Lage in Maastricht verschärft sich

Kurzentschlossen bin ich gestern Abend noch nach Maastricht gefahren. Nach dem euphorischen und zugleich harmonischen Sonntag der Wiedereröffnung der Coffeeshops für Touristen, waren zehn Tage vergangen. Die paradiesischen Zustände haben leider nicht angehalten. Sie wurden überschattet von den Razzien im Mississippi, Smokey und Kosbor und der Bedrohung von Coffeeshopbesitzer Marc Josemans und dem Kamerateam von JDTV durch einen, mit einem Klappmesser bewaffneten, Straßendealer. Leider waren auch gestern wieder mehr Drugsrunner zu sehen als am Bevrijdingsdag. Dazu wurde die Polizeipräsenz immer massiver je später der Abend wurde. Auch in Bezug auf Angebot und Qualität musste ich gestern so einige Ernüchterungen erleben. Die soeben eingetroffene Meldung, dass Hoes nun endgültig die Schließung der Coffeeshops durchsetzen will, die sich nicht an die Coffeeshopverordung der Stadt halten, sondern trotzdem an Nicht-Einwohner der Niederlande verkaufen, setzt dem Bild von Maastricht, dass ich gestern sehen musste, die Krone auf.

Sie hat alles gesehen und schweigt - Easy, die Schildkröte aus dem Easy Going - Photo by Antonio Peri

Sie hat alles gesehen und schweigt – Easy, die Schildkröte aus dem Easy Going – Photo by Antonio Peri

Gegen 18 Uhr erreichte ich Maastricht. Erst Abends hatte sich die Sonne sehen lassen und versprach noch einige schöne Stunden. Am Bevridingsdag habe ich noch das Missouri (das ehemalige Smurf) auf der anderen Maasseite kennengelernt. Von außen ein sehr kleiner, unauffälliger Laden. Durch seine Schlauchform aber gar nicht so klein, wie man von außen meinen würde. Dieser Shop war der einzige, den ich nie besucht habe. Warum weiß ich auch nicht, aber als ich dann an besagtem Sonntag das Menü dort sah, bin ich neugierig geworden. Der erste Shop in Maastricht, in dem ich eine Kush-Sorte auf dem Menü gesehen habe. Am Sonntag war es O.G.-Kush für 12,50 €. Gekauft habe ich es damals nicht und ich kann auch nichts über die Qualität am 5. Mai sagen. Gestern dann gab es Kandy Kush für den gleichen Preis. Was ich dann jedoch erleben musste, war eine negative Premiere sowohl für mich als auch für eine liebe Freundin und kein Wietpas!-Leserin, die mich begleitete und Maastricht auch seit langen Jahren und sogar noch etwas besser kennt als ich.

Das Kandy Kush probierten wir gleich im Laden. Ein durchschnittliches Gras – mostly Indica, das war auch das einzige, was es mit dem mir bekannten Kandy-Kush gemeinsam hatte – die Wirkung war klar Indica. Der Geschmack jedoch hatte nichts mit dem typischen Haschisch-Geschmack (Du denkst Du rauchst Hasch aber es ist Gras) von richtigem Kandy-Kush zu tun. Zusätzlich gab es noch White Rhino für 8 € – dazu später mehr, Silver Haze für 11€, Amnesia für 10€ und eine oder zwei Sorten die mir entfallen sind. Am Befreiungstag gab es mindestens 12 verschiedene Sorten im Missouri. Der GAU war jedoch das White Rhino. Leider haben wir das nicht im Shop probiert. Ich nahm direkt einen Plastikgeruch wahr, nachdem ich den Joint angezündet hatte. Der Geschmack war entsprechend. Daraufhin zündete ich einen kleinen Bud pur an und untersuchte das Aschebild – es war nicht eindeutig schwarz oder ölig auf einem weißen Papier, allerdings zwischen den Fingern zerriebene Asche hinterließ schon einen schwarzen und auch etwas öligen Film. Die Anzeichen auf Brix sind nicht zu ignorieren – also wird das Missouri wohl kein Stammshop von mir werden und ich hoffe, dass dieses schlechte Beispiel in Maastricht keine Schule macht. Jedenfalls kannte meine Begleiterin das Missouri besser als ich und sie hatte bislang (das heißt bis vor dem Wietpas) noch nie schlechtes Material erhalten. Wie wir beide übrigens zuvor noch nirgendwo in Maastricht und das in so vielen (ca. 17 oder 18) Jahren.

In der Nähe des Parkautomaten nahe der Rechtsstraat lungerten bei unserer Ankunft zwei Straßendealer, die sich jedoch aufs Anpfeifen beschränkten und verschwunden waren, als wir das Missouri wieder verließen. Mit einem Luxus-Eis (das seit letztem Jahr jedoch auch 10 Cent günstiger geworden ist und nun pro Kugel nur noch 1,60 anstatt 1,70 kostet) machten wir einen Spaziergang durch das, in abendliche Sonne getauchte, Maastricht über die Sint Servaas-Brücke auf die andere Seite der Stadt zum Easy Going. An den üblichen Ecken in der Nähe der Honderstraat waren mehr Straßendealer zu sehen als am Sonntag. Im Easy Going war wenig Betrieb und auch hier hatte sich das Menü merklich verkleinert. Es waren nur noch zwei Sorten auf der Karte: White Widdow für 9,50 € und Jack Herer für 12 € – was doch recht stattliche Preise sind. Marc Josemans war persönlich anwesend und erkannte meine Begleiterin und mich direkt wieder als wir in den Laden kamen. Er nahm sich Zeit für ein kleines Gespräch mit uns. Ich sagte ihm, dass wir froh seien, ihn ohne Stichverletzungen wiederzusehen, und er entgegnete, dass der Straßendealer, der ihn bedroht hat nun auf die Argumentation setzt, es sei alles inszeniert gewesen. Unwahrscheinlich dass er damit bei der vorliegenden Beweislage durchkommt. Marc Josemans bestätigte, dass Bürgermeister Hoes aktuell gegen die Straßendealer vorgehe, meinte aber gleich dass diese Strategie wohl nur zwei Tage anhalten, und dann wieder gegen die Coffeeshops vorgegangen wird. Er war ein bisschen überrascht, als ich ihm sagte wo und wieviele Drugsrunner ich gerade auf dem Weg gesehen hatte. Zwischenzeitig waren sie wohl gestern einmal abgetaucht und auch als wir das Easy Going verließen, sahen wir keine Dealer mehr. Dafür aber umso mehr Polizei.

Coffeeshop Kosbor - ein Opfer von Hoes Starrsinn - Photo by Antonio Peri

Coffeeshop Kosbor – ein Opfer von Hoes Starrsinn – Photo by Antonio Peri

Leider hatten wir nur noch wenig Zeit. Mittlerweile war es Viertel nach Acht und die meisten Geschäfte längst geschlossen. Auf die Boote warfen wir nur einen kurzen Blick im Vorübergehen und konnten erkennen, dass zu

mindest das Mississippi geöffnet war. Das Smokey wirkte geschlossen, aber ich wollte unbedingt noch sehen, ob das Kosbor geöffnet hatte. Diese Hoffnung wurde nicht bestätigt. Am Kosbor war alles dicht und es hing auch keine Erklärung oder ähnliches an den Fenstern. Rund um die drei Shops, die bereits Opfer der Razzien wurden, wimmelte es plötzlich nur so von Polizei, die auch langsamer wurden, als sie uns am Kosbor stehen sahen. Ich erklärte noch kurz einer Gruppe französischsprachiger Belgierinnen den Weg zum Heaven 69 als ein Polizeiwagen nach dem anderen vorbeifuhr. Sie sammelten sich kurz an der Brücke nahe der Hondertstraat und es wirkte beinahe, als rückten sie (es war kurz vor 21 Uhr) zur nächsten Razzia aus.

Vielleicht war das der Auftakt zu weiteren Aktionen. Soeben meldet Maastricht dichtbij, dass Onno Hoes nun mit den Schließungen von Coffeeshops fortfahren will.“Ich habe nun drei Shops geschlossen. Wie weit soll ich damit noch gehen? Die Coffeeshopbesitzer haben unserem Rechtssystem den Krieg erklärt,“ sagte Hoes heute morgen gegenüber Radio 1. Hoes spricht von einer exorbitanten Zunahme der Overlast seit dem 5. Mai, dem Tag seitdem die Coffeeshops wieder Touristen bedienen.

Der Bürgermeister erkennt, dass die Situation in einigen Vierteln unbeherrschbar geworden ist. „Seit dem 5. Mai erleben wir einen Zustrom von Menschen aus der Wallonie und Nordfrankreich. Diese Menschen haben nicht nach Maastricht zu kommen. Sie haben nicht das Recht, in den Coffeeshops Cannabis zu kaufen. Diese Menschen haben hier nichts zu suchen.“

Dem Radio sagte Hoes, dass die Coffeeshopbetreiber das Rechtssystem nicht ernst nehmen. „Es gibt ein richterliches Urteil, und sie interpretieren dieses Urteil anders als die Gemeinde. Sie haben beschlossen, dass an Ausländer verkauft werden darf, aber in einem Rechtssystem wartet man die Berufung ab,“ so der Bürgermeister.

Damit bestätigt sich die Befürchtung, die Marc Josemans mir gegenüber gestern noch geäußert hat nun sogar einen Tag früher. Die stark geschrumpften Menus (und im Easy Going sogar noch die Mengenbeschränkung auf 3 Gramm) könnten ebenfalls darauf hindeuten, dass die Coffeeshops keine größeren Lagermengen mehr haben, da sie sich alle auf die baldige Schließung vorbereiten. Was folgt könnte ein weiter Rechtsstreit sein, der wieder monatelang anhält.

Antonio Peri

Als Grenzbewohner des Dreiländerecks Deutschland/Niederlande/Belgien und damit natürlicher Europäer, betrachte ich die gesamte Region als meine Heimat. Die Fortschritte im Zusammenleben habe ich immer als angenehm und befreiend erlebt. Als drogenerfahrener Mensch, habe ich jedoch schon seit vielen Jahren gesehen, wie sich die Niederlande, die einst ja so berühmt für ihre pragmatische Drogenpolitik waren, schleichend verändern. Die schleichende Entwicklung war vorbei, als der Wietpas in den drei südlichen Provinzen eingeführt wurde – nun endlich war eine größere Öffentlichkeit für das Thema empfänglich – daher freue ich mich, Autor auf Kein Wietpas! zu sein. Sämtliche anderen Themen zur Drogenpolitik und Legalisierung behandele ich in meinem eigenen Blog: http://antonioperi.wordpress.com
  • Purgop

    Die Frage die man sich stellen muss ist: Wer hat einen Vorteil von dieser Politik? Nicht die Niederländern, soviel ist klar..aber irgendwer profitiert davon, soviel ist auch klar!!! WER?

  • matze

    Bald ist maastricht ohne shops…

    • 420 venloco

      und dann geht da auf den straßen die post ab!

      • Revil O

        Ist ja jetzt schon so stellenweise^^

  • Anonymous

    nur mal so für alle Franzosen ihr dürft nicht nach Maastricht wist ihr auch warum na weil der onno es sagt . dürfen wir ihn adolf nennen?

    • Ich finde auch, dass sein Radiointerview wieder genau in die gleiche Richtung geht, wie das Abschaum-Zitat. Er hat sein Denken seitdem kein Stück weit verändert. Das zeigt wirklich Grundzüge des Charakters von Hoes. Er meint sich alles erlauben zu können – warum? Weil er Angehöriger zweier unangreifbarer Minderheiten ist?

      Ganz abgesehen von der Cannabispolitik finde ich das Verhalten von Bürgermeister Hoes wiederholt abstoßend. Warum lassen sich die Nachbarn Belgien, Frankreich und Deutschland die Beleidigung ihrer Bürger durch einen Provinzbürgermeister gefallen? Die Antwort ist klar – weil es in ihrem eigenen Interesse ist und sog. Drogentouristen wohl nicht die selben Privilegien genießen, wie andere Bürger. Das dabei schon die Statistik das Klischee vom Abschaum, der nur Geld in den Coffeeshops lässt und ansonsten nur Overlast verursacht, widerlegt, wird dabei völlig ausgeblendet.

      Auch Hoes Rhethorik vom Krieg, den die Coffeeshopbetreiber angeblich dem Rechtssystem erklärt hätten, halte ich für sehr bedenkliches Säbelrasseln. Es ist die Art von Rhethorik, die ein Agressor benutzt, um seinen nachfolgenden Krieg zu rechtfertigen. „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen…“

      • anonym

        So isses. Diese Kriegs-Rethorik dient Hoes dazu von der Tatsache abzulenken, das er selbst diesen Krieg angezettelt und begonnen hat. So wars damals beim Adolf und nach demselben Muster handeln die heutigen Aggressoren auch. Es ist immer wieder dasselbe „Rezept“ Ursache und Wirkung werden einfach vertauscht.

      • Anonymous

        genau so war mein gedanke gemeint ich verstehe nich warum der nicht wirklich rechtliche Konsequenzen zu spüren bekommt das is in meinen augen rasismus zu sagen es gehören keine franzosen nach Maastricht .desweiteren unterstellt er ja auch somit jedem franzosen der sich in Maastricht aufhält nur wegen den coffeshops da zu sein . für mich is das der selbe nationalistische parolen scheis wie es ihn in d schonmal gab .unabhangig in welchem Kontext oder zusammenhang die dinge passieren wenn jemand solch retorik von sich giebt muss gehandelt werden.

  • Ich versteh einfach nicht wie ein Mann, der selbst 2 minderheiten dazu gehört die Menschen so diskriminieren kann ? Wird/Wurde er vielleicht von seinen „Kollegen“ gemobbt ??

    • Revil O

      Weil dieser Mensch krank ist!!
      Ganz einfach ausgedrückt: Hoes hat mächtigst einen an der Klatsche und das ist nicht mehr zu übersehen.
      Dieser Volksverdummer ignoriert die Mehrheit seines Stadtrates der „alle Besucher“ wieder in die Shops lassen möchte und das I-Kriterium nicht mehr handhaben möchte.
      Er ignoriert auch das seit dem 1.5. 2012 die Ökonomie in der Stadt unter so einer schwachsinnigen Politik leidet.
      Er ignoriert auch das viele Menschen in Maastricht immer mehr in Angst und Schrecken leben müssen und nur weil dieser Volksverdummer mit seiner Macke am Kopf ein System kaputt macht welches seit zig Jahren für geordnete Verhältnisse in Maastricht gesorgt hat.
      Tja und wie du selbst schon sagst @joexog und vorher auch @ Antonio Peri schon, dieser Freier gehört selber 2 Minderheiten an und meint trotzdem andere Menschen wie „Dreck“ behandeln zu können obwohl ein Gericht ihn schon längst öffentlich in die Schranken gewiesen hat.
      Aber da Onno “ Macke“ schwer begriffsstutzig ist ignoriert er alles und jeden und spielt in seiner Stadt den grossen Warlord.

  • Josh

    Fällt niemandem auf, dass solche Zustände nur dort herrschen, wo das I-Kriterium gilt. Dort wo nach wie vor Jeder bedient wird, gibt es diese Probleme gar nicht!

    • kiff

      Vielen Dank für deinen super Bericht , Antonio. Da weiß man doch was sache ist.
      Wer noch was kaufen will in Maastricht am besten gleich , morgen könnte es zu späht
      sein. Wußte doch gleich das der König von Maastricht stur bleibt.

      Am 5.Mai war ich auch im Missouri abens um 21 uhr. war auch schon alles
      ausverkauft bis auf White Rhino. Hast recht besonders ist das nicht aber besser als nix. Das Missouri war auch mein stammshop über 25 Jahre war immer zufrieden.
      Möglicherweise nur ein ausreißer in dieser Ausnahmesituation.
      was aber auch nicht sein darf.

    • Revil O

      Ja sicher Josh!!!
      Jedem Menschen mit 2 Augen im Kopf und ner gehörigen Portion Wahrnehmung im Kopf fällt das doch sofort auf.
      Dem einzigen dem das beim besten Willen nicht auffallen will ist Onno „Macke“ Hoes in seiner eigenen verschrobenen Welt.

    • Anonymous

      Stimmt! Seit dem Nijmegen z.B. wieder offen ist, hört man so gut wie nichts über irgendwelche Overlast…und das obwohl Nijmegen Anlaufstelle Nummer 1 für viele ehemalige Venlo Touristen geworden ist und somit großer Andrang herrscht. Wann hat der ganze Mist hier denn endlich ein Ende? :( Wahrscheinlich müssen wirklich erst Schüsse fallen…

  • Pancake

    Vielleicht interessant:
    http://www.dichtbij.nl/maastricht/112/artikel/2805955/maastrichtse-coffeeshophouders-juichen-zij-mogen-eindelijk-voor-de-rechter-komen.aspx
    So wie ich dass verstehe braucht man gar nicht mehr lange auf einen neuen Prozess zu warten, es sind bereits Inhaber und Mitarbeiter aus den drei geschlossenen Shops angeklagt wegen der Nichteinhaltung des I-Kriteriums und es kommt am 12. Juni zum Prozess!?

  • Elli

    Hoes ist nicht krank, sondern er macht halt konservative Politik. Immerhin haben die Konservativen die Mehrheit im nationalen Parlament und in auch in Limburg. Vorgesehen war eigentlich eine deutlich stärkere Verschärfung der Drogenpolitik in NL, von daher kann man aus konservativer Sicht schon verstehen, dass sie jetzt in Limburg nicht klein bei geben. Die gesetzwidrige Öffnung der Shops am 5. Mai spielt Hoes natürlich in die Karten. Allerdings sollte er seine Worte wirklich besser wählen – so etwas finde ich nicht zeitgemäß – gerade in NL mit ihrer langen Toleranz gegenüber CS und Cannabis.

    • Donkey

      ich verstehe nicht, warum die Läden „gesetzeswidrig“ wieder geöffnet haben sollen. Schließlich wurde das Easy Going doch „zu unrecht geschlossen“, wenn man dann nicht mehr sofort aufmachen darf?

      • Elli

        so weit ich weiß bedeutet das Urteil, dass der Gesetzgeber ein neues Gesetz schaffen muss. Bis dahin gilt aber das alte. Allerdings wurde am 5. Mai doch überhaupt keine Gesetzesübertretung festegestellt, sondern erst die Tage danach. Die CS hätten es womöglich bei dem einen Tag belassen sollen, anstatt weiterhin die Tür für Ausländer zu öffnen. Auf der anderen Seite hat Marc Josemanns ja einen Anwalt an seiner Seite, der sollte die Situation dohc eigentlich überschauen können…

        • Das alles ist tatsächlich eine juristische Interpretationsfrage. Man kann der Ansicht sein, dass der Richterspruch nur für die Situation im Mai 2012 gilt. Damals galt noch der Wietpas in Reinform – also mit b-Kriterium (geschlossene Mitgliederclubs). Dieses Gesetz ist ja im Januar mit der Regierungserkläung der neuen Koalition abgeschafft, und dafür das I-Kriterium (Einwohnerkriterium) eingeführt worden. Man kann nun der Auffassung sein (wie die Gemeinde Maastricht), dass das Urteil damit nicht auf die heutige rechtliche Situation anwendbar ist.

          Allerdings spricht die Urteilsbegründung eine andere Sprache, so dass auch ich denke, dass der Richterspruch genauso auf die heutige Situation mit I-Kriterium anwendbar ist. Das Gericht verlangte vor der Schließung eines Coffeeshops nur weil er an Ausländer verkauft, dass die Gemeinde weniger einschneidende Alternativen prüft, um eine evtl. Overlast durch Coffeeshops und deren Kundschaft zu vermeiden. Erst wenn diese Alternativen ausgeschöpft sind und die Overlast anhält, kann ein so hartes Mittel wie eine Schließung wegen Mißachtung des I-Kriteriums rechtmäßig sein.

          Die Gemeinde Maastricht hat zudem Berufung eingelegt, so dass das Urteil noch gar nicht rechtskräftig ist. Daher ist Hoes der Ansicht, dass die Coffeeshops mit dem Verkauf an Ausländer provizieren. Das ist auch nicht von der Hand zu weisen. Die rechtliche Situation ist schwammig und die Coffeeshops bzw. der VOCM vertreten durch Rechtsanwalt Beckers wollen dringend ein weiteres Verfahren – was ja auch am 12. Juni stattfindet.

  • Leidensgenosse

    …welchen 2 Minderheiten gehört der denn noch an?
    Homosexuelle zählt man doch wohl 2013 nicht mehr zu Minderheiten?
    …und welche soll die 2. sein?

    • Donkey

      „Judäische Volksfront“ oder doch „die Volksfront von Judäa“ ?
      :)

      • Leidensgenosse

        ach so, dann könnte man ja evtl., theoretisch irgendwie verstehen, dass er was gegen Deutsche hat…ich kann aber nix dafür, dass mein Opa mit ´nem Panzer in Holland unterwegs war ;-)

        • Das erklärt aber noch immer nicht die Äußerungen über Franzosen und Belgier. Wohlmöglich war das der, nicht zeitgemäße Versuch, sich die alten Ressentiments der Maastrichter gegen alles frankophone (Maastricht war lange französich besetzt – der Musketier D’Artagnan wurde vor Maastrichts Mauern erschossen) zu Nutze zu machen. Wir Europäer sollten uns nicht von solch billigen Puppenspielertricks und Rhetorik für Anfänger auseinanderdividieren lassen. Im Gegenteil: Wir sollten zusammen mit unseren niederländischen, belgischen, französischen, luxemburger und allen anderen Freunden in Europa zusammen für ein weltoffenes Maastricht und gegen die Borniertheit eines Onno Hoes ankämpfen.

    • Ja genau, allerdings sind Homosexuelle noch längst nicht überall akzetiert…ich bin luxemburger lebe aber in Frankreich un schäme mich sehr für diesen artikel und das dies passiert ist ! http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-04/frankreich-homo-ehe-protest

      • Leidensgenosse

        …stimmt, echt unfassbar!

  • Leidensgenosse

    Vor 80 Jahren wurden Schwule und Juden (und schwule Juden) diskriminiert

    und das war FALSCH und schwachsinnig!!!

    Jetzt werden Kiffer diskriminiert, das ist genauso falsch und schwachsinnig

    …vielleicht muss man dem „Bürgermeister“ das mal so drastisch erklären!

    (natürlich ist mir klar, dass man das Leid der heutigen Opfer nicht mit dem der damaligen vergleichen kann)

  • xy

    “Seit dem 5. Mai erleben wir einen Zustrom von Menschen aus der Wallonie und Nordfrankreich. Diese Menschen haben nicht nach Maastricht zu kommen. Sie haben nicht das Recht, in den Coffeeshops Cannabis zu kaufen. Diese Menschen haben hier nichts zu suchen.”

    heftige statements. das sollte mal ein bürgermeister einer deutschen großstadt, z.b. münchen, sagen. der wäre so was von weg vom fenster. das klänge dann in etwa so:

    seit dem 5. mai erleben wir einen zustrom von menschen aus den usa und england. diese menschen haben nicht nach münchen zu kommen. sie haben nicht das recht, auf die wies’n zu gehen und dort bier zu kaufen. diese menschen haben hier nichts zu suchen.

    mich würde mal interessieren, wie die maastrichter bevölkerung im allgemeinen zu herrn hoes und seiner politik steht bzw. was er sonst noch so drauf hat. man wird ja normalerweise an seinen taten gemessen. oder macht der nichts anderes außer dem, was wir hier (leider fast täglich) präsentiert bekommen? sollte er doch tatsächlich in der lage sein, andere aufgaben als bürgermeister einer stadt zu meistern? nach all dem, was man hier so lesen kann, leider kaum vorstellbar.

  • Vic

    Warum nicht einfach mal ne Demo orgen? =) Es muss ne richtig dicke Demo sein!!! Wir müssen dem Onno mal dick unsern Penis in den Mund schieben ^^

    • Das war die letzte Demo gegen das I-Kriterium in Maastricht im April 2013: http://keinwietpas.de/2013/04/14/reportage-maastricht-von-einer-demonstration-die-keine-overlast-verursachte/

    • pups

      1. solltest du deine Wortwahl mal überdenken. Mit derartiger Gossen-/Fäkalsprache wirst du keinen Politiker, geschweige sich normal artikulierende Bevölkerung, mit deinem Ansinnen erreichen!

      2. solltest du vielleicht mal überdenken, welches Bild du mit derartiger Artikulierung bei der Bevölkerung der NL hinterlässt, die sowieso bereits denkt, dass Kiffer alles asoziale Störenfriede sind

      3. gab es in Maastricht bereits eine Demo, mit geradezu „überwältigender“ Beteiligung

    • Hash Hans

      @Vic

      Hoffentlich beist der dann nicht zu! :-)

      • Hash Hans

        (beisst)

  • Anonymous

    das gab es früher nicht ,seit die medien alles verbreiten z.b drogenfand ect. sind auch mehr leute nach holland gefahren,auch dieser blogs vebreitet overlast .

    z.b sag das venlo auf hat und roots u. oase wieder auf sind was meinst du was passiert…..

    • Kein Wietpas! hat einmal für Overlast gesorgt – mit den Meldungen zu Venray. Wir wissen also, dass wir eine gewisse Macht haben und es schaffen, ein paar Tausend Menschen in kurzer Zeit dazu zu bewegen in einen niederländischen Ort zu fahren, wenn wir vermelden, dass dort an Touristen verkauft wird.

      Allerdings sind wir uns dieser Verantwortung bewusst und sprechen uns natürlich hinter den Kulissen im Team ab, was wann veröffentlicht wird und wie. Im Gegensatz zu den oft ahnungslosen Mainstream-Medien, die mit Falschmeldungen „glänzen“, versuchen wir, möglichst in Absprache mit Coffeeshopbetreibern u.a. eine Verringerung der tatsächlichen oder vermeintlichen Overlast zu erreichen. Ich bestreite übrigens, das wegen unserem Blog mehr Leute in die Niederlande fahren würden um Cannabis zu kaufen. Die Leute, die das ohnehin machen, können es jedoch dank unserer Informationen für sich selbst und die niederländische Bevölkerung angenehmer und auch effektiver gestalten.

  • Anonymous

    hier seit ausländer versteht das doch was macht ihr mit ausländer in eurer heimat brd …..
    oder vor 60 jahren ,holland ist nicht ballermann . du verstehen….

    • Hash Hans

      Ja, was machen wir denn mit unseren Ausländern in der BRD?
      Was, willst Du uns mitteilen wir würden unsere Ausländer Diskriminieren?

      Oder vor 60 Jahren?
      Oh, ich Wette das Dein Volk in der Vergangenheit sich auch nicht dauernd im Ruhm gebadet hat.

      Holland ist nicht Ballermann.
      Tja, Spanien aber auch nicht.

      Du verstehen?
      Nur wenn ich lust drauf habe.

      • Anonymous

        Möchte nur kurz darauf hinweisen,dass der 2.Weltkrieg seit 68 Jahren vorbei ist und das Schwule noch vor 40 Jahren in der BRD im Knast landen konnten (§175 StGb)

  • Anonymous

    …aber in einem Rechtssystem wartet man die Berufung ab,” so der Bürgermeister.“
    (Das stimmt!)

    Die 3 geschlossenen Coffeeshops sind es selber Schuld. Keine Ahnung haben und einfach mal kurzerhand für alle öffnen. Eigene Auslegung des Rechtssystems nennt sich das.

    Es war schon immer teuer, Fehler zu machen…

    • Revil O

      Warum sollte das ein Fehler gewesen sein??
      Ich sehe das mal eher als eine politische Aktion an die schon jetzt ihre Früchte trägt.

  • Marok21

    @Antonio Peri super Bericht! Der Missouri Shop gehört übrigens auch dem Besitzer des Mississippi Shops… die hatten damals auch immer das selbe Weed Menü. Diese Shops habe ich aber eigentlich immer gemieden.

    Auf der Seite des VOCM http://www.vocm-online.nl/de steht das auch der Cool Runnings zur Zeit wegen des Verbots des Verkaufs an Ausländer geschlossen ist. Habe dazu überhaupt noch nichts gehört… weiß da jemand was drüber?

    • Das Mississippi war auch nie mein Shop. Ich habe immer von der Qualität im Kosbor viel gehalten, weshalb mich das Schicksal des Kosbor auch sehr betrifft. Schade dass es einer der Shops ist, die wohl auf der Umzugsliste stehen sollen – warum? Weil es erst kurz vor dem Wietpas am teuersten umgebaut hat, wie eine Freundin meinte? Ich habe übrigens im Bericht noch vergessen, dass nun alle Shops die Öffnungszeiten wieder geändert haben. Nun haben alle von 12 bis 23 Uhr geöffnet.

      P.S. Der Besitzer des Cool Running ist doch so ein fauler Jamaicaner ;-) der hat am Sonntag den 5. Mai den Flieger verpasst und dann wohl gedacht es lohnt sich nicht mehr. Ich glaub der hängt irgendwo in der Karibik ab…

      • Leidensgenosse

        „Ich glaub der hängt irgendwo in der Karibik ab…“

        …wenn er schlau ist =)

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