Amsterdam: Drei Coffeeshops dürfen geöffnet bleiben

Auch weiterhin prägt der Bulldog das Bild des Leidseplein - in einer ehemaligen Polizeiwache.

Auch weiterhin prägt der Bulldog das Bild des Leidseplein – in einer ehemaligen Polizeiwache.

Im November hat eine Schreckensnachricht vielen Amsterdam-Fans den Tag versaut, als die Liste der Coffeeshops veröffentlicht wurde, die aufgrund des bald eingeführten Abstandskriterium schließen müssen. Egal, wie man zu manchen dieser Shops steht, die Meldung dürfte wohl keinen Coffeeshopliebhaber kalt lassen.

Zumindest drei Coffeeshops können jetzt aufatmen: Aufgrund von Messfehlern mussten bei ihnen der Abstand nach oben korrigiert werden. Sie bleiben der Welt erhalten. Mit einem blauen Auge davon gekommen sind:

The Bulldog (Leidseplein), Rookies Bar und Get down to it.

Der Grund, warum zuerst falsch gemessen wurde, war die Tatsache, dass die falsche Eingangstür am Barlaeus Gymnasium als Messpunkt verwendet wurde. Der korrekte Eingang befindet sich nur wenige Meter neben dem richtigen (Sehr gut wird das im Video von AT5 verdeutlicht, das ich Euch im Beitrag eingebunden habe). Das Rookies beispielsweise ist damit jetzt höchst offiziell 252m von der Schule entfernt.

Henk de Vries, der Betreiber des Bulldogs zeigte sich im Gespräch mit AT5 erleichtert:

Natürlich bin ich sehr erleichtert, aber glücklich bin ich nicht wirklich. Viele Kolleginnen und Kollegen müssen noch immer schließen. Ich freue mich für meine Mitarbeiter, einige arbeiten seit Jahren hier.

Im Bulldog hat man das ganze übrigens bereits vor Wochen geahnt. Es gab einen Blogpost, der genau dies vorhersagte. Dieser war allerdings nur wenige Stunden online. Ich habe mich daraufhin mit der Pressestelle in Verbindung gesetzt und nachgefragt. Man habe den Blogpost auf Anraten des Anwaltes depupliziert. Jetzt hat man aber Gewissheit.

Somit beläuft sich jetzt die Zahl der noch zu schließenden Coffeeshops auf 28. Das gilt aber nur für das Abstandskriterium. Weiterhin bangen müssen die Shops im Wallen Viertel.

Direktlink zum Video

 

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de
  • nkkn

    vielleicht könnten die anderen shops ja auch ihre Tür verlegen damit messungen anders ausfallen,was ist eigentlich mit keinwietpas los schon seit monaten tote hose,die crew besteht wohl nur noch aus mobo?

    • Die haben leider alle auch noch ein Privaleben ;-) Eli war gerade im Urlaub und muss sich jetzt intensiv ums Studium kümmern. Aber er hat ja auch schon wieder was geschrieben. Steve auch gestern. Und Antonio will bald auch mal wieder. SO allein bin ich also nicht. Und weiterhin freue ich mich über Gastbeiträge.

    • Bei den Shops im Wallen-Viertel (Red-Light-District) hilft nichts. Das ist leider beschlossene Sache. Wie Manhattan auch, soll Amsterdam wohl zum Disneyland umgebaut werden. Sicher, sauber und langweilig. Was die Crew anbelangt ist Eli ja auch dazugestoßen. Wir haben alle unser Leben und sind leider keine bezahlten Journalisten. Ich selbst habe aus meiner prekären Situation nie einen Hehl gemacht und (ohne nun auf die Tränendrüsen drücken zu wollen) war mir in den letzten Monaten einfach nicht mehr nach schreiben und Engagement – zudem kommt dazu, dass mich die Internetzeit (kein Wlan sondern immer per Surfstick) eine Menge kostet und es in der letzten Zeit zu eng war. Essen muss man ja auch noch. Das alles (und meine privaten, zwischenmenschlichen Beziehungen) hat mich zu sehr in Beschlag genommen und auch deprimiert. Ich werde in Kürze schon wieder aktiv und mobo hoffentlich ein bisschen entlasten und unterstützen können – wie früher auch. Nun kommt der Winter und damit die Zeit des am Rechner sitzens – das wird schon wieder. By the way auch Grüße an alle anderen, die mich vermisst haben.

      • flaxman

        Also ich habe Dich vermisst. Und Du hast Recht, für die Qualität Deiner Texte bekommen manche Geld. Doch einer schätzt Deinen Geist sehr.

        • Schreiberling

          „für die Qualität Deiner Texte bekommen manche Geld“

          LOL…Nicht mal bei Bild.de…

          • Mösenkalle

            Haha vielleicht bei Bild+ oder im örtlichen Pfennigfuchser wenn er etwas drauf legt..

          • Zumindest trollt er nicht rum.

          • flaxman

            Wieso so gehässig? Freue mich auch über Eure Beiträge, wenn sie mehr als Polemik beinhalten..!

        • Danke für Deine aufbauenden Worte. Allerdings sollte mein Kommentar nur eine Erklärung für meine Abwesenheit sein, und nicht als Gejammer über kostenlose Arbeit rüberkommen. Immerhin sind wir bei „Kein Wietpas!“ ja alle Idealisten. Ich schau mal, dass ich am Wochenende etwas schreibe, wenn es interessante Themen gibt. Heute bin ich leider den ganzen Tag unterwegs. Trotzdem nochmal vielen Dank für das Lob.

          • Meld dich einfach. Themen kann ich dir gerne ;-)

          • Anonym

            Ja, ihr seid Idealisten – aber auch Aktivisten. Das Wort Hashtag-Blogger (nur weil auch Twitter verwendet wird) hört man wahrscheinlich – je nach dem – nicht so gerne…

      • Frank2

        Der gute alte Bulldog bleibt erhalten. Supi.Der Temple Balls von da aus de neunziger war genial.

      • Anonym

        Aber glaube nicht, Antonio, das bei anderen immer alles glatt läuft. Andere haben auch Probleme, sind in Kostenfallen reingetappt und sind reingelegt worden. Was auch passiert ist, das es immer mehr teure Dinge gibt, die man gerne haben will, das das Geld irgendwann weg ist.
        Beim Thema Liebe ist es so, das man sie sich leisten können muss. Hochzeiten ohne Ehevertrag, Kinder und Scheidungen könnten kostenmäßig dazu kommen.
        …sehr vielen anderen sogar geht es wahrscheinlich genauso wie dir, lieber Antonio…
        Die Kosten passen einfach zum Geldeingang nicht. Der Mietkostenanteil verglichen zum Gehalt ist überall sehr hoch. Und Benzin und Fortbewegung ist auch sehr teuer geworden. Da passen dann zusätzliche Kosten egal welcher Art nicht mehr ins Leben rein. Man will ja auch nicht später irgendwann verhungern müssen, nur weil alles so teuer geworden ist.

  • KifferJan

    Was ein Schwachsinn Leute, sowas kann auch nur unser Freund Opstelten ausdenken. Ob ein Shop nun 200, 250 oder 300 Meter von einer Schule entfernt ist. Wer über 18 ist wird diesen besuchen, wenn er will. Und alle die jünger sind kommen doch eh nicht rein. Alles Schikane, mehr nicht …

    • Hanfbauer

      Dieses Entfernungs-Gesetz fällt unter die Rubrik „rechtsnationale Signalpolitik“ sinnlos, schädlich und scheinheilig. Das Entfernungsgebot ist nur ein Vorwand für unsere rechtsnationale Regierung, damit sie möglichst viele Shops schließen können.
      So als ob Schüler, die das haben wollen, es in 400m Entfernung nicht mehr finden können. Absolut lächerlich. Wenn die wirklich daran glauben, das das einen einzigen Schüler davon abhalten kann, Cannabis zu konsumiere, sind sie noch viel dümmer, als ich bisher dachte.

      • Revil O

        Es ist absolut lächerlich und entbehrt jeglicher Logik. Plumpeste Symbolpolitik ist das einzige was diese Vollidioten betreiben können zu mehr sind die eh nicht zu gebrauchen.

  • Hanfbauer

    immer wieder erschreckend, wenn sich hier Leute, die offenbar von unserer Regierung geschickt werden, melden. Ein Argument für diese komische Politik habe ich dabei aber noch nie gelezen. Dumme Bemerkungen sind alles, was die zuwege bringen.
    Mein Gott, von was für einem scheinheiligen, geldgeilen Abschaum werden wir regiert, arme Niederlande.

    • Anonym

      Die niederländischen Politiker fühlen sich anscheinend nicht richtig verstanden – sie sind nicht oder zu wenig bestochen worden für eine liberalere Cannabispolitik…;

  • Pingback: Der Status Quo in Amsterdam | Kein Wietpas!()

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