Marc Josemans unter Reklameverdacht

 Marc Josemans, der Vorsitzende der Vereniging van Officiële Coffeeshops Maastricht (VOCM), muss am 4. September erneut vor dem Strafrichter erscheinen. Diesmal geht es jedoch nicht um den Verkauf von Cannabis an Ausländer.

Schon wieder angeklagt: Marc Josemans

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in der Zeit vom 21. bis 23. Mai, Flyer verteilt zu haben, um über die damalige Situation zu informieren. Das war die Zeit, in der die Coffeeshops an Ausländer verkauft haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei dem Infoflyer um Werbung für den Gebrauch von Softdrugs, und damit um einen Verstoß gegen die AHOJG-Kriterien. Diese Regeln müssen Coffeeshops in den Niederlanden befolgen. Sie dürfen danach keine Werbung (A) machen, keine Harddrugs (H) verkaufen, keine Overlast (O) verursachen, kein Cannabis an Jugendliche (J) verkaufen und nur eine geringe (G) Menge verkaufen.

Die Staatsanwaltschaft sieht in dem Flyer einen Verstoß gegen das A-Kriterium. Sie wirft Josemans vor, dass die Flyer zur Förderung des Cannabishandels dienen sollten.

Marc sagte dazu: „ Das ist einfach lächerlich. Nun, wenn jetzt noch jemand wagt zu behaupten, dass es keine Schikane der Coffeeshops gibt, dann weiß ich es auch nicht.“

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead

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  • Lissbett

    Das wird ja immer lächerlicher, haben die keine anderen Sorgen!?
    Mir ist auch langsam, nach über 30 Jahren, die Lust vergangen mir den Mund fusselig zu reden…. Drücke Marc & all den anderen Mitstreitern weiterhin die Daumen. Solche Menschen machen Mut .

    • White Widows

      Das ist reine Schikane von Onno Hoes. Wir wissen ja nun zu Genüge wie der tickt …

  • Sebastian

    Kann vielleicht jemand so einen Flyer posten?
    Die Flyer dienten doch wohl ausschließlich zur Vermeidung von Overlast durch Information über die Handhabung der Einlasskriterien. Sicher ist dies keine beabsichtigte Werbung gewesen.

    • Sebastian

      Ähm, eine eventuell strafbare Werbung ist das posten des Flyers ja nur, wenn es der Inhaber, Angestellte oder Dritte in deren Auftrag posten.

    • Ich hab Marc bereits eine Mail geschrieben und gefragt, ob er ihn mir zuschickt.

  • high society

    Marcs Einsatz und Enthusiasmus ist weiterhin bewundernswert und ich schätze auch sehr was er tut. Er bekommt aber jetzt halt zu spüren, wie das ist, wenn man sich im Prinzip als Einzelperson mit der Obrigkeit anlegt. Letztenendes sitzt „der Staat“ immer am längeren Hebel. Positiv für beide Seiten ist wohl, dass das Ganze öffentlich und medienwirksam ausgetragen wird. Vielleicht wird ja im Justizministerium langsam mal jemand wach und erkennt die Sinnlosigkeit dieser ganzen Maßnahmen. Positiv für die Herren von der „Obrigkeit“ ist leider, dass das öffentlich so wahr genommen wird, dass gegen alle Aufständischen hart vorgegangen wird. Der Nächste in Venlo oder sonstwo wird sich jetzt wohl überlegen ob er Marcs Probleme bald seine eigenen nennen möchte.

  • high society

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/uruguay-parlament-stimmt-fuer-legalisierung-von-marihuana-a-914217.html

    OT aber muss irgendwo hin… In so manchem Dritte-Welt-Land werden einige Dinge fortschrittlicher angegangen als im vereinten, modernen Europa…

    • streuner
      • high society

        Häh? Das ist doch der gleiche Link, den ich oben gepostet habe?!

        • streuner

          Sorry, hatte den Link irgendwie noch im Speicher.

          Eigentlich wollte ich den hier posten :-)
          Stealthy surfen ist eben oft verwirrend. :-)

          streuner

    • Jenz
      • high society

        Na ja, ist jetzt nicht so ganz dritte Welt und die haben da noch ganz andere Probleme, aber trotzdem ganz weit vorne was Legalisierung bzw. gar-nicht-erst-verbieten betrifft.

        • Bzgl. Nord-Korea hat das natürlich auch damit zu tun, dass das Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel in der absoluten Hochphase des kalten Krieges beschlossen wurde und es bekanntlich vom Westen und vor allem von den USA betrieben wurde. Hinter dem eisernen Vorhang sah man eigentlich kein „Drogenproblem“ – daher war die Drogenprohibition immer eher eine westliche Angelegenheit – was in Punkto Drogen (Stichwort Krokodil) heute in Russland passiert (wo es auch letztlich keine Drogenpolitik außerhalb härtester Repression gibt) dürfte weltweit wohl mit am schlimmsten sein – die können ja nichtmal mit ihrem Wodka umgehen was die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Mannes auf 57 senkt. Aber um mal näher bei Korea zu bleiben – in China steht auch vieles auf dem Papier aber gerade die Research Chemicals für den weltweiten Verkauf werden heute per Custom-Synthesis in China in Auftrag gegeben. Positive Beispiele des ehemaligen Ostens sind z.B. Tschechien oder die baltischen Staaten – dort wird eine moderne und verantwortungsvolle Drogenpolitik versucht. Generell ist der ehemalige Ostblock frei von den, zum Einheitsabkommen „mitgelieferten“ Denkschablonen und jahrzehntelanger Propaganda der Boulevard-Presse. Das hilft beim freieren Denken dort. Neutral waren in den 60ern dabei wenige – halt die typische Blockbildung. Einzig der Vatikan fiele mir als neutral ein – dort dürfte es auch kein BtMG geben – wie in Nordkorea – aber das habe ich nicht ausreichend recherchiert.

          • Steve Thunderhead

            Ein direktes BtmG gibt es im Vatikan wohl nicht. Viele Fälle scheint es da auch nicht zu geben. Der einzige Prozess, den ich finden konnte ist aus dem Jahr 2007. Der Mann wurde aber auch ohne spezielles Gesetz verurteilt.

            http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/kriminalitaet-drogen-prozess-im-vatikan/844064.html

          • „Spezifische Regeln zu Drogenbesitz oder -handel seien dort nicht vorgesehen, hieß es.“

            Wie ich vermutet habe. Ist ja eher dürftig der Artikel und als ehemaliger Mitarbeiter einer Rechtsanwaltskanzlei sträuben sich da bei mir die Nackenhaare. Wenn es doch keine Regeln (sprich Gesetze) zu Drogenbesitz gibt, sollte der Besitz von 87 Gramm Kokain oder wieviel auch immer – doch auch nicht bestraft werden können. Aber für einen Richter muss es eine Basis für sein Handeln geben – alles andere wäre nicht nur Willkür sondern verstieße neben dem Bestimmtheitsgrundsatz gegen zig andere juristische Grundsätze. Ich vermute der Artikel ist eben einfach dürftig bzw. der Journalist dachte, den normalen Leser interessiert nicht, auf welcher Grundlage der Mann letztlich verurteilt wurde. Immerhin muss ein Gericht im Vatikan darüber stundenlang diskutieren – woanders ist das ein Alltagsfall der schnell verhandelt und abgeurteilt ist.

            Ich muss gestehen, dass mir Rom noch bzgl. Städtereisen fehlt, aber wenn mitten in der Stadt ein Staat ohne BtMG existiert – warum stehen dann keine Dealer auf dem Petersplatz – z.B. in den netten Kollonaden da – okay, nicht ganz ernstgemeint und die Idee kann einem wohl nur kommen, wenn man noch nie dort war. Rom und Vatikan-Touristen – klärt mich auf.

            Aber vermutlich regelt das da ohnehin alles die Mafia – und die ist ja kirchenfreundlich.

          • Steve Thunderhead

            ‚Wird ein Tatbestand nicht im vatikanischen Recht und nicht im
            italienischen Recht von 1924 mit den vatikanischen Anpassungen
            besprochen und verletzt die Tat die allgemeinen Grundsätze der Religion,
            Moral, öffentlichen Ordnung oder Sicherheit von Personen und
            Gegenständen, kann der Richter trotzdem eine Geld-, Freiheits- oder
            alternative Strafe verhängen (Art. 9; 1929–2008: Art. 23). Dies kam
            beispielsweise bei einem Prozess wegen Drogenbesitz zur Anwendung,[11]
            eine Tat die in der vatikanischen Strafrechtsordnung nicht einmal
            annähernd vorkommt, da es in den 1920er Jahren kein strafrechtliches
            Thema war. Im Zuge dieses Falles wurde 2007 auch geklärt,[12] dass der damalige Art. 23 trotz allgemeiner Regelungen über das Strafrecht nicht der Legalität widerspricht.‘

            Das ist ein Auszug aus dem Wikipedia Artikel hier:

            http://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanstadt#Verfassungsrecht

  • Revil O

    Das ist ja diesmal schon penetrant dähmlich!!!
    Wie @sebastian hier schon schrieb denke iich auch das die Flyer lediglich zur Vermeidung von Overlast dienten und ne reine Information für die Leute waren damit alles in geordnete Bahnen laufen konnte was es auch tat.
    Nicht nur das Opstelten und „Macke“ sich bis dato völligst lächerlich gemacht haben bei dem Thema!!
    Nein… auch die niederländische Justiz scheint sich im niederländischen Bayern ( Süd-Limburg) für keine Dähmlichkeit mehr mittlerweile zu schade sein.
    Anscheinend will man von den politisch, verantwortlichen und auch von der Justizseite mehrheitlich weg vom Modell Coffeeshop und tauscht stattdessen lieber Strassen voller Dealer und unkontrollierten Handel ein.
    Nur noch gehirnverbrannte Perverse an der Macht!!
    Ich hoffe und drücke Marc Josemanns die Daumen das alles letzendlich für ihn gut geht und das er weiterhin stand hält gegen billigste Polemik und Dummheit!!

  • In Maastricht lässt sich mit gesundem Menschenverstand nichts mehr erklären. Letztlich geht es Onno Hoes darum die Coffeeshops zu vernichten – und da werden alle Register gezogen. Eine Einigung sehe ich nicht mehr – nur noch Krieg.

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