Maastrichter SP besorgt wegen des Endes der belgischen Toleranzpolitik

Die SP im Maastrichter Gemeinderat macht sich große Sorgen über das Vorhaben der neuen belgischen Regierung, welche die Toleranzpolitik für Cannabis abschaffen möchte. Bisher konnte jeder Belgier drei Gramm Cannabis mit sich führen ohne dafür von der Polizei behelligt zu werden. Diese Regelung wird aber nun abgeschafft. Als Folge davon kommt die belgischen Cannabiskonsument im Maastrichter Grenzgebiet von zwei Seiten in Bedrängnis. In den Niederlanden ist er nicht in den Coffeeshops willkommen und im eigenen Land läuft er Gefahr festgenommen zu werden.

Nach Ansicht der SP bringt dies ein großes Risiko für die Gemeinde Maastricht mit sich. „Untersuchungen haben bewiesen, dass eine strengere Handhabung nicht zu einer geringeren Nachfrage nach Softdrugs führt. Deshalb sehen wir große Probleme auf die Stadt Maastricht zukommen.“ schreibt der Fraktionsvorsitzende John Gunther an Bürgermeister Onno Hoes.

Vor allem die Ausweichgebiete der Straßenhändler, also die Gebiete ausserhalb der Innenstadt, sollen nicht durch die neue belgische Regelung zusätzlich belastet werden. Er möchte wissen ob die Kontrollen in diesen Gebieten ausgeweitet werden.

Seine Partei hat dazu folgende Fragen gestellt:

  1. Wurden Sie von den Bürgermeistern in den umliegenden belgischen Gemeinden über die neue Regelung informiert?
  2. Sind sie mit uns einer Meinung, dass die neue Regelung zu mehr Overlast in unserer Gemeinde führt?
  3. Sind die umliegenden belgischen Gemeinden mit uns einer Meinung, dass die neue Regelung zu mehr Overlast sowohl in Belgien als auch bei uns führt?
  4. Sind die belgischen Gemeinden bereit, über dieses neue Problem einen Dialog mit der Gemeinde Maastricht zu beginnen?
  5. Sind sie mit uns einer Meinung, dass durch das I-Kriterium vor allem in den Ausweichgebieten gestiegen ist?
  6. Werden Sie mit der Einführung dieser neuen Regelung in Belgien die Kontrollen in den Ausweichgebieten verstärken?

Wer mehr über die neue Regelung in Belgien wissen möchte, findet hierzu einen Artikel von Antonio Peri in seinem Blog.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead

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  • Maastricht und nun auch die umliegenden belgischen Gemeinden werden immer mehr zur No-Go-Area für Cannabis-Konsumenten. Bleiben nur noch die kleinen limburger Gemeinden wie Geleen, Roermond und Sittard um sich halblegal einzudecken. Ansonsten bleibt nur noch der Schwarzmarkt. In Anbetracht der Wichtigkeit, die die niederländische und nun auch die belgische Politik dem Thema zumisst, ist der Aachener Schwarzmarkt bald die sicherste Option die bleibt. Ich frage mich, wann hier die ersten Käufer aus z.B. Belgien auftauchen. Wobei zumindest in den Niederlanden ja mittlerweile jeder der möchte sein Wiet-Taxi hat.

    • streuner

      Denk an meine Worte: Ganz NL wird bald für „Ausländer“ zur „No Go“ Zone!
      Maximal noch drei Jahre, dann ist das vorbei.
      greetz

      • Revil O

        Sollte es wirklich so kommen wie du es vorraus sagst dann wird das für Amsterdam ökonomisch ein Todesstoß .
        Auch wenn das hier überzogen oder lächerlich klingt ist es doch bekannt welche wirtschaftliche Vorteile diese Stadt seit Jahren durch die Duldungspolitik und die Coffeeshops vor Ort doch genießt .
        Die Kriminalität im Bereich Drogen dürfte dann auch rapide ansteigen.
        Viele Menschen (Touris) werden sich zwar zukünftig den Weg nach Amsterdam sparen doch wird für eine andere Klientel Amsterdam sich allemal lohnen sollten die Coffeeshops verschwinden oder auch für Nichteinwohner geschlossen bleiben( Back to the 70/80 er).
        Was Maastricht oder auch Städte in Noord Brabant von solch einer Politik für Kriminalitätsprobleme seit Jahren haben sieht und hört man ja zu genüge.
        In einer Stadt wie Amsterdam wird das ne ganz andere Liga werden sollten die niederländischen Verantwortlichen nicht langsam zur Besinnung kommen.

        • streuner

          Ich hoffe es kommt nicht so. Aber es zeichnet sich ab. Die Linie ist doch ganz klar, geschlossene Clubs, eigener Anbau, nur für „Seßhafte“.
          Amsterdam wird dann wieder in die 70er Jahre zurückfallen, Straßendealer ohne Ende und private oder/und illegale CS.
          Es ist ja nicht nur Ivo der zur Besinnung kommen muss, er hat ja viele „Unterstützer“. Und die Holländer sind ja nicht alle für den Staus Quo der jetzt herrscht. Ein sehr großer Teil der Holländer will gar keine CS und keine Legalisierung. Natürlich sind die Leute die dagegen sind von der Übermacht der negativen Infos erschlagen, weil nun mal die Politik die Medienhoheit hat.
          Ist wie hier in Dummland, alles negative bleibt hängen und das positive geht im Getrommel der Ignoranten unter.
          greetz

  • Danke @ Steve für den Link auf meinen Artikel zu Belgien. Wie ihr seht, bin ich nun auch wieder am Start. Bisher auf meinem Blog, aber sehr bald auch wieder hier auf „Kein Wietpas!“. Momentan gibt es wieder ziemlich viel Aktuelles zur Drogenpolitik auch außerhalb der Niederlande. Gestern wurde der Entwurf der kommenden BtMG-Änderung vom Bundeskabinett beschlossen. Nach einiger Recherche konnte ich den kompletten Entwurf mit den 32 Sustanzen (darunter wieder einmal einige synthetische Cannabinoid-Analoge) finden und in folgendem Blogpost verlinken: http://antonioperi.wordpress.com/2014/10/15/28-btmg-anderung-welche-substanzen-sind-drin/

  • blacksand

    Die belgische Regierung sollte sich besser darum kümmern,dass ihre Bürger auch im Winter Strom haben..siehe das Europamagazin von heute..

    • Ich habe bei mir im Blog auch als Antwort auf einen Kommentar geschrieben, dass Belgien ganz andere Probleme hat als Cannabis. Vor allem der Konflikt: Flamen gegen Wallonen tobt dort seit Jahren. Das ist auch der Hauptgrund der solche Dumpfbacken ans Ruder gebracht hat.

      • Belgien hat besser funktioniert, als die keine Regierung hatten ;-)

        • Dieses Land (Belgien) wäre ohne EU evtl. gar nicht mehr existent so zerissen sind die. Ein Teil würde dann an Frankreich fallen und einer an die Niederlande. Und das Fitzelchen rund um Eupen aber auch St. Vith bei Prüm in der Eifel ginge nach Deutschland – was es vor dem ersten Weltkrieg ja war. Und dann gab es noch einen Kleinststaat Namens: „Neutral Moresnet“. Das Dreiländereck hier war nämlich mal ein Vierländereck.

          • blacksand

            Die deutschsprachige Gemeinschaft wäre,ob du es glaubst oder nicht,nach Luxemburg gegangen..

          • Das glaube ich sofort. Luxemburg ist der Himmel auf Erden. Wer in Deutschland ins Hartz IV-System gerutscht ist, würde gern als Armutsmigrant nach Luxemburg, Belgien oder in die Niederlande gehen. Das sich die „deutschen“ Belgier unseren „Sozialstaat“ nicht antun wollen und stattdessen lieber nach Luxemburg mit beinahe Vollbeschäftigung, tollen Gehältern und gutem Sozialsystem gehen, hatte ich völlig vergessen. Ich würde auch sofort nach NL, Luxemburg oder Belgien gehen – aber diese Länder haben Armutsmigration einen strikten Riegel vorgeschoben. Als deutscher Armutsmigrant hat man da keine Chance.

          • J.J.Weedow

            Dann sollte man vielleicht versuchen aus der Armut zu kommen!
            Ist zwar einfacher gesagt als getan,aber es geht,alternativen suchen,um flexibel verschiedenste geldbringende Sachen zu machen: ticken wäre jetzt mal ausgeschlossen.
            Dann hat man Optionen nur noch teile zu beziehen,Wohngelder etc.

            Ich denke in NL hat man als Blower etwas einfacher,
            In Belgien bisher auch.
            Wie sieht es in Luxemburg aus.
            Wo ist deren toleranzschwelle.

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