Ehemaliger Polizeikommissar sieht Drogenpolitik kritisch

Der ehemalige Velsener Polizeikommissar Kees Hinriks hat sich, in einem Interview mit dem Ijmuider Courant, für einen andere Politik gegenüber Cannabis ausgesprochen. Seiner Einschätzung nach, wird der illegale Handel mit Softdrugs in Velsen und anderen Plätzen in der Region IJmond zunehmen, wenn die Bestimmungen für die lokalen Coffeeshops verschärft werden. Er sieht in einer Verschärfung, die aus der nationalen Gesetzgebung resultiert, den Beginn einer ‚zero tolerance‘ Politik. Er sagte weiter:

„Auch in Velsen soll die Politik der offenen Tür zu einem Ende kommen, damit Kriminalität und Overlast bekämpft werden können. Coffeeshops müssen für Jugendliche weniger sichtbar sein, deswegen gibt es die neuen Regeln für den Mindestabstand zwischen diesen Shops und den Schulen. Dadurch soll unsere Jugend geschützt werden. Jugendliche müssen beschützt werden vor den Gefahren der Drogen. Dass Drogen schlecht sind, darüber sind wir uns alle einig, aber wenn der Schutz der Jugend das Ziel dieser Politik ist, dann sollten wir andere schädliche Mittel auch anders betrachten. Untersuchungen haben gezeigt, dass Alkohol und Tabak viel häufiger gebraucht werden als Softdrugs. Es wurde auch festgestellt, dass im Jahre 2009 in den Niederlanden 23656 Menschen durch legalen Alkohol und Tabak, und 346 durch harte Drogen getötet wurden. In der gleichen Zeit ist niemand durch den Gebrauch von Cannabis umgekommen.“

 

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead

Letzte Artikel von Steve Thunderhead (Alle anzeigen)

  • pirat

    Wie kann der Komissar dieses Cannabis so verharmlosen? Hier kann man sehen zu was es führen kann, wenn man da nicht hart durchgreift!
    http://www.der-postillon.com/2013/07/jugendlicher-18-nach-uberdosis-cannabis.html?m=1

    • Bingbong

      Unglaublich! Das könnte sich negativ auf den Verkauf von konventionellen Schlafmitteln auswirken! Die Leute sollen gefälligst die staatlich verordneten Drogen zu sich nehmen! Cannabis? Kaum Nebenwirkungen, Ärzte und Pharma Industrie würden Not leiden, Arbeitslosigkeit, Rezession, Krise!

      • JS

        Kapitalinteressen stehen in unserem System nun mal vor Menschlichkeit & Naturschutz. Und ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen wie sich Menschlichkeit & Naturschutz verbessern können, solange irgendjemand daran Geld verdient das es weiterhin so bleibt…
        „hauptsache arbeit…“ und was fürn Scheiß man mit seiner Arbeit unterstützt ist uns doch allen egal. Da „können wir ja nix für“ und solange am Monatsende die Kasse stimmt, passts dann auch..
        Burnout mitte 20 & Harz4 lässt grüßen

  • fkldjfkjdk

    hmmm ich sehe eher kritisch wie immer überall berichtet wird:der ehmalige polizeipräsident,der ehemalige präsident,ehemaliger drogenbeauftragter,der ehemalige weltherscher will die legalisierung,aber niemals der aktuelle,immer der ehemalige,was dann im endeffekt einen dann leider nichts bringt,ziemlich komisch das ganze.

    • skrotum

      Ich denke mal es liegt daran, dass Politiker wie Polizeibeamten um ihren Ruf sowie ihren beruflichen Werdegang fürchten.

      Wird auch nochmal sehr deutlich in der doku breaking the taboo.

      • JS

        Man darf doch in kaum einem Job sich kritisch zu seiner Arbeit oder seinem Arbeitgeber äußern, zum Teil sogar vertraglich & rechtlich abgesichert. Das ist doch normal in einem Rechtsstaat und da sind Polizisten auch nicht von ausgeschlossen. Bei Sachverhalten die den eigenen Arbeitsplatz betreffen hat man nie volle Meinungsfreiheit und kann sogar nach Ausscheiden für kritische Äußerungen gegenüber dem alten Arbeitgeber belangt werden. Kann man alles in Verträgen regeln..

  • high society

    Leider hat das Wort eines *ehemaligen* Komissars (mit anderen Worten irgendein beliebiger Dienstgruppenleiter oder so was?!) wohl so viel Gewicht wie das des berühmten Sacks Reis in China.

  • White Widows
    • Sebastian

      Ich muß jetzt schmunzeln, weil pirat den gleichen Text schon oben verlinkt hat. ;-)

      • White Widows

        ups, man sollte alle Kommentare lesen :-)

        • anononym

          Zum Schmunzeln sind auch die Kommentare von denen, die die Ironie nicht peilen. Ist doch ironisch, oder?

          • ferg

            wer sich darüber lustig macht und dann doch nochmal nachfragt, der…looooooooooooooooooool…natürlich ist das satire. :D

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