Groningen darf Coffeeshop nicht schließen

Erstmal verloren: Bürgermeister Vreeman (C BY-SA 3.0, Foto: Jan Lapère)

Erstmal verloren: Bürgermeister Vreeman CC BY-SA 3.0, Foto: Jan Lapère

Wenn man sich einmal nur die Coffeeshoppolitik in Maastricht anschaut, könnte man meinen, dass die Bürgermeister allmächtige Götter sind, die ohne mit der Wimper zu zucken jeden Shop schließen können, wenn sie es nur wollen. Dass es auch anderes sein kann, zeigte letzte Woche das Gericht in Groningen.

Der Bürgermeister Groningens, Ruud Vreeman (PvdA) , wollte aufgrund des Bibob-Verfahrens, der allmächtigen Wunderwaffe gegen die Coffeeshops, das „Upper 10“ schließen. Der Shop würde dazu genutzt werden, Geldwäsche zu betreiben, es fände Drogenhandel außerhalb des Coffeeshops statt und der Betreiber sei im internationalen Drogenhandel verstrickt. Wer sich auch nur ansatzweise mit dem Coffeeshop-Modell auseinandersetzt weiß, dass ein Betrieb eines Coffeeshops ohne diese genannten „Verbrechen“ gar nicht möglich ist und die Betreiber dazu gezwungen sind, genau dies zu tun.

Daher klagte der Betreiber Guno Holder gegen den Beschluss – und bekam Recht! Zusammen mit seinem Anwalt Jan Knoops konnte er mit Hilfe diverser Zeugenaussagen belegen, dass die Geschäfte des Shops legitim seien und Holder seinen Betrieb seit 1988 auf legaler Weise betreibt. Der Richter gab ihm Recht und so kann er seinen Coffeeshop erst einmal weiter betreiben.

Es bleibt allerdings zu erwarten, dass die Gemeinde es weiterhin versuchen wird. Es drängt sich der Verdacht auf, als wäre es eine persönliche Sache des Bürgermeisters, denn es ist nicht der erste Versuch, den Laden dicht zu machen.

Aber zumindest vorerst ist der Coffeeshop „Upper 10“ gerettet. Die 14 Mitarbeiter können aufatmen.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • Revil O

    Es ist echt zum Kotzen wenn ich sowas höre/lese.
    Anstatt man von der Volksverblöderseite her froh ist das man solch ein „Modell“ in seinen Gemeinden betreiben darf/kann macht man den Shops / Unternehmen immer mal gerne das Leben schwer und das mit völligst scheinheiligen Argumenten.
    Schön wäre wenn sich alle Coffeeshops in und um Groningen „solidarisieren“ ebenso die Shops in Emmen , Winschoten, was heisst man lässt seine Shops genauso wie in Maastricht mal 3 Monate geschlossen!!!
    Ich weiss das es ein wenig Utopie ist aber dann können so Typen wie Vreeman genauso wie „Macke“ Hoes mal sehen was Sache ist und merken dann mal im Leben vielleicht ihre Einschläge.^^.

    • Natürlich würden solche Aktionen den „Obrigkeiten“ mal zeigen, was sie von einer restriktiven Politik halten. Allerdings muss man immer auch bedenken, dass Coffeeshops auch viel von Patienten in Eigentherapie besucht werden. Und denen gegenüber ist es dann unverantwortlich, einfach aus Protest zu schließen.

      • Kushdee

        Halte ich ebenfalls für keine gute Idee. Einen Grund hast du ja schon genannt und der andere ist die massive Overlast anschließend in Hoogezand. Die deutschen fahren dann nur noch bis Winschoten und da haben wir dann ein ähnliches Problem. Und die, die keine Lust auf den Weg haben versorgen sich wieder auf dem Schwarzmarkt. Damit ist niemandem geholfen.
        Einfach weiter machen und immer zeigen, dass man nichts zu verbergen hat. Die Vorwürfe sind ja haltlos, da jeder CS Besitzer ein “ Internationaler Drogenhändler “ ist. Muss man sich halt mit abfinden das es Politiker gibt, welche natürlich weniger verdienen als ein CS Besitzer, die einem das täglich Brot nehmen wollen.
        Warum sie ausgerechnet diesen Shop so auf dem Schirm haben kann ich nur vermuten. Wahrscheinlich ist dieser politisch am aktivsten. Mal schauen was noch so passiert.

    • Frank2

      Ich respektiere deine Meinung…..finde aber das Vreeman gerade möchte, das die Shops geschlossen werden. Mit der Schließung von Shops täte man Vreeman ein Gefallen.“Macke“ Hoes, freut sich doch auch das die Masstrichtshops zu sind.

      Grundsätzlich finde ich das Urteil super. Ein Hoffnungsschimmer am Horizont, vorallem für die Angestellten.

      Man muss in den Niederlanden um jeden Shop kämpfen, sonst werden es nach und nach immer weniger, bis kaum einer übrig bleibt. Deswegen hoffe ich das die Niederländer irgendwann aufwachen und um ihr „Weltkulturerbe“, die Koffieshops, kämpfen, z. B. auf Demos.

  • Sebastian

    Was ist das für ein Typ? Gefällt mir nicht! Wo ist Peter Rehwinkel?

  • Herzogenrath

    Grenzkontrolle Herzogenrath – Roermonder/Voccartstrasse Pannesheide
    Wo genau? Wenn man von Holland kommt, Kreisverkehr,Lidl zur linken Seite, hinter der Ampel/Kurve an der Bushaltestelle…Richtung Kohlscheid, Autobahn.
    Wann? 19:20 Uhr, als ich um 19 Uhr vorbeifuhr war nichts, sind also länger da.

    Alternativroute Richtung Herzogenrath-City war frei.

  • streuner

    Tja, BIBOP, die Wunderwaffe.
    Ich verweise noch mal auf den Artikel von A. Beckers in der „HIGHLIFE“, 2014/7

    http://www.cannabis.info/NL/highlife/issues/#/12/zoomed

    greetz

    • Gute Frage

      Apropos Becker… was macht eigentlich der Olife Oliser Becker jetzt bzw. was hat er neben seinem Projekt Buch veröffentlichen noch so in der Pipeline??

      • Er postet alle paar Wochen mal wieder irgendwas von irhendwelchen Partys in Europa, wo er gerade ist. Traurig. Nicht mal ein Aufruf zur Petition.

        • Kalif O

          Ok, danke!

          Aber es scheint ihm gut zu gehen, wenn er in Feierlaune ist und sich aus Europa meldet. Auch nicht so schlecht…

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