Reblogged: Antonio Peri persönlich

Momentan tut sich in den Niederlanden offiziell nicht viel, worüber wir berichten können. Dazu kommt, dass wir mit dem Umzug alle Hände voll zu tun haben, und mobo gerade zu einer Spontandemo – Jürgen Trittin kommt zur Landesdelegiertenkonferenz in die Alfred-Fischer-Halle in Hamm, aufgebrochen ist. Dort geht es um die, vom DHV initiierte, Aktion: „Auch Grüne jagen Hanffreunde“. Daher mache ich es mal wie fefe und verlinke einfach nur auf ein Interview, dass ich dem Blog Veganarchia gestern gegeben habe. Vielleicht interessiert sich ja der eine oder andere Stammleser für die persönlichen Ansichten und Hintergründe der Autoren hier.

 

Antonio Peri

Als Grenzbewohner des Dreiländerecks Deutschland/Niederlande/Belgien und damit natürlicher Europäer, betrachte ich die gesamte Region als meine Heimat. Die Fortschritte im Zusammenleben habe ich immer als angenehm und befreiend erlebt. Als drogenerfahrener Mensch, habe ich jedoch schon seit vielen Jahren gesehen, wie sich die Niederlande, die einst ja so berühmt für ihre pragmatische Drogenpolitik waren, schleichend verändern. Die schleichende Entwicklung war vorbei, als der Wietpas in den drei südlichen Provinzen eingeführt wurde – nun endlich war eine größere Öffentlichkeit für das Thema empfänglich – daher freue ich mich, Autor auf Kein Wietpas! zu sein. Sämtliche anderen Themen zur Drogenpolitik und Legalisierung behandele ich in meinem eigenen Blog: http://antonioperi.wordpress.com
  • eli

    Hey interessantes Interview. Du hast schon einiges durchgemacht inpunkto Drogen. Warum sind Psychodelika „heilig“ in deiner Meinung? Viele sagen das ja auch über Cannabis.

    Meine Mutter ist übrigens auch Schöffin, und gänzlich überzeugt habe ich sie bisher auch nicht, aber sie hat ihre Meinung schon sehr verändert zu früher. Die Männer stehen dem Ganzen übrigens weitaus offener gegenüber.

    Zum Thema Anarchie kann ich nur sagen, dass ich das Humbug finde. Auch eine solche Frage zeugt von Realitätsferne. Ziel muss es sein, sich für eine humanere und gerechtere Welt einzusetzen. Das ist tägliche Arbeit, denn das Ego im Menschen wird immer da sein…

    • eli

      Ich kann schon verstehen dass man sagt, das wäre heilig…im Sinne von was Besonderes…aber das hört sich für mich zu positiv an. Als wenn man z.B. Cannabis oder Psychodelika „vergöttern“ würde.

      • Man kann – wohlgemerkt kann, Einsichten in grundsätzliche Wahrheiten erspüren. Diese sind etwas ganz anderes als Ideenkonstrukte des Humanismus. Man erspürt sie zugleich mit der Erfassung durch den Verstand. So haben diese Wahrheiten, die unendlich liebevoll aber auch unumstößlich sind das Potential einen Menschen auch im Erwachsenenalter zu verändern und den Deformationen, die die Seele im Laufe des Lebens erlitten hat die Macht zu nehmen sich auf Charakter oder Handlungen und Denkweisen auszuwirken.

        Sie können im besten Fall und richtig angewandt das bewirken, was Psychotherapien viel zu oft nicht können. Allerdings darf man die Sache dann nicht allein konsumistisch sehen. Pilze oder Pappen futtern und alles wird von allein – so ist es nicht. Die Nachbearbeitung der Tripinhalte ist mindestens so wichtig wenn etwas Ernsthaftes und nicht nur eine interessante Erfahrung angestrebt wird. Die Naturvölker haben für die Aufarbeitung von Tripinhalten auch bestimmte Riten und Regeln – dort sind diese ursprünglichen Erfahrungen noch ins Leben eingebettet. Der Respekt für einander, die Tiere und die Natur, die diese Völker meist auszeichnet, wundert mich überhaupt nicht.

        Diese Stoffe haben also das Potential einer ganz tiefen Heilung und eröffnen noch dazu die Welt zu spirituellen Dimensionen sogar für Menschen, die bisher nie eine spirituelle Erfahrung gemacht haben und diese Dimension des Erlebens für Humbug hielten – deshalb sind sie für mich heilig.

        Das soll allerdings keine Verherrlichung sein. Falsch angewandt können diese gewaltigen Werkzeuge ebenso großen Schaden anrichten und bei Menschen die z.B. eine Prädisposition (z.B. Verwandte) zu Psychosen haben, sollten darauf auf jeden Fall verzichten.

        • eli

          Da ich so etwas noch nie genommen habe, kann ich nicht mitreden. Man sagt, dass Cannabis eine „leichte“ Droge sei, aber nach meiner Meinung bewirkt Cannabis in Ansätzen ja auch so etwas wie Du beschreibst. Von daher glaube ich Dir mal, obwohl sich manches schon abgehoben anhört.

          • Deine Einschätzung ist richtig. Ich habe in meiner Antwort noch vergessen zu erwähnen, dass Cannabis also eher nur Delta9-THC (die anderen Cannabinoide wirken eher entgegengesetzt, daher ist die Einodordnung auch schwierig und eigentlich verdient Cannabis eine Alleinstellung) auch zur Gruppe der Psychedelika (in vielen offiziellen Publikationen fälschlicherweise als Halluzinogene bezeichnet (die gibt es auch, z.B. Nachtschattengewächse).

  • donkey

    jo. man

    Toni, der Dalai Lama der dt. DZ :)….

    • Ist mal völlig off topic, aber wofür soll das DZ stehen?

      Mir ist nun noch in einem anderen Kontext diese Abkürzung untergekommen, und da weiß ich auch nicht, wofür das stehen soll:

      „Ich würde Ihnen sehr gerne zur Rezension den neuen Roman von Selim Özdogan zusenden. Falls Sie Interesse haben, so freue ich mich über Ihre Nachricht und über Ihre Anschrift!
      Herzlich Gerlinde Tamerl

      Das Buch erscheint am 9. August 2013

      Selim Özdogan: DZ. Roman“

      Hier weiß ich auch nicht wofür DZ. stehen soll.

      Google macht mich auch nicht schlauer: http://de.wikipedia.org/wiki/DZ ; http://abkuerzungen.woxikon.de/abkuerzung/dz..php

      Also Donkey – wenigstens bei Deinem DZ will ich wissen wofür das steht.

      • donkey

        Das war meine ultraschnell entwickelte persönliche Abkürzung von Drogenszene…
        Das Wort kommt aber so negativ rüber, weshalb ich die Ausschreibung vermeiden wollte. Und mein Gehirn lief zu dem Zeitpunkt auch eher auf Sparflamme.

        Sorry, war nicht meine Absicht dich in die Bücherei zu schicken :)

        • An Drogenszene habe ich auch u.a. ziemlich schnell gedacht. Danke für die Aufklärung. Bei dem Roman von Selim Özdogan (übrigens hat der coole Sachen geschrieben – googelt den mal, ich freu mich total ein Vorab-Exemplar zu bekommen ;-) ) ist es der Titel DZ (ein erfundenes Land): http://www.haymonverlag.at/page.cfm?vpath=buecher/buch&titnr=7084 – dann hat sich ja alles aufgeklärt.

  • Mir wäre das alles auch lange wie esoterisches Gelaber vorgekommen, wenn ich es nicht selbst kennengelernt hätte. Und ich weiß wie unglaublich abgehoben sich das abhört. Ich war halt lange Jahre in der Thematik unterwegs.

    Aktuell bemühe ich mich aber um einen sachlichen Stil, da es um Politik geht – nicht dass oben gesagtes nicht sachlich wäre, aber ich weiß dass dem kaum zu folgen ist, ohne diese Erfahrungen gemacht und sich damit lange beschäftigt zu haben.

    Das liegt u.a. daran, dass unsere Sprache einfach keine Worte für diese Erfahrungen hat, die man besser erfühlen als rational erfassen kann. Unsere Sprache ist besser zur Beschreibung der äußeren Welt oder der menschgemachten (Ideen)Konstrukte geeignet.

    Und vom Dalai Lama bin ich weit entfernt und strebe sowas auch gar nicht an… ;-) Hab im Interview doch gesagt, dass ich oft klein und egoistisch bin. Ich akzeptiere aber meine Grenzen der Weiterentwicklung – daher habe ich auch seit Jahren keinen solchen Trip mehr unternommen.

    Hier findet Kommunikation und Reflektion aber auf einer ganz anderen Ebene statt, eben weil einem ungefilterte und andere (z.B. Synästhesien) Sinneseindrücke zur Verfügung stehen – das Denken und das Erleben ist in der Zeit des Trips ein anderes.

    • eli

      Ich bin dafür, das Andersein zu fördern und andere Lebensweisen viel mehr zu akzeptieren und die aktuell völlig eindimensionale maschinenhafte Gesellschaft zu verändern.

      • Tja, die „Fleischerhaken-Realitäten“, wie es in Fear and Loathing in Las Vegas heißt, die all diejenigen einholen, die meinen sich für 5 Dollar Glück, Frieden und Verständnis kaufen zu können, sind natürlich wenig förderlich für solche Erfahrungen. Hier hast Du dann noch viel extremer als bei Cannabis, das ja einen eher milden Rauschzustand verursacht der alltagsfähig ist, das Problem von Akzeptanz und Verständnis der Mehrheitsgesellschaft. Allerdings unternehmen verantwortungsvolle Psychonauten (wie sich diese Leute selbst bezeichnen) nur höchstens alle paar Wochen einen Trip auf den klassischen Substanzen, die durch ihre schnelle Toleranzentwicklung übrigens selbst regulierend sind und daher nicht süchtig machen.

  • hans/snah

    ….mooin Antonio,

    Nicht alle, die uniform durch die Welt wandeln, sind zu Interpretationen unfähig und erfassen auf die eine oder andere Art den tieferen Sinn einer Sache. Der unten angefügte Sinntext, hängt gerahmt über meinem Schreibtisch….(deutlicher konnte er es nicht formulieren)

    „Je tiefer man in die lebendige Natur hineinsieht, desto wunderbarer erkennt man sie. Ich glaube, man fühlt sich dann auch geborgen. Man gehört ja zu ihr, man kann sie sehen, man kann sie erleben. Das Bewusstsein ist schon das größte Geschenk des Schöpfers an die Menschen; dass man ein Bewusstsein hat und wir uns unserer Schöpfung bewusst werden können – nicht nur einfach blind durch das Paradies gehen.“

    Albert Hofmann

    …..euch noch eine gute Zeit zu jeder Zeit…..

    • Tolles Zitat – Kenne ich, ist meines Wissens aus einer Dokumentation (für Arte oder 3Sat) zu seinem 100. Geburtstag. Könnte mich heute noch verfluchen, nicht 2007 nach Basel gefahren zu sein. Da war auf einem Psychedelik-Kongress die letzte Chance ihn zu erleben. Ist ja dann 2008 mit 102 Jahren gestorben.

      Mein Nickname ist übrigens eine Romanfigur, die der mit Hofmann befreundete Autor Ernst Jünger zu einem Protagonisten in seinem 1949 erschienen Roman „Heliopolis“ machte. Lies mal nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Heliopolis._R%C3%BCckblick_auf_eine_Stadt

      • hans/snah

        Das Buch kenne ich nicht und auch dessen Inhalt nicht. Was ich aber gerade kurz darüber gelesen habe: „….war das jetzt ein Wink mit dem Zaunspfahl….“

        (….gelegentlich fühlt man sich schon als nackt unter wölfen…..wobei, diese eigentlich noch ein sozialeres Wesen aufweisen als die, die ich sinnbildlich meinte….)

        (…..und mein Nickname, der gespiegelte Hans, ist eine Anlehnung an den zweigesichtigen (Gott) Janus….. :-)

        • Nein – das war absolut kein Wink mit dem Zaunpfahl. Nur assoziatives Denken gefördert durch ein Sonntagstütchen. Und mal eine Erklärung woher mein Nick kommt.

  • ecout.zeeland

    Manchma kommen hier ja ganz angeregende Themen!
    Man beobachtet öfter als man schriebt.

    Volles Liberalet Denken ist in konservativ geprägten Gesselschaften schwer machbar.

    Wer Geld hat kann sich Politik und Medien kaufen und kommt so anne Machtposition.

    Ich glaube nich das Europa den Hanf gegenüber noch viel tolleranter wird, zumindest offiziell.

    Eher ist ganz NL coffeeshopverboot.

    Wird auch nebenbei obwohl et verboten ist,viel kohle mit gemacht!!

    Man muss versuchn hinter die Kulissen zu kucken.
    Und sich vom ganzen Drumherum gerde nich ablenken zu lassen.

    Grade als Blower ist man da oft vielleich zu faul,zu verpeilt,zu Motivationslos,zu stoned,zu benebelt,(auch wenns angenhem sein kann),sind das fehler die Kiffer oft haben.

    Naja Venlo kann ruhig zu bleiben und Maastricht auch.

    Was ist eigentl. mit Venray,Geelen und Kerkrade????????????????

  • Speziell für Eli: Ich bin übrigens nicht der einzige mit solchen Erfahrungen:

    • Wäre schön, wenn sich Thomas D als Prominenter noch mehr für die Sache einsetzen würde und sein Gesicht und Stimme mal für Kampagnen für eine humane, sachgemäße und vernünftige Drogenpolitik nutzen würde. Wir haben doch immer nach Promis dafür gesucht, wenn Überlegungen zu professionellen Kampagnen aufkamen.

  • Anonymous

    hat hier wer ein ego-problem ?

  • ecout.zeeland

    Icgh glaube ganz viel haben eins.
    Jeder so in einen bestimmten Rahmen.

    DIe Kifferei kann auch noch was dazutun!

  • blacksand

    Der 2001 Laden in der Kölner Ehrenstrasse schließt Ende Juni..falls sich keine Kooperationspartner oder Franchisenehmer finden..dort gab´s tolle Bücher zu kaufen..und billige CD´s..nur mal so anmerk..

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