Wer hätte das gedacht…

Jan Hamming

Jan Hamming

Der Bürgermeister von Heusden, Jan Hamming (PvdA) und der Bürgermeister von Gilze und Rijen, Jan Boelhouwer (PvdA) haben einen offenen Brief an die Medien geschrieben, in dem die beiden Politiker aus Nord-Brabant ihren Unmut über die derzeitige Polizeipolitik der Niederlande bekunden.

In vielen kleineren Gemeinden wie ihren (Heusden: 43.000 Einwohner, Gilze und Rijen: 26.000 Einwohner) wurden im Zuge der Reformen viele Polizeiwachen geschlossen oder verkleinert und das Personal in größeren Städten unter anderem zur Drogenkriminalitätsbekämpfung eingesetzt. Gerade in den Wietpas/I-Kriterium-Gemeinden wurde das Aufgebot an Polizisten teils drastisch erhöht. Wir alle wissen, dass das zum Einem nicht die erwünschte Wirkung gebracht hat, wie wir an der Polizeistadt Maastricht sehr gut sehen können, zum anderen fehlen die Polizisten und deren Kenntnis über die lokale Situation natürlich in den kleinen Gemeinden.

Jan Boelhouwer

Jan Boelhouwer

Dies führt dazu, dass die verliebenden Kräfte zwei neue Probleme haben: Zum einem müssen sie alle bisherigen Aufgaben mit weniger Personal bewältigen, zum anderen wandert immer mehr Kriminalität in diese kleinen Gemeinden ab, weil sie dort auf weniger Gegenwehr stoßen – der bekannte Wasserbett-Effekt.

Verantwortlich für die Umstrukturierungen ist natürlich das Justizministerium mit unserem Liebling Ivo Opstelten (VVD) an der Spitze. Neben dem Wietpas war die Umstrukturierung der Polizei stets seine Prestigeprojekte. Und beide haben sich gnadenlos als Flops herausgestellt.

Die jetzige Regierung scheint immer mehr die Gründe des Coffeeshopmodells zu vergessen: Trennung der Märkte, Entlastung von Polizei und Justiz. Beides funktioniert einfach nicht mehr. Strassendealer haben keine Trennung zwischen weichen und harten Drogen und sie sind weitaus flexibler als die Polizei.

Die Politik muss dringend die Notbremse ziehen und die Ausrichtung in der Drogenpolitik neu überdenken.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de
  • Belphegor

    Es ist doch das altbekannte Problem,dort wo liberal kontrollierte Märkte verboten werden stürzt sich in diese Lücke die OK,Alkohol in den USA,Drogen in Mexico,jetzt den Niederlanden und in Frankreich haben die Sektkorken der OK auch schon geknallt,und nur weil Politiker sich als Weltverbesserer verstehen ohne den Verstand dazu zu haben.
    Allerdings bin ich immer noch der Meinung,dass in den Niederlanden,die Overlast provoziert wurde,in dem Bewusstsein,dass es zumeist Ausländer oder halt Niederländer mit Migrationshintergrund trifft um entsprechende Gesetze verschärfen zu können…

    • YesYo

      Ich bin optimistisch das in den nächsten 10-15 Jahren auch was in Deutschland geht. Sobald in den USA komplett legalisiert ist in allen Staaten wird man sicher auch in Europa nachziehen.

      Wir machen den Amis doch gerne Dinge nach ;)

      • Revil O

        Denke ich mir auch. Wir brauchen hier in Dummland halt noch reichlich Geduld. Heute aber wurde wieder drogenpolitisch Geschichte geschrieben denn heute hat mit politischer Mehrheit der Senat in Uruguay als erster Staat Cannabis weitestgehend legalisiert!!!!! Ein riesiges Zeichen und ein riesiger Schritt wurden hier gemacht. ROCK’N ROLL!!!!!

        • Jens Bast

          Uruguay legalisiert Verkauf und Produktion von Cannabis
          Staatschef Mujica will die Drogenkartelle im Land effizienter bekämpfen. Dazu hat Uruguay nun als erstes Land weltweit den Anbau und Verkauf von Marihuana legalisiert.

          • Inkl. Diskriminierung gegenüber Ausländern.

          • Revil O

            Stimmt und für mich auch die einzige Finte an diesen Legalisierungsmodell!! Denn somit treibt man auch weiterhin Touristen und Registrierungsunwillige in die Fänge des Schwarzmarktes . Ich hoffe Uruguay erkennt schnell wie unnötig und Contraproduktiv solch eine Regelung ist und man nimmt sich in dieser Frage dem Modellen von Washinghton und Colorado an.

          • Laut Nol auch nur Cannabis mit max. 5% THC. Der Schwarzmarkt wird also weiter bestehen bleiben.

          • Revil O

            WAS!!?? WIE BITTE??!! Das höre ich jetzt zum ersten mal!!! Sollte dies tatsächlich stimmen ist der Gesetzentwurf aus Uruguay ne absolute Lachnummer!! Das kann und will ich jetzt wirklich nicht glauben. Das die Info von Nol ist stimmt mich jetzt echt zu traurig. Denn wenn jemand mit den Ohren am Geschehen ist , ist Nol einer davon. Ich hoffe das Nol jetzt ausnahmsweise mal daneben liegt mit seiner Info. :-(

          • Naja, ein wenig mehr, aber trotzdem ein Limit: „The National Drugs Board is setting the THC content at between 5% and 12%“ http://www.theguardian.com/world/2013/oct/22/uruguay-legal-cannabis-1-dollar-gram

          • Revil O

            Danke für die Info mobo. Sehe ich aber als einen Schlag ins Gesicht für diese Reform selber!! Somit ist jetzt schon klar das dieses Gesetz seinen Zweck , den Schwarzmarkt und die Drogenkartelle trocken zu legen nicht erfüllen kann und wird. Noch schlimmer , international wird das Prohibitionisten Futter geben zu behaupten das durch eine Legalisierung der Schwarzmarkt nicht beseitigt werden kann. Somit ist die Legalisierung in Uruguay ab jetzt für mich ein lächerliches Reförmchen.:-(

          • Sebastian

            Und noch ein Limit von (ca.) 40g pro Monat (je nach THC-Gehalt). Warum?, damit niemand größere Mengen weiterhin illlegaler Cannabiskonzentrate wie Haschisch legal herstellen kann?
            Man will also weiterhin von staatlicher Seite den THC Spiegel des einzelnen Menschen kontrollieren.

          • Revil O

            Klar hat sich mir auch die Frage gestellt warum ein Limit pro Monat?? Hier könnte man evtl. argumentieren das man die illegale Weitergabe an dritte mit so einer Regelung unterbinden möchte. Auch eröffnet sich hier die Argumentation das man problematischen Konsummustern zuvorkommen möchte, was aber für mich eine Form der Bevormundung wäre. Jeder Erwachsene der Probleme mit seinen Konsum hat sollte in der Lage sein diesen selber zu erkennen und in einen legalen Raum auch Hilfe in Anspruch nehmen zu können ohne Repressalien befürchten zu müssen. Genauso stellt sich mir auch die Frage warum Registrierung und wie sieht diese denn aus?? (Datenschutz) Ist es eine eher anonyme Registrierung über eine Nummer wie in Spanien z.B oder wäre es ein Registrierungsmodell wie von unseren tollen Ivo ( Wietpass) was hieße das man für die Behörden mit seiner Registrierung auf einen Präsentierteller sitzt und für jeden Hanffreund ein No-Go sein sollte. Klar ist für mich seit heute , trotz wochenlanger Vorfreude über der Initiative aus Uruguay das der ganze Hype es im Endeffekt nicht wert war sollte tatsächlich solch eine plumpe Symbolpolitik wie ein THC-Limit in Uruguay eingeführt werden.

          • cjdcdncjdn

            das ist richtig allerdings liegt der thc limit da wo normale schwarzmarktware in uruguay liegt.Und es wird ja nur eine sorte verkauft,wer anderes weed oder höheren thc gehalt möchte kann ja anbauen und evtlplus noch kaufen

          • C. afghanica

            Stoned Kids – VICE

            http://sensiseeds.com/en/blog/stoned-kids-vice/

            http://www.vice.com/weediquette-show/stoned-kids

            eine hohe dosis hilft auch kinder….lol

          • Etwas Eigenwerbung: http://polytox.tv/stoned-kids/

          • xy_ungeloest

            ich fand’s eigentlich ganz cool heute morgen, als der nachrichtensprecher im ard-frühstücksfernsehen die frohe botschaft verkündete.
            klar, dem in der materie befindlichen (kwpas-leser z.b.) wird die mogelpackung sicherlich aufgefallen sein. trotzdem wird das schlagwort ‚legalisierung‘ auf diese art und weise medial in den vordergrund gebracht. das gefällt mir, da man jetzt endlich mal anfangen kann das thema öffentlich (und hoffentlich ehrlich) zu diskutieren.

          • Hanfbauer

            Läßt sich doch in der Praxis gar nicht kontrollieren. Der THC-Gehalt hängt in derster Linie von der Genetik ab (aber auch Zuchtbedingung ist wichtig !). Da hat jede Pflanze einen anderen Gehalt. Man müßte sämtliche Genetik vernichten, die hohe Gehalt produziert, das ist so nicht möglich. Vor allem siehst du es der Cannabis Pflanze nicht an, wieviel THC sie hat, das Unfug von Laien, die Politiker nun mal sind.

            Ich frag mich nur, warum man überhaupt so furchtbare Angst vor THC hat und so wenig vor Alkohol, obwohl heute jedes Kind weis. das der ganz wesentlich gefährlicher für den Körper ist.

          • Revil O

            Denke ich mir mittlerweile auch. Für den Vertrieb über die Apotheken ist es nachvollziehbar und auch durchführbar . Aber für den Heimanbau wird dort grünes Licht gelten weil es dieses ganze Gesetz ansonsten ab absurdum führen würde. Denke mir auch mittlerweile das es niemals ne Grenze für CSC’s geben wird weil dies auch mehr wie kontraproduktiv wäre und die ganze Idee des Anbauvereines sinnlos erscheinen würde. Bei den Apotheken ist es für mich noch nachvollziehbar wenn auch schwachsinnig. Was soll z.B ein Schmerpatient mit Hanf von 5%THC?? Wichtig und entscheidend bleibt das Uruguay diesen Schritt gemacht hat und neben einigen US Bundesstaaten für viele Länder eine Vorbildfunktion einnehmen.

          • Revil O

            Da hatten alle Leute auch wahrlich Grund zu. :-)

          • donkey

            Der Grund ist ganz sicher NICHT Diskriminierung. Wie soll ein so kleines Land mit gerade 3,x Mio Einwohner einen „befürchteten“ Overlast durch die grossen Nachbarstaaten stemmen? Ist reiner Selbstschutz! Oder vielleicht auch ein Valium für unentschlossene Politiker. Das ist halt das Problem wenn nur ein kleiner Staat vorpreschen muss. Wären die anderen Staaten auch schon so weit, hätte man sicherlich ein gemeinsames Legalisierungskonzept mit weniger Kompromisse hinbekommen. Und vergleiche mit Holland könnt ihr euch sparen, die hatten nie Angst vor OL, sondern haben sie erfunden.

            Die Entscheidung in Uruguay sehe ich, trotz der Einschränkungen, definitiv positiv. Und da ich wahrscheinlich nie dorthin reise, gehen sie mir auch erstmal am allerwertesten vorbei.

  • GHads

    Die Overlast ist m.M. nach deshalb entstanden weil über die Jahre hinweg keine/kaum neue Coffeshops eröffnet haben dafür aber in den Ländern drum herum der Bedarf gestiegen ist, auch aus dem Prohibitionsdruck heraus. Die Lösung wäre ganz einfach gewesen: Mehr Coffeeshops oder auf die nationale Politik der anderen Staaten verweisen. Aber ich denk Holland hat sich von DE, BE und FR breit reden lassen (symbolisch gemeint) endlich was zu tun, da diese Ländern ihren Bürgern auch im Ausland gerne vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen haben. Was in DE, BE und FR verboten ist hat auch gefälligst in anderen Ländern verboten zu sein, zumindest im Nachbarland, wenn es um das böse Cannabis geht.

  • Tom

    Die Niederlande haben mit dem Verweis auf „Internationale Verträge“ dabei ja schon indirekt zugegeben, das sie sich nicht mehr als souveränen Staat betrachten.

    Es ist auch für mich ziemlich sicher, das politischer Druck aus Deutschland und Belgien dafür verantwortlich ist. Da man in diesen Staaten – sehr gut versteckt – die Organisierte Kriminalität unterstützt, kann man natürlich nicht dulden, das Cannabis legal verkauft werden darf, denn gerade die Trennung der Märkte wäre für die OK sehr fatal. Sie könnten nicht mehr über den Cannabis Verkauf, die Leute zum Einnehmen anderer (teurerer) Drogen anfixen.

    D.h. ihnen würde auf Dauer auch der Markt für härtere Drogen immer mehr verloren gehen. Das werden die aber auf keinen Fall zulassen! Natürlich werden beeinflußte Politiker, die sowas begründen, nie mit den wahren Gründen herauskommen (wenn sie sie selbst überhaupt kennen!). Die selbst betrachten sich in ihrer Naivität meist als „Retter der Volksgesundheit“ oder „Retter der Jugend“ oder der Menschheit allgemein, wie auch immer, ohne zu wissen, WEM sie wirklich dienen bzw. WEN sie wirklich „retten“ ! Auch viele Jahrzehnte erfolgloser Politik in dieser Hinsicht hat ja niemand dieser Damen und Herren jemals eines Besseren belehrt.

    Ist halt traurig, wenn man von naiven Dummköpfen mit Retter-Komplex regiert wird.

  • jolm

    naja in uruguay wird hauptsächlich weed aus paraguay angebaut und das wird wohl selten über 5-6% sein,eher so old school weed gepresst mit samen.Wer sich erinnern kann hatte ja „buitenlander“weed in den coffeeshops ja auch so 5-6% im Durschnitt(Thai,jamaica hauptsächlich selten durban poison,colombian,african,mexican usw) deswegen wohl das limit und die die anbauen dürfen ja auch mehr haben auch mehr als 40 gramm,die 5-12% bezieht sich wohl nur auf das vom staat gezüchtetes kraut und das wohl nie über 12% haben.

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