Beschwört Hoes Politik einen Krieg herbei?

Als der Wietpas eingeführt wurde, nutzten viele Kids die Gelegenheit, sich ein paar Euros zu verdienen, indem sie Gras an ausländischen Gäste und registrierfaule Inländer verkauften. Doch rasch begann die Szene sich zu professionalisieren. Berichte von immer aufdringlicher werdenden „Drugsrunners“ die nicht einmal davor zurück schrecken, ungefragt zu potentiellen „Kunden“ ins Auto zu steigen. Solche Szenen gab es in allen Gemeinden mit Wietpas/I-Criterium.

Opstelten begann damit, nicht nur einen Teil der „Drogentouristen“ zu vergraulen, sondern langsam auch die „regulären“ Touristen (wir alle wissen, dass das oft sowieso die selben sind..). Und abends auch viele Anwohner, weil die sich ab ca. 20.00Uhr nicht mehr raustrauten.

Bandenhaft begannen die Dealer damit, ihre Reviere abzustecken. Als in Nijmegen ein Schuss fiel (zum Glück nur aus einer Schreckschusspistole), schritt der Bürgermeister schnell ein und öffnete nach wenigen Tagen die Shops wieder für alle. Die Probleme verschwanden größtenteils.

Allerdings gibt es noch Hardliner, die die Augen vor der Realität verschließen – Allen voran der werte Meneer Opstelten. Lange genug weigerte er sich zu erkennen, dass die diskriminierende Coffeeshoppolitik ein Irrweg ist. Und selbst den verlorenen Gerichtsprozess ignorierte er.

Es ist leicht nachzuvollziehen, dass die VOCM-Shops mit zivilen Ungehorsam reagieren und handeln.
Doch es könnte schon zu spät sein. Die Strassendealer wollen sich jetzt nämlich nicht verscheuchen lassen. Sie haben in den letzten 12 Monaten ihr Revier abgesteckt. Und einige von ihnen wollen es jetzt nicht mehr hergeben. Die Coffeeshops sind zu einem Konkurrenten geworden. Und Konkurrenten haben in Revieren nichts verloren. Da werden Shopbetreiber, Kunden und Mitarbeiter der Coffeeshops schon mal mit dem Messer bedroht, oder andere Mitarbeiter bespuckt. Die Meldungen reißen nicht ab (und Teile davon schaffen es sogar in die niederländische Tagespresse)

Sind die Geister, die Ivo rief, jetzt nicht mehr zu stoppen? Drohen in die Grenzstädten jetzt Bandenkriege? Natürlich sind wir jetzt noch nicht bei mexikanischen Verhältnissen angelandet, aber Parallelen sind sichtbar.

Normalerweise sollte der Druck auf Onno Hoes jetzt immens sein, allerdings kann man bereits andere Tendenzen beobachten: Ungüstigerweise sind viele der Strassendealer Migranten. Und da durch die generellen politischen und wirtschaftlichen Probleme die Fremdenfeindlichkeit fast schon naturgemäß ansteigt, könnte die Stimmung kippen. Nicht die Drogenpolitik wird als problemauslösend angesehen – sondern die Einwanderungspolitik! Fast vergessen geglaubte Schreckensgespenster wie Wilders‘ PVV gewinnen an Fahrtwind. Auf Ausländer kann man es ja immer gut schieben (ironischerweise sollte der Wietpas sich ja um die Probleme aus dem benachbarten Ausland kümmern)

Wo das alles hinführen wird, lässt sich schwer abschätzen.
Was viele Probleme lösen könnte wissen wir alle: Öffnen der Shops für wirklich ALLE Volljährigen, Zerstörung der „Achterdeur“ durch Legalisierung UND Regulierung des Anbaus.

Doch die jetzige Regierung (und natürlich auch eine rechte Regierung) würde das mit Sicherheit nie tun.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

Letzte Artikel von mobo (Alle anzeigen)

  • onno

    Man muss aber auch sehen das viele der marokanischen Dealer in Maastricht eigentlich in Belgien wohnen.

    • negativ dann waeren sie groesstenteils franzoesisch sprachig … sie sprechen aber alle annaehernd perfekt niederlaendisch… das ist ein boeses geruecht meiner meinung nach

      • die jungs sind zu 99 prozent in nl aufgewachsen

        • Steve Thunderhead

          Hies es nicht mal das die in Gruppen aus Rotterdan kommen? Oder ist das nur ein Gerücht?

          • das hoere ich zum ersten mal . wobei ich in rotterdam auch schon auseinandersetzungen mit runner hatte sehr unangenehm

          • Steve Thunderhead

            Wie gesagt ich weiss das nicht mit Sicherheit. Meine aber da vor ca. einem Jahr als die alle auftauchten was gelesen zu haben.

          • Ja, wurde immer gesagt, dass sie aus Rotterdam kämen. Kann ich bestätigen.

          • Das ist wirklich so, wie ja schon diverse Quellen (z.B. Hakim Elfassih, Eigentümer des Bekleidungsgeschäfts Antony Morato im Mosae-Forum) bestätigt haben. In Rotterdam gibt es wohl entsprechende Strukturen und die Niederlande sind ein kleines Land – da ist man schnell am anderen Ende. Auch der illegale Cannabishandel dürfte in NL so organisiert sein, dass ein paar Kids da keine Chance hätten. Die Dealer, die pünktlich im Januar auch in Nijmegen aufgetaucht sind, und da das selbe Verhalten an den Tag legten (aggressives Ansprechen, in Auto springen) wie auch in Maastricht, standen bereits gut vorbereitet in den Startlöchern. Das sind keine Gelegenheitsdealer. Das dürften eher „Angestellte“ einer Organisation sein, die auf neue Märkte in NL 1möchte, die sich durch den WIetpas aufgetan haben. Ich denke diese Konkurrenz war von Anfang an nicht harmlos. Es dürfte dahinter wohl eine andere Organisation stecken als die, die laut der Insiderinfos aus dem Sommer: http://keinwietpas.de/2012/07/06/gastbeitrag-insiderinformationen/ die dortigen Coffeeshops beliefert.

            Nun könnte man argumentieren, die Coffeeshopbetreiber seien doch genauso kriminell und nur etabliert. Da ist natürlich schon etwas dran, allerdings laufen die Coffeeshopbetreiber nicht mit gezogenem Messer durch die Stadt, springen nicht in oder vor Autos, klauen Kunden die nichts kaufen wollen nicht die Geldbörse und betrügen im Regelfall auch nicht so krass wie die Straßenjungs bei Menge und Qualität. Sie schreien auch nicht über eine beschauliche Straße am Sonntagnachmittag die Worte: „Haschisch und Kokain“ nur weil ihnen zwei Deutsche entgegenkommen, die evtl. Kunden darstellen. Nein im Gegenteil. Sie trennen die Märkte zwischen Cannabis und anderen Drogen und sorgen dafür, das Leute, die nichts vom Kauf und Konsum mitbekommen möchten das auch nicht müssen, da Interessierte eben in die entsprechenden Läden – die Coffeeshops – gehen können und dort für sich selbst in schöner Atmosphäre und mit entsprechender Sicherheit ihr Genussmittel konsumieren und erwerben und damit aber niemanden sonst behelligen. Das Coffeeshopmodell ist ja überhaupt nur aus diesen Gründen so geduldet worden. Eine Zunahme der Straßendealer zeigt also, wie durch die aktuelle Politik die bisherigen Erfolge der niederländischen Drogenpolitik zerstört werden – zumindest in Teilen des Landes. In ganz Amsterdam habe ich in 4 Tagen nicht annähernd soviele (Erkennbare) Straßendealer gesehen, wie an einem Tag in Maastricht.

        • also folglich ein weiterer fehler . wenn man es denn so nennen darf . der niederlaendischen politik

          • BeNeLux

            Es gab vor kurzem eine Dokumentation auf N-tv oder N24 vun Bloods und Crips in den Niederlanden. Sehr zu empfehlen!;)

  • Geldgieriger ARSCH

    Man sollte sich mal Gedanken machen, wie die asozialen Zustände zur Zeit wie in Maastricht mit Oberassis, die Messer zücken etc, ob Dealer oder nicht,
    generell das Thema Cannabis in ein ganz schlechtes Licht rücken.

    Diese kriminelle Energie kann schnell als Produkt des Themas an sich gesehen oder mißbraucht werden.

    Allein der Fakt, daß sich Kiffer in irgendeiner Weise mit solchen Typen asoziiert fühlen müssen ist der Legalisierung gar nicht zuträglich…

    • das produkt der aktuellen politik in nl ja leider

      • Geldgieriger ARSCH

        Schon richtig, aber gegenüber jemand, der die Zusammenhänge nicht versteht, kann das auch ziemlich leicht ins Gegenteil verkehrt werden…

  • Geldgieriger ARSCH

    Von wegen, ob legalisiert oder nicht, wenn’s so’n Zeugs nicht geben würde, gäbe es auch keine Drugsrunner, also muß es ausgemerzt werden… So denken die Pseudo-Liberalen und Konservativen eben.

    • Leidensgenosse

      …genau das befürchte ich auch – in der Öffentlichkeit kommt nur an, dass es in der „Drogenszene“ vor einem CS zu Gewalttaten kommt, also schließen wir sie doch…

  • xy

    ich war heute mit frauchen in enschede shoppen. war mordsmäßig was los, wie jeden samstag, wenn markt ist. trotzdem total entspannt dort. keine straßendealer oder drugsrunners weit und breit. im shop war’s zu meiner überraschung auch total leer. keine schlange wie sonst, von overlast also keine spur. heute abend gibt’s amnesia haze ;)

    • In Enschede ist alles immer ruhig. Nach Ladenschluss der Coffeeshops gibt’s da mal vereinzelt Strassendealer, aber die sind nie aufdringlich.

  • groooveman

    Ist doch super, wenn man sich als rechte Partei mit einer verfehlten Drogenpolitik gleich noch Argumente für eine rassistische Einwanderungspolitik selber liefert. Besser kanns doch gar nicht laufen.

    Ironie Off

    • Jenz

      Wo war denn da die Ironie?

  • Nimrod

    Das ist schon erschreckend, wie weit es schon gekommen ist. Wie der Artikel schon sagt, nicht mehr lang und die Dealer verteidigen ihr Revier mit Schusswaffen und/oder es gibt den ersten toten. Dann herrschen bald amerikanische Zustände.

    Und dann wird es wohl auch nicht mehr lange dauern, bis sich diese Zustände auch in den anderen europäischen Ländern ausbreiten. Warum an der Grenze zu Belgien und Deutschland schluss machen? Erstmal in den Niederlanden Fuß fassen und sich etablieren und dann expandieren.

    Nicht gerade schöne Aussichten.

    • kiff

      Fehlt nur noch das normale Coffeeshop kunden mit gewalt von den Dealern
      abgehalten werden in die Shops zu kommen.

  • Gerd50

    http://m.welt.de/article.do?id=newsticker/dpa_nt/infoline_nt/schlaglichter_nt/article116075428/Deutschland-will-Bolivien-bei-Drogenbekaempfung-unterstuetzen&emvcc=0&nbcol=0|unknown

    Dyckmans auf Kriegspfad in Bolivien. Es wird viel Geld am Krieg verdient,
    Ivo, Onno und Co verdienen mit, anders kann ich mir deren Tatsachenverdrehungen
    und Halsstarrigkeit nicht mehr erklären. Sagte auch schon Hillary Clinton,
    „There is too much money in it“ um an der Prohibition etwas grundsätzlich zu
    ändern.

  • Hash Hans

    Bald dürfen wir wieder Wilders’ PVV in den Niederlanden begrüßen.
    Das wird ein Spass. :<