Die Alten…

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Gestern erhielten der Ex-Minister Frits Bolkestein (VVD) und „Spuiten en Sikken“ („Spritzen und Schlucken“ – eine äußerst provokative, in Deutschland undenkbare, Drogenaufklärungssendung“), vertreten durch den Moderator Tim Hofman, den Cannabis Culture Award. Dieser Preis wird jährlich vom Amsterdamer Hash & Hempmuseum an Personen und Institutionen vergeben, die sich in einer besonderen Weise um den Hanf verdient gemacht haben. In den vergangenen Jahren wurden z.B. Richard Branson, Jack Herer, Ed Rosenthal und viele andere mit diesem Preis ausgezeichnet.

Frits Bolkestein – ein Urgestein im liberalen Lager – fast vergleichbar mit Genscher. 1933 als Politikersohn geboren, war er von 1978 – 1999 ständiges Mitglied der 2e Kamer. Vier Jahre war er Handelsminister, 1 Jahr Verteidigungsminister, 8 Jahre Fraktionsvorsitzender bis er in der EU-Kommission Prodis die Zuständigkeiten für den Binnenmarkt, Steuern und Zollunion übernahm. Frits Bolkestein ist in der Vergangenheit ganz klar dem rechten Flügel der VVD zuzurechnen gewesen.

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Letztes Jahr erhielt Dries van Agt den Cannabis Culture Award. Zwei Jahre älter wie Bolkenstein mit ähnlicher Vergangenheit – schaffte es aber zusätzlich noch fünf Jahre Ministerpräsident zu werden. Dries van Agt kommt aus der extrem christlichen Ecke. Als erklärter Abtreibungsgegner leistete er sich in den 70ern einige Ausrutscher. Gekrönt von der versuchten Begnadigung dreier Kriegsverbrecher in dessen Zusammenhang er einmal sagte: „Auch ich bin ein Arier“

Wie können solche Menschen den Award erhalten? Stehen ihre Parteien doch entweder für Wietpas und 15%-Regel, bzw. im Fall von van Agt sogar für die Forderung die gesamte Duldungspolitik zu beenden. Bei Richard Branson, Jack Herer, Ed Rosenthal, etc. stellt sich die Frage des Verdienstes nicht – sie sind/waren die „bunten Hunde“ die jeder kennt.

Ja, „die Alten“, die „raus“ sind aus dem aktiven politischen Geschäft. Das scheint ein aktueller Hype zu sein – hoffen wir, das er ins aktive politische Leben den Weg schafft. Bolkestein und van Agt sind irgendwie in einer Reihe mit den Größen in z.B. Breaking the taboo zu sehen. Ein politisches Leben lang ins Klo gegriffen und in der Rente dann den eigen Wahnsinn begriffen. Was ich diesen Menschen ganz hoch anrechne, ist das sie die Größe besitzen sich öffentlich hinzustellen und zu sagen: „Unsere Politik war falsch. So und so… sähe eine bessere Politik aus.“

Ich denke zwei kurze Zitate von Bolkestein und van Agt zeigen die Würdigkeit der Verleihung. (Zur Erinnerung: Sie sind 80 und 82 Jahre alt und versuchen ihre Botschaft bestmöglich zu verbreiten.)

Frits Bolkenstein:
Ich wünsche mir, das die Regierung Hasch- und Grasplantagen genehmigt und Coffeeshops verpflichtet sind ihr Gras und Hasch von dort zu beziehen.

Dries van Agt zur Regulierung der Achterdeur mittels lizenziertem Anbaus:
Wir müssen mehr Menschen für diese Sache gewinnen. Eigentlich müssten wir(van Agt & Bolkenstein) predigend durch unser Vaterland ziehen.

MEHR alte Politiker mit Rückgrat brauchen die Länder!

hanfgleichstellen

Ich kann es nicht mehr sehen/lesen/hören mit welcher Ignoranz unsere Politik die guten Gründe für einen konsequenten Wandel in der Drogen- und Genussmittelpräventionspolitik ignoriert.
Ebenso wenig konnte ich noch weiter mit ansehen, das solche Menschen wie ich nicht in die Öffentlichkeit gehen und den Finger in die Wunde legen - auch wenn, oder gerade weil, das mit negativen Folgen belegt sein kann.
Macht mit! Werdet wenigstens Sponsor im DHV o.ä.!
  • Sebastian

    Wie ich schonmal schrieb nahm Richard Branson den Preis stellvertretend für die Drug Policy Alliance entgegen.
    http://www.drugpolicy.org/

    • Und warum ausgerechnet ER der Stellvertreter war dürfte selbsterklärend sein… ;-) Im Prinzip hast Du aber natürlich Recht. Ich habe die „Köpfe“ der DPA ja lobend erwähnt… ;-)

  • Ivo

    Haste schön geschrieben HG…. Hab den Artikel auch heut morgen gesehen.

  • Wäre nur schön, wenn die Worte der Alten in ihren eigenen Parteien auch über die Kommunalpolitik hinaus Gehör finden würden. Ich weiß, dass es in der VVD in einigen Städten Bestrebungen zum Gemeedeteelt gibt, aber ein Opstelten oder Hoes schert sich darum einfach nicht. Die VVD muss mal einen Parteitag abhalten und abstimmen, ob sie der Linie von Opstelten und Hoes folgen will oder ob es eine Mehrheit für eine andere, konstruktivere Politik gibt. Im Gemeindeanbau könnte man auch eine Stringenz der niederländischen Cannabispolitik erkennen und kein Zurück wie bisher. Haben die Niederländer denn ihren Pragmatismus und ihre Progressivität vergessen? Die Gemeendeteelt wäre mal ein richtiger aanpak van het probleem aan de Achterdeur.

  • UsualRedAnt

    „Die Vorsilben Ex- und Alt- stimmen Politiker moralisch.“ (Richard David Precht, deutscher Philosoph und Publizist)

    • Gut. Letztendlich ist die moralische Verwerflichkeit des Drucks den die prohibition gegenüber den kriminalisierten Usern ausübt der Knackpunkt.

  • Big Smoke

    viel krimineller
    ist doch so etwas…

    • Anonymous

      4:1!!!!!!!
      *wegduck*

  • Hank

    HEUTE WAR RATSSITZUNG IN VENLO!!!

    ES GAB HEFTIGE DISKUSSIONEN: http://www.omroepvenlo.nl/nieuws/16744

  • Hank

    VENLO BLEIBT DICHT!!!!

    • Jenz

      War zu erwarten….Leider!

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