Keine Toleranz für Drogenkonsumenten im Straßenverkehr

Verkehrskontrolle - CC-License "Dickelbers"

Verkehrskontrolle – CC-License „Dickelbers“

Justizminister Opstelten (VVD) und Ministerin für Infrastruktur und Umwelt Melanie Schultz van Haegen (VVD) verschärfen die Kontrollen von Verkehrsteilnehmern. Es geht um die Autofahrer, die unter Einfluss von Drogen fahren. Die beiden Minister wollen eine sogenannte ‚Null-Grenze‘ einführen. Dieser Antrag liegt dem niederländischen Parlament vor. Das Regierungsportal: Rijksoverheid.nl. berichtet dadrüber.

Ein Null-Grenze ist die niedrigste messbare Menge einer Substanz, die nicht auf natürlichem Wege in die Blutbahn gekommen ist. Es geht um die kombinierte Verwendung von Medikamenten, Alkohol sowie Drogen.  Die Stiftung für Verkehrssicherheitsforschung (SWOV) kam in einer aktuellen Untersuchung zu dem Ergebnis, dass der kombinierte Gebrauch von Drogen, Alkohol und Medikamenten während der Fahrt das Risiko schwerer oder tödlicher Verletzungen erheblich erhöht. Daher sollte bei einer kombinierten Verwendung eine Nullgrenze gelten.

Wenn die Untersuchung eines Fahrers zeigt, dass die Konzentration einer dieser Drogen über dem Nullwert liegt, ist das der Beweis und der Fahrer bekommt eine Strafe. Außerdem kann Drogengebrauch nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes schneller erfasst werden. Polizisten können bald Autofahrer verpflichten an einem Speicheltest teilzunehmen.  Dieser zeigt an, welche Drogen jemand gebraucht hat. Die Anlayse des Blutes ergibt dann die Menge der gebrauchten Substanzen und gilt als Beweismittel.

Dies hat übrigens keine Auswirkungen auf den Nachweis des Gebrauchs einzelner Drogen. In solchen Fällen gelten die bisherigen Obergrenzen.

Eli

Eli

Die Einführung des Wietpas hat mich dazu gebracht, mich für die niederländische Cannabispolitik zu interessieren. Ich komme aus dem mittleren Ruhrgebiet und bin wie so viele am Wochenende immer mal gern in die niederländischen Grenzstädte zu den Coffeeshops gefahren. Die negative Meinung gegenüber Cannabis ist ein Vorurteil, für dessen Abbau ich mich einsetzen möchte!
Eli
  • stoormtrooper

    Also geht es hier nur um den Fall von Mischkonsum hinterm Steuer oder wie?

  • Revil O

    „Es geht um die kombinierte Verwendung von Medikamenten, Alkohol sowie Drogen“ . Man kann das jetzt so verstehen das es hier speziell um Mischkonsum geht. Aaaaaber….. „Wenn die Untersuchung eines Fahrers zeigt , dass die Konzentration EINER dieser Drogen über dem Nullwert liegt, ist das der Beweis und der Fahrer bekommt eine Strafe“. Jetzt kann man natürlich spekulieren. Was mich auch wundert ist das Polizisten Autofahrer dazu verpflichten können einen speicheltest zu machen. Ist dieser denn nach niederländischen Recht vor Gericht verwertbar??? Die Speicheltest die mir bekannt sind reagieren alle nur auf Abbauprodukte oder liege ich hier falsch??? “ Dies hat übrigens keine Auswirkungen auf den Nachweis des Gebrauchs einzelner Drogen. In solchen Fällen gelten die bisherigen Obergrenzen( bei THC meines Wissens 3ng.)“ Also , hier geht’s dann letztlich um Mischkonsum. Klingt halt ein bisschen verwirrend.

  • Gast

    Gibt es jetzt etwa Schnelltests für Medikamente, oder wie wollen die das fair bewerkstelligen? Im Endeffekt ist das doch nur der Vorbote für Nulltoleranz bei Cannabis, und später evt. noch bei Alkohol. (Wobei ich an letzteres nicht wirklich glaube da die Werten Herrn Politiker ja selbst gerne mal ein paar Bier trinken und dann noch Auto fahren…)

    • xy_ungeloest

      ‚(Wobei ich an letzteres nicht wirklich glaube da die Werten Herrn Politiker ja selbst gerne mal ein paar Bier trinken und dann noch Auto fahren…)‘

      … bzw. einen vom steuerzahler bezahlten chauffeur rufen… ;-)

    • Ja, die gibt es. Standard-Drogen-Schnelltests erfassen meist auch Opioide und Benzodiazepine. Und um diese beiden Stoffgruppen geht es meist wenn von Medikamenten in diesem Zusammenhang die Rede ist.

  • KlausiMausi

    Ich interpretiere das zunächst als Mischkonsum hinterm Steuer (beziehungsweise vor dem hinters Steuer setzen). Also prinzipiell sogar – wenn ein Test mit Alkomat negativ ist, kann sich die Polizei den Rest auch sparen.

    Wundern tut mich dabei, wie man „Medikamente“ nachweisen können will, dass m uss ja ein wahrer Wundermarker sein, der da zum Einsatz kommen soll.

    Kennt jemand zufälligerweise die normalen Grenzwerte, die hier zum Einsatz kommen, speziell zum Thema THC? Sind unsere Nachbarn wenigstens so fortschrittlich, dass hier nur die aktiven Substanzen zur Geltung kommen?

    Mal ehrlich – Kontrollen fänd ich in Ordnung, wenn sie fair sind. THC + Alkohol gehören nicht in den Straßenverkehr. Alkohol gehört überhaupt nicht in den Straßenverkehr. THC-COOH ist dem Straßenverkehr völlig egal. Von mir aus könnte gerne auf alles getestet werden, wenn es um aktive Substanzen geht, und das nicht täglich stattfindet.

    • Revil O

      Meine mal gelesen zu haben das es nen Grenzwert im niederländischen Verkehrsrecht gibt und zwar 3ng THC!! Ich gehe dabei von einen aktiven Wert aus. Ob dies alles eine Ankündigung sein soll zukünftig zurückliegenden Konsum nachzuweisen kann man in dem Artikel nicht herauslesen. Sollte man zukünftig eine Hexenjagd veranstalten wie hier schon jahrelang bei uns dann würde das auch in den Niederlanden ganz massiv auf Kosten der Verkehrssicherheit gehen.

  • KifferJan

    Hier muss ich unserem Sturkopf Ivo mal beistehen. Am Steuer haben Drogen nichts, aber auch gar nichts verloren. Dabei ist es egal ob es Alkohol, Cannabis oder sonstige berauschende Substanzen sind. Ich finde es richtig, dass hüben wie drüben ein Vergehen hart bestraft wird !! Jeder Tote durch Unfälle, welcher unter Drogeneinfluss geschehen ist, ist einer zuviel …

    • Revil O

      Das steht klar außer Frage und da stimme ich dir zu.
      Was ich halt meinte das es für mich ungerechtfertigt ist das man auch Sanktionen verhängt wenn man bei Leuten im Blut Abbauprodukte von THC findet aber kein aktives THC .
      Das ist halt pure Willkür und dient keinem bisschen der Verkehrssicherheit.

      • streuner

        Aber die THC Konsumenten am Steuer dürften doch nur einen verschwindend geringen Teil ausmachen.
        Und das Gefahrenpotential scheint ja nicht sooo hoch zu sein:

        http://hanfverband.de/index.php/themen/cannabisfakten/969-cannabis-im-strassenverkehr-unfaelle-durch-drogenkonsum

        http://www.aerzteblatt.de/archiv/127598/Das-therapeutische-Potenzial-von-Cannabis-und-Cannabinoiden

        Viel mehr Angst machen mir die Massen der „Psychopharmaka“ und chemischen Schmerzmittel Benutzer am Steuer. Und bei der Verwendung von verordneten Opiaten zb darf ich ja durchaus Auto fahren!

        § 24a 0,5 Promille-Grenze
        (2) Ordnungswidrig handelt, wer unter der Wirkung eines in der Anlage zu
        dieser Vorschrift genannten berauschenden Mittels im Straßenverkehr ein
        Kraftfahrzeug führt. Eine solche Wirkung liegt vor, wenn eine in dieser
        Anlage genannte Substanz im Blut nachgewiesen wird.
        !!! Satz 1 gilt nicht,
        wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen
        konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.!!!
        Dazu auch Grotenhermen bei cannabis-med.org
        http://www.cannabis-med.org/german/fuehrerschein_bast_2014

        Mehr gesunder Menschenverstand und viele Probleme wären gelöst :-)
        Ich käme nie auf die Idee, wenn ich meine Medizin genommen habe, noch Auto zu fahren. Wenn ich dann Autofahren könnte, bräuchte ich ja keine Medizin ^^ Soll heißen, mir geht es dann immer noch so scheiße, dass ich nicht mal mein Auto finden würde.
        streuner

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