Update: Endzeitstimmung in Maastricht: Coffeeshopvereinigung löst sich auf

MAASTRICHT – Die Vereinigung der offiziellen Coffeeshops Maastricht (VOCM) beendet ihre Arbeit. Vorsitzender Marc Josemans und das einzige verbliebene Vorstandsmitglied Pieter Arends lösten die Vereinigung in der letzen Woche auf. „Nach 15 Jahren reicht es nun“, sagt Josemans. Der Beschluss steht im Zusammenhang mit dem Urteil des Raad van State, der das I-Kriterium (Einwohnerkriterium das Touristen den Zutritt zu Coffeeshops verwehrt) für rechtmäßig erklärt hat.

Es war einmal - die VOCM

Es war einmal: Die VOCM

Marc Josemans erklärt gegenüber der Tageszeitung „Dagblad De Limburger„: „Dadurch gerät der Plan für die Entzerrung (den Umzug) der Coffeeshops unter Druck. Weil an diesen Plan die Übertragbarkeit unserer Lizenzen gekoppelt war, wird es vorläufig kein Wachstum mehr geben. Auch nicht in der VOCM. Pieter und ich finden es ist schön gewesen“.

Leider findet sich auf der Seite des VOCM keine Presseerklärung dazu. Ein ausführlicher Artikel erschien in der heutigen Papierausgabe des „Dagblad de Limburger“.

Ich habe die Printausgabe in den Niederlanden noch am Donnerstagabend gekauft, komme aber erst jetzt dazu den Artikel zu ergänzen.

Zweiter Teil

Bürgermeister Hoes hatte nach dem Urteil des Raad van State in der vergangenen Woche die VOCM zu Beratungen aufgefordert. Das zog Josemans aber nicht in Betracht. „Dieser Bürgermeister darf nicht mehr mit viel Mitarbeit rechnen. Er hat immer daran festgehalten, dass das Einwohnerkriterium eine Verpflichtung sei, die aus Den Haag vorgegeben wird. Das scheint jedoch nicht so zu sein. Noch immer ist Maastricht die einzige Gemeinde in Limburg die es anwendet. Da die VOCM nicht mehr existiert, muss er sich nun sowieso mit den einzelnen Coffeeshops an einen Tisch setzen, wenn er etwas regeln möchte. Was hat eine Vereinigung für einen Sinn, wenn sie nicht ernst genommen wird?“

Josemans sorgt sich um die Zukunft des Entzerrungsplans für die Coffeeshops. Drei Shops haben eine Übereinkunft für den Umzug an den Köbbesweg unterschrieben. „Ich vermute, dass diese sich nicht daran halten werden“, so Josemans.

Antonio Peri

Als Grenzbewohner des Dreiländerecks Deutschland/Niederlande/Belgien und damit natürlicher Europäer, betrachte ich die gesamte Region als meine Heimat. Die Fortschritte im Zusammenleben habe ich immer als angenehm und befreiend erlebt. Als drogenerfahrener Mensch, habe ich jedoch schon seit vielen Jahren gesehen, wie sich die Niederlande, die einst ja so berühmt für ihre pragmatische Drogenpolitik waren, schleichend verändern. Die schleichende Entwicklung war vorbei, als der Wietpas in den drei südlichen Provinzen eingeführt wurde – nun endlich war eine größere Öffentlichkeit für das Thema empfänglich – daher freue ich mich, Autor auf Kein Wietpas! zu sein. Sämtliche anderen Themen zur Drogenpolitik und Legalisierung behandele ich in meinem eigenen Blog: http://antonioperi.wordpress.com
  • Kapitulation. Ich denke in Maastricht hilft nichts mehr außer abzuwarten bis Onno weg ist.

    • Das ist wohl so. Für die Maastrichter tut es mir ja leid, aber sollen sie doch in der Kriminalität untergehen – sie haben sich ohne Not selbst in diese Lage gebracht. Eine Schlange vor den Coffeeshops (die es auch erst gab seitdem jeder Pass eingescannt werden musste) war wohl eine nicht ansatzweise vergleichbare Overlast zur jetzigen Situation. Nijmegen hat 2 Wochen gebraucht um das zu begreifen – Maastricht bzw. eher Hoes und die VVD kapiert es seit über 2 Jahren nicht. Ich setze in die Stadt als Tourist jedenfalls keinen Fuß mehr und gebe dort keinen Cent mehr aus, solange Hoes Bürgermeister ist und Touristen diskriminiert werden. Da fahre ich höchstens nochmal zum berichten hin, sofern das nicht mittlerweile lebensgefährlich ist.

      P.S. Ich schau mal, dass ich noch die heutige Ausgabe des „De Limburger“ ergattern kann. Bin nachher unterwegs und bei uns am Bhf gibt es das Dagblad De Limburger. Evtl. wird der Artikel dann noch ergänzt.

      • So – komme gerade aus NL.Von wegen Bahnhof – da gibt es immer nur den „Telegraaf“ von gestern. Bin also mit dem Bus nach Vaals-Grenze und von da zum Albert-Heijn gelaufen (alles andere hatte schon um 18 h Feierabend). Im Albert Heijn waren alle niederländischen Tageszeitungen ausverkauft. Dann zur erste Tanke. Da das gleiche Spiel. Die zweite Tanke (auch die machen um 20 h zu) hatte noch drei Ausgaben des „Limburgs Dagblad“ – habe gelernt das der Regionalteil wohl der gleiche ist wie im „Dagblad De Limburger“. Die hab ich dann gekauft und der Artikel ist drin. Dazu noch zwei andere zu unserer Thematik. Hat sich also gelohnt. Hab noch ein paar kranke Selfies geschossen (u.a. unter einem HUP HOLLAND HUP!-Wimpel ;-) ) und sitze jetzt im Park. Aber da keiner kommt mach ich mich gleich auf den Weg nach Hause. Ist jedenfalls Material für ein paar Artikel morgen.

        • sdfg

          Und online hast du die gewünschten Artikel nicht gefunden? Manchmal kann man sich die Printmedien/Artikel auch online kaufen.

          Das war ja ein extremer Job nach den Zeitungen. Schön, das du es dann doch noch geschafft hast.

          • Ne – eben nicht. Bei der Quelle zu diesem Artikel stand extra dabei, dass der Rest nur in der Printausgabe ist – daher ist er so kurz. Wird morgen ergänzt. Für Kein Wietpas ist mir kein Weg zu weit. Hab mir trotz Bandscheiben/Ischias-Scheiß die Hacken abgelaufen. Muss nun offline gehen, da mein Notebook-Akku abschwächt.

          • Name

            Statt des Limburgse Dagblad hättest du besser in den SPIEGEL dieser Woche investiert.Dort ist ab Seite 67 ein Bericht,was seit Januar in den USA in Sachen Cannabis abgeht.Den Artikel sollte man dem Onno unter die Nase reiben.Aber lies selbst nach..

  • Frank2
  • Hier noch etwas dazu von Rollingstoned: http://www.rollingstoned.nl/maastricht-r-i-p-vocm-woonbootwiet/

    Ich geh aber nun los zum Bahnhof und kaufe die Printausgabe des „Dagblad de Limburger“. Mal sehen wie ausführlich darin berichtet wird. Setze mich dann in den Park. Heute ist Weltdrogentag (da soll man über Drogen reden) – wer hier wohnt und gerne kommen möchte um mit mir über Drogenpolitik an sich und die Niederlande im Speziellen zu reden, kann mir in ca. einer Stunde per Facebook eine private Nachricht schicken und erfährt den genauen Ort. Würde mich freuen.

  • Frage

    Warum ist Maastricht so wichtig? Es ist doch eh nicht so grenznah und kommt für viele Deutsche zum Einkauf nicht in Frage. Ok, es gibt dort viele Shops und ist daher für Hamsterkäufe geeignet. Soll das aber der einzige Grund sein?

    • Antwort

      Nach mir die Sintflut, oder was? Vor 3-4 Jahren, als Bürger aus Nicht-Nachbarländern nicht mehr in die Shops gelassen wurden, ist das den Leuten auch am Arsch vorbeigegangen. Man hatte ja was man wollte. Heute stehen wir alle vor’m Shop. Genau durch diese Denkweise ist es soweit gekommen.

  • WulfieWulfie

    Und wenn hier noch welche vom Sofa aus auch mal was machen wollen: Klickt auf die Links in den Artikeln hier, bis der Arzt kommt. Ich weiß nicht, welche Leserzahlen keinwietpas.de hat, aber wenn bei den Zeitungen die Besucherzahlen zu diesen Artikeln in die Höhe gehen, dann werden die schon Blut lecken. Auch wenn der Großteil aus Deutschland kommt, bei den Zahlen nehmen die dann nicht so genau. Page Impression ist schliesslich Page Impression, der Rubel rollt, die Karriere blüht. Viele Zeitung interessieren sich ja eh nicht wirklich für Richtig oder Falsch, Ethisch korrekt oder zu Privat. Wenn die merken, dass das ein gut zu vermarktendes Thema ist, dann rückt diesen Politikern schon eher das einzige in den Nacken, wovor sie wirklich Respekt/Angst haben. „Wulff-fen“ sollten man solche Typen, dann geht’s denen besser.

    • „Ich weiß nicht, welche Leserzahlen keinwietpas.de hat…“

      Ein paar Tausend täglich sind es schon.

      • VG

        Die sehr gute letzte Kommentar Funktion führt übrigens dazu, mehrmals am Tag vorbeizuschauen…

        PS: Vielleicht kann man die Funktion noch auf die letzten 50 Kommentare erweitern…

  • http://www.eu-info.de/europa-punkt/rechtsschutz/beschwerde-kommission/

    Kenne mich damit nicht aus, koennte man an die Adresse so ein Schriftstueck senden? Waere besser als nichts…

  • shiva
    • Revil O

      Als Maastrichter Bürger kann man da nur laut rufen: haartelijk bedankt Onno “ Macke“ Hoes!!
      In den Kommentaren von dem Artikel kann man herrlich nachlesen was für ein Scharlatan und ein ignorantes Arschloch „Macke“ einfach nur noch ist.
      Da schreiben Leser /Bürger das sie ein persöhnliches Gespräch bei ihren Bürgermeister geführt haben über die Misstände in Maastricht’s Strassen.
      Doch „Macke“ scheint da mal wieder nur abgewiegelt zu haben und hat somit bestens gezeigt das die Belange der Menschen und der Stadt ihm einfach an den Arsch vorbeigehen.
      Wie mobo es hier ähnlich schrieb: Nichts nützt mehr.
      Hier kann nur noch ein neuer Börgermeister mit zumindest ein bisschen mehr Grips im Schädel für Abhilfe sorgen.

      • Sebastian

        „Selbst wenn der Gemeinderat ihm das Vertrauen entzieht, kann der Bürgermeister während seiner Amtszeit nur von der Krone, also der Königin oder dem König als Staatsoberhaupt und den Ministern,
        entlassen werden. In den meisten Fällen tritt ein Bürgermeister bei
        einem gestörten Vertrauensverhältnis jedoch freiwillig zurück.“

        Kopriert von: http://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/service/lexikon/index.shtml?begriff=buergermeister

        • Revil O

          Der niemals!!
          Der klebt mit seinem Arsch an seinen Sessel!!
          Die Gegebenheiten sprechen doch schon lange ne klare Sprache.
          Jeder andere hätte nach soviel Mist verzapfen zumindest ein Register gezogen.
          Der nicht.
          Der redet seinen Scheiß den er verzapft sich selbst schön und ignoriert alles und jeden mit seiner Macke am Kopf.

  • Ich habe den Artikel mit dem Rest der Informationen aus der Printausgabe ergänzt. Der andere Artikel wo mobo sagte ich bin dran, kommt heute im Laufe des Tages. Ich nehme momentan wegen meiner Bandscheiben-Geschichte starke Schmerzmittel und konnte deshalb gestern nicht mehr arbeiten, nachdem ich am Vormittag beim Arzt war. Entschuldigung für die Verspätung.

  • Sorry, but for whatever reason we couldn’t find any attached images in your request. Please try again. Hat noch jemand das Problem, dass er in den Kommentaren keine Fotos hochladen kann? Sie werden angezeigt, aber dann kommt die obige Meldung und man sieht sie nach dem Abschicken auch nicht mehr. Hatte diesem Post eigentlich noch zwei Bilder aus den Niederlanden beigefügt.

    • Uruguay:Suárez-der beisse Hai;

      Danke dir für deinen herausragenden Einsatz und für die mit einigem Aufwand verbundene Ergänzung deines Blogeintrages! Und, gute Besserung.

  • Nun erscheinen sie. Seltsam. Naja.

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