Und täglich grüßt das Murmeltier: Prozess erneut verschoben

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Kurz und knapp: Marc Josemans Prozess wurde erneut verschoben. Jetzt soll das Urteil innerhalb der nächsten 6 Wochen gesprochen werden. Es sei denn, es wird wieder verschoben. Die Begründung ist schlicht: Es werde mehr Zeit benötigt um zu einem Urteil zu kommen. Aha.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de
  • Anonymous

    ja ist doch klar wenn in 3 bis 4 wochen alles offen ist wir das verfahren eingestellt!

  • Elli

    Will das Gericht kein Urteil fällen?? mal wieder typisch. Ich dachte Gerichte wären unabhängig? Pah!

    Immer mehr Stimmen, so schein es mir, fordern die Legalisierung von Mariuhana um der O.K. den Hahn zuzudrehen. Nur die NL-Rechte will einen Schritt zurück machen und zusätzlich zum Grow-Geschäft auch noch das Geschäft mit den Ausländern der O.K. überlassen?

    Hinter den Kulissen wird anscheinend fieberhaft nach den holländischen-berühmt-berüchtigten Kompromissen gesucht.

  • Anonymous

    Da sollte die EU mal Druck auf das Gericht machen.
    Geht in Portugal doch auch. :-)

    • Anonymous

      Es ist unfassbar was sich die Politik in der EU derzeit leistet. Da muss ein Gericht bzw Juristen den Politikern aufzeigen, wo das Ende der Zumutbarkeit erreicht ist. Grausam diese Politikerkaste!

  • kiff

    Ahh , also doch wieder mal verschoben. Diesmal auf dem St.Nimmerleinstag.
    Warum überrascht mich das nicht mehr? Wer hat da wohl seine Finger im Spiel?
    Wie war der Satz noch mal“Abwarten&Tee trinken?“ ich kanns nicht mehr Höhren.

  • Big Smoke

    kiff
    ich bin deiner Meinung…
    und das nicht schon seit gestern
    also in 4 Wochen SOLL ALLES offen sein ?
    haha
    wer glaubt wird selig
    sry soll nicht böse gemeint sein
    aber bei mir ist der glaube zu dieser Sache schon längst down…

    • kiff

      Um so mehr ein Grund am Samstag in Maastricht zur Demo zu gehen.

  • Revil O

    Langsam ist es nur noch albern!!
    Die niederländische Justiz macht sich echt nur noch total unglaubwürdig in meinen Augen.
    ALSO ARSCH HOCH LEUTE!!!!
    SAMSTAG AUF NACH MAASTRICHT!!

  • Mir fehlen dafür wirklich die Worte. Schon die letzte Verschiebung war mehr als seltsam. Diese jetzt ist skandalös. Man kann eine Sache auch versuchen auszusitzen. Oder haben die Richter Angst ein Urteil zu sprechen, da sie sich der hohen politischen Brisanz bewusst sind?

    Nicht umsonst gibt es auch in den Niederlanden die Gewaltenteilung – die Justiz ist unabhängig und sollte eigentlich nicht von politischen Erwägungen beeinflusst werden. Allerdings wird wohl hinter den Kulissen doch Rücksicht genommen. Im April und Mai steht ja so einiges an Entscheidungen und Weichenstellungen an – scheinbar soll bis dahin gewartet werden.

    Ich hoffe wirklich auf eine rege Teilnahme an der Demo diesen Samstag in Maastricht. Ich bin auf jeden Fall da!

  • JS

    mMn wird nur Zeit geschindet bis sich alles von selber Regelt. Sprich entweder fällt das ganze Thema vom Tisch, womit der Prozess überflüssig wäre oder die Stellen sich darauf ein mit harten Bandagen ihren Willen dem Volk auf zu zwängen. Wobei ich eher Möglichkeit 1 in Betracht ziehe und für wahrscheinlicher halte, da kein Politiker es sich auf Dauer leisten kann gegen das Volk Sachen zu entscheiden. Sie versuchen uns natürlich zu verblenden und zu belügen, aber sie sind keine Diktatoren die den Willen des Volkes missachten. Sie versuchen nur den Willen des Volkes durch Lügen ihrem Willen anzupassen. Politiker halt einfach gesagt^^

    • Anonymous

      “Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.” – Jean-Claude Juncker

  • Gerd50

    1980 verhinderte die Schweizer Finanzwirtschaft eine Liberalisierung
    der Drogenpolitik mit dem Argument „vergiftetes Investitionsklima“.
    Im Laufe des letzten Jahres hegte ich den Verdacht, das auch in den
    Niederlanden Opsteltens Offensive dieser Hintergrund zu Grunde liegt.

    Es dürfte jedem Leser klar sein, das ein strafbewehrter Handel mit
    Hanfprodukten und sonstigen Drogen lukrativer ist, als ein legaler
    Handel mit psychotropen Substanzen.

    Offshore Leaks macht deutlich, das es nicht nur um Steuervermeidung,
    Steuerflucht im globalen Wirtschaftswahn geht, sondern auch um
    Drogengeldwäsche.

    http://www.sueddeutsche.de/thema/OffshoreLeaks

    Das die Niederlande zu Europas ‚Steurparadiesen‘ zählt, war mir bisher
    nicht bekannt. Lukrative Drogengeldwäsche wurde schon lange vermutet.
    Möglicherweise kommen jetzt den Herrschenden der Niederlande
    Offshore Leaks Enthüllungen in die Quere, zwingen zum Abwarten.

    Bisher hat Trouw, das einzige niederländische Nachrichtenmagazin,
    welches Zugang zu den Daten von Offshore Leaks hat und an der
    Auswertung mitarbeitet, nichts über Drogengeldwäsche berichtet.
    Als Helfershelfer für Offshoregeschäfte werden die ING und die
    ABMAmro Banken genannt.

    http://www.trouw.nl/tr/article/search.do?language=nl&navigationItemId=15

    Mal abwarten, was noch kommt. Overlast und Hanf mit mehr als 15%
    THC Gehalt als Harddrug einzustufen, halte ich nach wie vor als
    Vorwand für die Absicht, die Coffeeshopkultur zu zerstören. Es geht
    um Cash. Knete illegaler Märkte, auf die die Finanzwirtschaft nicht
    verzichten kann.

    • Anonymous

      Top ! Zeigst mir gerade eine ganz Neue Ansicht der ganzen Sache auf ! Hätte ich auch ehrlich gesagt nicht dran gedacht, aber na klar es klingt plausibel.

      • Als ich das zum Finanzplatz Niederlande als Durchgangsstation für Cayman Islands etc. gehört habe, musste ich auch gleich an Sachen denken, die Gerd50 hier angesprochen hat. Um diese Ebene aber seriös als Argument verwenden zu können, bräuchte man für diese Annahme Beweise (ein Job für Wikileaks wenn es dazu irgendwelche Unterlagen gäbe, was ich bezweifle). Die Gegenseite wird solche ZUsammenhänge weit von sich weisen und wer diese benutzt ist schon ganz nah an einer Verschwörungstheorie.

        Länder die viel vom Schwarzgeld leben und eine liberale Drogenpolitik gehen aber selten Hand in Hand. Gerd hat das Beispiel Schweiz schon genannt. Mir fällt noch Luxemburg ein, dass in den BeNeLux-Staaten die repressivste Drogenpolitik macht. Wer allerdings argumentiert, Staat und Banken (das das eine Einheit ist, wissen wir spätestens seit der Finanzkrise) würden von der Geldwäsche (die ja offiziell bekämpft wird) leben und hätten daher ein Interesse an Schwarzmärkten in einigen Bereichen (Drogen macht da das meiste aus), wird sehr schnell gegen eine Wand laufen. Politiker die von einer Pro-Hanf Organisation o.ä. auf diese Weise indirekt die Förderung der organisierten Kriminalität vorgeworfen bekommen, werden sich wohl zu wehren wissen.

        Ich denke es bleibt (bis es Beweise für die Annahme gibt) nichts weiter, als auf die offiziellen Argumente einzugehen und so zu kämpfen – in den USA ging es ja auch ohne die großen Finanzverschwörungen im Hintergrund zu thematisieren. Wir hier können uns aber natürlich gern darüber unterhalten – ist ja hochinteressant.

    • Anonymous

      Habt ihr es denn noch immer nicht kapiert ?

      Ihr sollt arbeiten und nicht kiffen.
      Ihr sollt möglichst lange und produktiv anschaffen gehen.
      Ihr sollt in ständiger Angst leben.

      Die herrschende Elite braucht uns moderne Sklaven, wer sonst soll denn für die arbeiten. Die wollen noch nicht mal Steuern oder andere Sozialabgaben bezahlen und machen es auch nicht.

      Da rauch ich mir lieber einen und denke mir:
      Man sollte …….. #morgen …… ;)

      • kiff

        @ Anonym 9.April 12.26 Uhr

        Da gebe ich dir völlig Recht , genau so ist es !!!
        Aber auch in DE. und jetzt auch in NL.?

        Nur das gleiche Problem sollte es auch mit Alkohol geben
        was aber wohl egal ist !!

        • Krautcontrol

          Im Gegensatz zum Alkohol ich Cannabis bewustseins ERWEITERND, das is das Problem. Damit fällt dir die ganze scheiße erst auf. Und das ist narürlich gefährlich für die politiker.

  • Gianni

    Also für mich sieht die ganze Sache so aus:
    Die jetzige Regelung würde wohl vom Gericht gekippt werden, d.h. Marc würde seinen Prozess gewinnen, daher wurde die Politik darauf hingewiesen etwas zu ändern deswegen wohl dieser Bericht (Maastricht: Treffen zur Drogenverordnung beschlossen) dort steht ja auch Opstelten war an einer Ausarbeitung beteiligt.
    Also aus diesem Grund wohl diese Verschiebungen. Wenn Marc den Prozess eh verlieren würde hätte man nicht so oft verschoben.
    Wer jetzt noch an Gewaltenteilung bzw. Gerechtigkeit glaubt ok herzlichen Glückwunsch. Ich kann es nicht mehr ! Die Festung Amsterdam bröckelt auch (siehe Schließungen der CS).
    Ich befürchte uns stehen schwere Zeiten bevor !
    Ich hoffe ich habe Unrecht aber glaub es leider nicht!

  • Krautcontrol

    Heute wird auf WDR 5 über den Wietpas diskutiert, ab 19 uhr. Vielleicht können Zuhörer in der Sendung anrufen?

    • kiff

      gut zu wissen , werd ich mal reinhöhren.
      Danke.

      • Kann es jemand aufnehmen? Bin unterwegs.

        • Glaube für die Politikum-Sendungen gibt es eine Mediathek – Aufnehmen kann ich nun auch nicht, aber ganz unten auf der Seite: http://www.wdr5.de/sendungen/politikum/s/d/09.04.2013-19.05/b/die-renaissance-der-dealer.html steht: Politikum zum nachhören – die Sendung als Podcast.

          • Jgreeen

            „“Auf der Grundlage der Fakten und Zahlen muss ich (Ivo Opstelten) feststellen, dass die Maßnahme beim Drogentourismus ein großer Erfolg ist. Die Meldungen von Problemen gehen zurück.“ Das ist eine schamlose und populistische Verdrehung der Realität. Denn Untersuchungen der Polizei beweisen, dass sich die Zahl der Anzeigen von Kriminalität und Problemen mit illegalem Drogenhandel seit einem Jahr verdoppelte.“

            Ha! Besser kann man es nicht ausdrücken.

        • Krautcontrol

          Sie haben Post!

    • Gut, dass Du das hier gerade noch rechtzeitig postest. Ich hab mal den Link rausgesucht: http://www.wdr5.de/sendungen/politikum/s/d/09.04.2013-19.05/b/die-renaissance-der-dealer.html – startet um 19.05 und geht bis 19:30 – aber für 4 Themen (der Wietpas – Titel: Die Renaissance der Dealer) ist nur eines davon – also sicher ein 7 1/2 Minuten-Beitrag. Keine Ahnung ob da jmd. anrufen kann – denke bei dem Zeitrahmen wohl eher nicht.

      • Krautcontrol

        Ich mache vorsichtshalber trotzdem einen Mitschnitt.

        • War der gleiche Text, den man im Link vorher schon lesen und hören konnte – hatte ich mir aufgrund des Zeitrahmens schon beinahe gedacht. Trotzdem – ein sehr guter Beitrag – besonders die Worte zu Opstelten als Super-Cop der alles schlimmer macht.

        • kiff

          Also viel war es nicht auf wdr 5 und für uns sowiso nix neues.
          Aber man ist ja froh für jedes bisschen was berichtet wird.

          • Krautcontrol

            Kifferkolonnen?

            wir kriegen im ganzen land nichts mehr? gut dies im selben bericht an späterer stelle korrigiert wird.

            was sind denn diese softdrugs? klingt total jugendgefährdend, was es in diesen drogencafes gibt.

            ausländische drogentouristen sorgten für probleme… aber nur im kopf der regierenden. in wahrheit sorgten wir für einnahmen aus parkgebühren, hotelzimmern usw

            man kann nur hoffen das der druck wächst, das unsegliche verbot endlich aufzuheben… wie sieht das nochmal in deutschland aus?

            die haben es wiedereinmal geschafft nicht einmal das wort hanf zu erwähnen. Haschisch hört sich schließlich schlimmer an.

          • @ Krautcontrol – man kann auch zu kritisch sein. Der Beitrag war aber sowas von in unserem Sinne. Die Wortwahl der Massenmedien ist nicht toll, aber es kam zumindest nicht das Wort Rauschgift vor. KIfferkolonnen habe ich auch nicht gehört – nur Kifferromantik. Vielleicht stelle ich mal den ganzen Text des Beitrages hier rein statt nur zu verlinken. Lesen bleibt meist eher haften als hören – nur um Missverständnisse zu vermeiden:

            Das Ausländerverbot für die Coffeeshops schlug 2012 ein wie eine Bombe. Kein Wunder: Denn das neue Gesetz betraf vor allem Drogentouristen aus Belgien, Frankreich und Deutschland: „Künftig aber, so plant es die Regierung, sollen nur noch Holländer an Haschisch kommen. In den berühmten Drogencafes gilt: Ausländer raus beziehungsweise erst gar nicht rein.“ Ausländer dürfen seit knapp einem Jahr ihr Gras oder Hasch nicht mehr legal in den südlichen Grenzstädten der Niederlande kaufen.

            Trotz Haschpass mehr Dealer

            Aus Coffeeshops wurden Clubs. Auch für Niederländer. Sie mussten sich registrieren lassen und durften nur noch mit einem Ausweis Softdrugs kaufen. Dieser Haschpass wurde am 1. Mai 2012 zunächst in den drei südlichen Provinzen, Limburg, Brabant und Zeeland eingeführt. Eigentlich sollten diese Restriktionen nur ausländische Drogentouristen fernhalten, die für viel Probleme in den Grenzorten sorgten. Doch weil Holländer sich nicht offiziell als Drogenkonsumenten registrieren lassen wollten, kauften auch sie nun ihr Gras auf der Strasse. Für Städte wie Venlo, Venray und Maastricht hat das dramatische Folgen.

            Der Handel auf der Strasse blüht, sagt Mark Josemans, Coffeeshopbesitzer aus Maastricht: „Maastricht hat sich völlig verändert. Es gibt hunderte Strassendealer mehr und das ist ein grosses Problem. Die Leute fühlen sich nicht mehr sicher. Die Einwohner sind ängstlich geworden. Ab sieben Uhr abends geht alles zu. Die Situation ist sehr sehr schlecht geworden.“ Das bestätigen auch Bürgermeister und Polizei aus anderen südlichen Provinzen.

            Der Widerstand in Städten und Gemeinden ist groß. Sie wollen, dass die Restriktionen aufgehoben werden. Doch die Regierung hält daran fest. Allerdings hob sie die Registrierungspflicht wieder auf. Ursprünglich sollte das Gesetz ab 1. Januar 2013 im ganzen Land eingeführt werden. Doch dann fiel die Regierung und die neue Koalition der Rechtsliberalen mit den Sozialdemokraten schaffte zumindest den „wietpass“, den Haschpass für Niederländer wieder ab. Sie müssen nur noch ihren Ausweis zeigen und nachweisen, dass sie in den Niederlanden wohnen, dann dürfen sie „softdrugs“ kaufen.

            Restriktionen führen zu mehr Kriminalität

            Doch am Ausländerverbot will der rechtsliberale Justizminisiter Ivo Opstelten festhalten, sagte er im Parlament: „Auf der Grundlage der Fakten und Zahlen muss ich feststellen, dass die Maßnahme beim Drogentourismus ein großer Erfolg ist. Die Meldungen von Problemen gehen zurück.“ Das ist eine schamlose und populistische Verdrehung der Realität. Denn Untersuchungen der Polizei beweisen, dass sich die Zahl der Anzeigen von Kriminalität und Problemen mit illegalem Drogenhandel seit einem Jahr verdoppelte. Maastricht verzeichnete sogar 300 Prozent mehr Vorfälle. Und auch die Drogentouristen kommen nach wie vor.

            Doch dieser Minister will eben so gerne der Super-Cop sein, der hart durchgreift. Dabei bewirkt er genau das Gegenteil: Die Restriktionen führen zu mehr Kriminalität. Und vor allem, Jugendliche unter 18 Jahre können sich nun den Stoff an jeder Ecke beschaffen und kommen auch schneller an harte Drogen. Die Drogenpolitik der Niederlande war bisher gerade deshalb erfolgreich, weil sie tolerierte. Doch nun droht der Rückfall in die dreckigen 70er Jahre. Man kann nur hoffen, dass der politische Druck auf den Minister zunimmt, das unselige Verbot aufzuheben.

            Amsterdam hat bereits ein Zeichen gesetzt. Die 1,5 Millionen Touristen, die jedes Jahr in die Grachtenmetropole kommen, um Hasch zu kaufen, sind weiter in den Coffeeshops willkommen. Das hat wohlgemerkt nichts mit falscher Kifferromantik, sondern nur mit nüchternem Pragmatismus zu tun. Obwohl das natürlich so mancher Coffeeshopbesucher anders sieht: „Wir wollen doch alle eine Welt ohne Diskriminierung und dann schicken wir Touristen weg? Wenn ich in der Türkei bin, dann wird mir Tee angeboten, und wir laden euch, Deutsche, ein, einen Joint zu rauchen. Das ist erlaubt in den Niederlanden.“

          • Krautcontrol

            Hey Toni, ich sehe den Bericht grundsätzlich auch sehr positiv, das habe ich zugegebener maßen nicht extra erwähnt. Also an dieser Stelle ein Lob an WDR5 (der Sender geht generell gut klar), und einmal die Empfehlung an die Mitleser den Beitrag zu lesen/hören.

            Bei Kifferkolonnen und „im ganzen land“ ist es mir nur übel aufgestoßen. Auch die Erwähnung einer schlimmen Overlast hielt ich für falsch. Das Thema haben wir auf KW ja umfassend diskutiert, und kamen zu dem Schluss das die Overlast stets im vertragbaren Rahmen blieb, und es eher um verstopfte Innenstädte als belästigte Anwohner ging.

            Und einfach schade finde ich die Verwendung des Begriffs Soft-Drugs, da hat doch keiner was von gehört. „Weiche Drogen“ ist ein bekannter und vor allem deutscher Begriff, den man ebenfalls hätte verwenden können. Unter „Weiche Drogen“ kann sich meine Mutter was vorstellen, wenn die „Softdrugs“ hört bekommt die Angst vorm unbekannten.

            Mir scheint es als kenne der Moderator nicht den Inhalt des Beitrages, den er gerade anmoderiert.

            Der Vollständigkeit halber poste ich noch den einleitenden Text des Moderators:

            „… die Renaissance der Dealer: Was das Koffieshopverbot für Deutsche in den Niederlanden gebracht hat, die Wiedervorlage.
            Der breite Deutsche. Dorn im Auge der Niederlande, schluss mit Kifferkolonnen an holländischen Koffieshops, das wurde vor knapp einem Jahr beschlossen. Seid 2013 kriegen wir im ganzen Land nichts mehr, also, zumindest nicht in Koffieshops. Eine Wiedervorlage über ein Vorhaben, das nach hinten losging. Von Annette Birschel. „

          • Danke für die Vervollständigung. Die Anmoderation habe ich nur am Rande gehört, da ich da noch am Telefon war. Als dann der Beitrag kam, hab ich gleich gehört, das es nur der Text war, der vorab schon zu lesen war. Dieser ist von Annette Birschel – alles in allem eine gute Sache – immer gemessen an der kurzen Zeitvorgabe und daran, das es an ein Mainstream Publikum gerichtet ist. Die Anmoderation ist natürlich schwächer. Irgendwie muss da ein roter Faden rein – klar hätte man in einem Nebensatz erwähnen können, dass die angebliche vorherige Overlast nichts weiter als normaler Tourismus war auch wenn Hanfprodukte gekauft und/oder konsumiert wurden. Ein Niederländer hat es in einem Kommentar mal auf den Punkt gebracht: „Wenn die Deutschen in Scheveningen auf dem Pier Bratfisch und Fritten essen, nennen wir das Tourismus. Wenn sie kommen um ein Jointje zu rauchen, nennen wir das Overlast. – Das macht aber einen Nebenschauplatz auf, der für die journalistische Darstellung des Kernthemas in dieser Kurzform einfach handwerklich so nicht geht. Das kann ich Dir als jmd. der nicht nur Texte erstellen kann, sondern auch die Zwänge des journalistischen Alltags (wenn man das nicht aus Idealismus als Blog ohne Gewinnabsicht macht) kennt sagen. Das ist sehr frustrierend, denn ich bin mir sicher dass die gute Annette Birschel mit einem anderen Rahmen auch eine differenziertere Darstellung hinbekommt – das sah man schon an dem Beitrag – würde sagen journalistisch kann die was.

            Das wir hier inhaltlich und bzgl. der Begrifflichkeiten die benutzt wurden was zu meckern haben ist klar – aber wir sind auch nun echt nicht das angesprochene Publikum.

  • Jgreeen

    Mh also ich habe mit einer erneuten Verschiebung nicht gerechnet. Ich glaube kaum, dass das Thema zuwenig öffentliches Interesse aufweist und daher nur am Rande behandelt wird. Da erhärtet sich die Vermutung, dass das Urteil momentan eher nicht nach dem Willen der Cannabis Gegner ausfallen könnte. Vieleicht wird da versucht Zeit zu schinden bis man flächendeckend eigene Regeln aufgestellt hat. Dies könnte auch mit einer kompletten Unterwanderung der Vorgaben passieren. Allerdings hätte man dann selbst entschieden und wäre nicht per Gericht dazu gezwungen.
    Man sollte das Ego von Politikern nicht unterschätzen. Die werfen eher ihre Prinzipien heimlich über den Haufen als öffentlich gemaßregelt zu werden. Das wäre ein für Marc J. positives Urteil nun mal. Eine Maßregelung die zeigen würde, dass Menschen wie Opstelten nicht nur Unrecht hatten sondern auch nicht gesetzeskonform gearbeitet haben.
    Das geht gar nicht.

  • Purple

    Gestern war ja dieses Treffen mit den Bürgern der Stadt Maastricht. Habe im Netz aber noch keine Infos gefunden. Ich hoffe so sehr für Marc Joseman und für uns alle dass der Prozess gewonnen wird. Ich hoffe für alle die es nicht weit bis Venlo oder Maastricht haben, dass die Shops ab Mai wieder offen sind.

    • Dazu wirst Du auch nichts finden, das Treffen fand hinter verschlossenen Türen statt wie ich schrieb – heißt nichts dringt nach draußen. Die Stadt und der Ausschuß für allgemeine Angelegenheiten werden die Aussagen der Buurtplatforms (Viertelvertretungen/Nachbarschaftsplattformen) für ihren Brief an Minister Opstelten nutzen.

      Nun gibt es 2 Möglichkeiten. 1. Die Aussagen der Buurtplatforms fallen so aus, wie es der Realität entspricht – also mehr Dealer, Overlast durch Dealer, unsicheres Gefühl (Marc Josemans sagt in einem Interview zu dem von mir noch ein Blogpost folgt, dass ab 19 Uhr nun alle Schotten dicht gemacht werden und sich viele nicht mehr auf die Straße trauen) – könnte das als Begründung (den Ratsantrag zur Wiederzulassung von Touristen gibt es ja bereits) dienen, um endlich von Opsteltens Weg abzuweichen – das wäre das erste und gleichsam entscheidende einlenken von Onno Hoes, der es letzlich zu entscheiden hat.

      2. Es geht im Stil von Onno und Ivo weiter wie bisher. Auch die Berichte der Buurtplatforms sind geschönt und sprechen nicht von erhöhter Kriminalität, Unsicherheit und Overlast. In diesem Fall würde die Empfehlung im Brief an Opstelten wohl die Beibehaltung des I-Kriteriums für Maastricht sein.

      • Sebastian

        …und bei Punkt 2 gewinnt Marc den Prozess.

  • bushdoctor

    Unabhängige Gerichte gab´s noch nie…
    Dass jetzt erneut verschoben wurde, deutet wirklich auf „Probleme“ hinter den Kulissen hin. Vermutlich würde das Urteil nach der momentanen Lage nicht so einfach „ins Konzept“ passen. Vielleicht hat auch der Richter bedenken und kann ein „politisches“ Urteil nicht mit seinem Gewissen vereinbaren… wer weiß!?

    Das „Spiel auf Zeit“ bringt vor allem dann was, wenn man sich erhofft, dass sich in der Zwischenzeit noch irgendetwas anderes ereignet, was die Sache „vereinfachen“ könnte.

    Uns bleibt mal wieder nur: abwarten! Und mal darüber nachzudenken, wie wir bei uns die „Lage“ verbessern können. Jammern hat ja bisher nichts gebracht…!

    • Wenn das Urteil wirklich positiv ausfallen sollte, wäre das eine Erklärung. Vielleicht wird der Brief an Opstelten abgewartet, in dem die Stadt Maastricht ihr weiters Vorgehen bzgl. Coffeeshops und Touristen bekanntgibt. Dazu gibt es noch immer die Umzugspläne (an denen sich jedoch vor dem Urteil wohl nichts bewegen wird) – wenn also die Stadt Maastricht sich entscheidet doch wieder Ausländer zuzulassen, wäre ein Urteil defacto unnötig (außer um Sicherheit zu schaffen) – ich weiß nicht genau, ob es in dem Fall die Möglichkeit einer Einstellung des Verfahrens gibt, wenn eine oder beide Seiten nicht mehr an einem Urteil interessiert sind.

      In jedem Fall würde ein Urteil das bestätigt, das das I-Criterium keine Diskriminierung ist, doch weitaus weniger Kopfschmerzen bereiten – dann stünde ja trotzdem noch immer der Weg der Duldung offen. Dass das Urteil also dergestalt sein könnte, dass es die Diskriminierung bestätigt – was dann ja zwangsläufig die Abschaffung des I-Criteriums bedeuten würde, ist durchaus wahrscheinlicher als Ursache für den Aufschub. Wie hier schon jmd. schrieb, wäre das eine große Demütigung für Opstelten – damit wäre sein Projekt: Wietpas und Ausschluß von Ausländern (was ja der zentrale Punkt ist) gänzlich und für alle Zeit gescheitert.

  • Anonymous

    Bedenkt… wer jetzt am Samstag in Maastricht auf der Demo aufschlägt, das dort nichts „legal“ zu bekommen ist und man dann im Anschluss ggfs. nach Nijmegen/Arnhem muss…
    Verteuert die ganze Angelegenheit irgendwie…

    • Das ist ja auch der Grund weswegen demonstriert wird.

    • Ich fahre am Samstag auch nicht zum kiffen nach Maastricht, sondern zum demonstrieren. Das die Polizei in Maastricht scharf ist und Ausländern die bei Dealern kaufen ein Bußgeld von 175€ aufgedrückt wird, möchte ich hier noch erwähnen. Und dass sie bei Demonstranten zu dem Thema evtl. noch schärfer sind kann auch sein. Wenn ich da mit kein Wietpas Shirt rumlaufe habe ich sicher nichts dabei. Wer danach aber noch nach Nijmegen etc. will kann das ja gern machen wenn er eh ne längere Fahrt nach M-Town hat.

  • Hunter S Thomson

    Nicht zu vergessen, das die Qualität der verkauften Ware bei Strassenhändlern extrem undurchschaubar ist.Aber schimpfen wir nicht zu sehr auf die Jungs, durch die von ihnen mit produzierte Overlast ist gut Druck auf den Kessel gekommen….

    • Ivo

      Ich schimpfe über die Jungs überhaupt nicht – ausser ich würde dort wohnen^^

  • Hunter S Thomson

    ich meinte eher mich…

    • Off Topic: Kam von Dir, oder? Vielen vielen Dank!

      • Hunter S Thomson

        Ja, genr geschehen. Kanntest Du das schon?

        • Nein noch nicht! Hab mich riesig gefreut!

  • Nummer14

    Ferkel.

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