursprünglichen Wietpas-Provinzen wirklich durchgezogen. Es gab ja schon erheblichen Wiederstand in Venlo, Heerlen und Kerkrade. Wenn Maastricht jetzt zurückrudert, fallen auch die Gemeinden, deren Bürgermeister sich bislang zwar gegen das I-Kriterium ausgesprochen haben, sich aufgrund der Gesetzeslage angeblich jedoch zur Durchsetzung verpflichtet fühlten.

  • Anonymous

    Gibt es nicht schon eine Schätzung, wie viel der holländische Staat Gewinn machen würde, wenn die Gemeinden das Wiet anbauen inkl. der Anzahl neuer Arbeitsplätze. Diese Zahlen sollten in den NL-Ratssitzungen mal informativ herumgereicht werden. Was da dann insg. für ein neues Big-Business entstehen würde…
    :-)

    • In einem Bericht der politie (find ich mit Handy nicht) wird eine zahl von 480 Millionen nur für nl-konsumenten angegeben (steuern auf Hanf) einnahmen durch lohnsteuer und minder kosten der Polizei nicht inbegriffen. In der nederwiet Doku gibts dazu auch Zahlen, habe ich aber nicht im Kopf.

      • kiff

        Gute Nachrichten aus Maastricht erfreuen mich in höchstem Maße.
        Glaube aber erst daran wenn ich wieder in die CS rein darf .
        ( Wann wäre das denn soweit ??? )
        Solange weiter Glauben , Hoffen , Abwarten wie bisher.
        Habe schon zuviel Hoffnung hier gelesen die dann wieder
        im Sande verlaufen ist.

  • ?

    • Nicht böse sein. Ich musste den Text löschen, weil das eine Urheberrechtsverletzung war. Eine Verlinkungen und vielleicht ein kurzes Statement hätte gereicht.

  • Reblogged this on THC News.

    • Sorry, bisschen offtopic – aber es hilft, wenn auch schmerzlich, nicht zu vergessen wofür es sich lohnt zu kämpfen:
      In cambodia wird weiterhin wiet an Touristen verkauft. Max. 2$ für eine äussert überdurchschnittlich gute Qualität. Das ist nie schlecht das wiet. Aber die diesjährige ernte ist in nl hardrug weil über 15%. Das gibt jetzt 6 Monate lang überall mit bis zur nächsten ernte minimal sinkenden Qualität…
      Geht doch… ;-) wenn man nur wichtigere Probleme auch vorrangiger behandelt.

      • Sebastian

        Gibts irgendeinen Coffeeshop wo man genau das probieren kann. Gutes Thai ist ja schon kaum zu finden. Hatte mal Cambodian Haze aus dem Grey Area, Landrasse, leider nur indoor gezogen, aber war super Aromatisch und sehr potent.

        • In Adam solls einen Laden geben (wo sind die Adam Profis?) da gibts nur Landrassen bzw. nur Buitenwiet. Gut das Du mich erinnerst… in den Laden will ich unbedingt. Ansonsten kein Plan ob es CambodianHappySmoke in NL gibt…

          • Sebastian

            Denke Du meinst den Coffeeshop Yo-Yo, da will ich auch mal reinschauen, leider gibts laut Coffeeshopmenus dort kein Happysmoke, werde also hoffen das die Thaisticks im Anyday am Samstag vorrätig sind. ;-)

          • Sebastian
  • Anonymous

    Kann ich jetz in Maastricht in den Shop oder Net? Bzw wohin sind die Shops umgezogen?

    • ersguterjunge25

      Nein kannst du nicht und umgezogen ist auch noch niemand ;) Der Gemeinderat scheint zwar mit grosser Mehrheit für die Aufhebung des I-Kriteriums zu sein das letzte Wort hat in NL aber der Bürgermeister und Onno ist bekennender „Tourristen-Feind“. Die Shops haben mal angeboten, zur Vermeidung von „Overlast“, an den Stadtrand zu ziehen. Vorrausetzung hierfür ist allerdings auch die Aussetzung des I-Kriteriums.

    • Fehner

      lesen hilft ;)

  • Powerplant

    Ich Zweifel daran das Onno Hoes Ausländer wieder zulassen wird er ist ein Hardliner

    • Erst ist aber ein Arschkriecher. Und wenn gerade kein Opstelten-Arsch zur Verfügung steht, dann gibts im Stadtrat ne Menge anderer Ärsche ;-)

      Disclaimer: das war jetzt keine homophobe Aussage und bezieht sich nicht auf seine sexuelle Ausrichtung.

  • Pingback: The next, please! | Kein Wietpas!()

  • ex-maastourist

    Vier Tage weg, kein Blog, komme wieder und dann recht optimistische News aus Maastricht, ach, wäre das fein, im Frühjahr wieder die Lieblingsstadt besuchen zu können, die Friture am Marktplatz, der Buchladen in der Kirche, die vertrauten Shops … Immerhin gibt es wieder Hoffnung. Auch wenn der Bürgermeister sicherlich nicht zulassen wird, sein Gesicht zu verlieren. Alle Kraft dem Stadtrandkompromiss.

  • Neue

    Hey ich habe geplant an diesem We mit ner freundin nach maastricht zu fahren. Ich habe davon gar nichts erfahren das die wohl keine ausländer reinlassen. Habe schon hotel gebucht ( fahren ja nur deswegen hin)
    Also verstehe ich das richtig man kommt net mehr in die coffeeshops rein? ;(

    • Seit Mai 2013 nicht mehr in Maastricht. Vielleicht bald wieder. Ansonsten: Nijmegen.

  • Pingback: Limburg, die Hochburg der Diskriminierung? | Kein Wietpas!()

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