Hoffnung für Breda?

Paul Depla bald Bürgermeister von Breda (Foto via Twitter)

Paul Depla bald Bürgermeister von Breda (Foto via Twitter)

Ab dem 01. März wird es in Breda (Nordbrabant) einen neuen Bürgermeister geben. Und der Gemeinderat der Stadt, in der das I-Kriterium weiterhin hartnäckig durchgesetzt wird, hat sich für niemand geringeren entschieden als Paul Depla (PvdA), bislang Bürgermeister von Heerlen (Limburg). Auf der Liste der potentiellen Kandidaten standen 26 Kandidaten, zehn von der VVD, acht von der CDA, vier von der PvdA, einer von den D66 und drei weitere Kandidaten. Gegen all diese konnte sich Depla also durchsetzen und bekommt dadurch Verantwortung für ca. 180.000 Einwohner, mehr als doppelt so viele wie bisher in Heerlen.

Kaum ein Politiker steht so offen nicht nur für eine Fortsetzung der liberalen Coffeeshoppolitik der Niederlande, sondern auch für eine Ausweitung mit legalem Anbau, wie Paul Depla. Als einer der Hauptinitiatoren des Manifestes der Bürgermeister scheut er auch keine offene Diskussion mit Innenminister Opstelten (VVD). Dieser solle „aus seinem Elfenbeinturm herauskommen“ und endlich mal seine festgefahrene Position was Cannabisanbau zur Versorgung der Coffeeshops ändern.

Depla war auch einer der ersten, die 2013 in Heerlen die Coffeeshops für Ausländer wieder öffnen lies, nachdem dies kurzzeitig in Maastricht als ziviler Ungehorsam geschehen ist. Maastrichts Bürgermeister Hoes griff damals mit eisener Faust zu und schloss nahezu alle Coffeeshops, während man in Heerlen (und anderen Gemeinden in Limburg) den Rückgang des Strassenhandels und der „Overlast“ beobachten konnte.

Nun also der Wechsel nach Breda. Die Entwicklung dürfte eine Signalwirkung nach Den Haag haben. Wird Depla das I-Kriterium nach über 2 Jahren wieder abschaffen? Wird das offiziell geschehen oder im Stillen? Werden die positiven Effekte, die dies zweifelsfrei haben wird, auch die anderen Bürgermeister in Nordbrabant dazu animieren, die Position nochmal zu überdenken?

Natürlich ist die Coffeeshoppolitik nicht Alles. Es wird mit Sicherheit weitaus wichtigere Baustellen in Breda geben. Trotzdem ist zu erwarten, dass Depla recht schnell Entscheidungen treffen wird. Ich bin sehr gespannt, wie diese sein werden.

Viel Erfolg, Meneer Depla!

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de
  • Kushdee

    Na das klingt doch mal gut. Dann bin ich mir ziemlich sicher, dass man bald wieder in Breda einkaufen kann.

  • Revil O

    Da kann man Paul Depla erstmal nur gratulieren und auf jeden Fall viel Erfolg wünschen.
    Das Coffeeshoppolitik nicht alles ist steht ja zweifelsfrei außer Frage,doch bin ich gespannt wie Paul Depla als zukünftiger Stadtvater von Breda in dieser Frage agieren wird.
    Ich kenne zwar Heerlen nicht und bin nur 2 mal praktisch dort vorbeigefahren , doch ist es schon länger bekannt das diese Stadt schon immer Probleme hatte mit anderen Drogen und das dort ein großer Markt und ein großes Angebot vorherrschen soll.
    In solch einer Stadt, die noch mehr oder weniger grenznah liegt, freiwillig als Bürgermeister ein I-Kriterium zu kontrollieren und zu handhaben ist doch von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen .
    Somit war es auch für mich verständlich das Paul Depla einer der ersten Bürgermeister in Limburg war der das I-Kriterium nicht mehr kontrollierte bzw. am liebsten solch eine Sinn befreite Politik von Anfang an gar nicht mitgetragen hätte.
    In den Medien hört und liest man ja auch immer wieder das in den Städten in Noord Brabant die Probleme sich immer mehr häufen.
    Belgische und französische Besucher kommen auch seit über 2 Jahren weiterhin in die südniederländischen Städte und kaufen Cannabisprodukte auf dem Schwarz-u.Parallelmarkt ein.
    Durch den Ausschluss von Nichteinwohnern scheint dort in wenigen Monaten auch ein immer grösseres Angebot an anderen Substanzen neben Cannabisprodukten entstanden zu sein.
    Kein Wunder , wenn die Behörden damit explizit beschäftigt sind Coffeeshops zu kontrollieren (I-Kriterium) und jeder popeligen Hanfplantage hinterher stöbern kann somit ein anderer Markt ungestört wachsen und agieren.
    Bestes Beispiel scheint hier ja wohl wieder die Stadt Maastricht zu sein.
    Seit Monaten scheint die Polizei ihre Energie damit zu verschwenden ausländischen Kiffern hinterher zu jagen und die Drugsrunner in und um Maastricht lachen sich kaputt.
    Auch ist jetzt immer öfters zu hören das Maastricht ein immer grösseres Heroin-und Kokainproblem haben soll und das es mittlerweile genauso easy sein soll an H und Koks zu kommen wie an Gras.
    Somit ist ja bestens zu sehen das ein elementarer Grundpfeiler der niederländischen Drogenpolitik immer mehr aufgeweicht und kaputt gemacht wird durch die Politik aus Den Haag, nämlich die Trennung der Märkte!!
    Auch Breda wird auf der drogenpolitischen Bühne genug Baustellen haben denen es sich verantwortungsbewusst zu stellen gilt und nicht weltfremd oder gar populistisch.
    Man darf gespannt sein in welche Richtung es sich in Breda und vielen benachbarten Städten entwickeln wird und ob auch in Noord Brabant tatsächlich ein Dominoeffekt eintreten wird wie vor Monaten in Limburg.

  • Timo

    Der soll mal schön in Heerlen bleiben.

    • Um Heerlen würde ich mir keine Sorgen mehr machen.

  • Pingback: Gemeinde Breda vielleicht bald Coffeeshopbesitzer | Kein Wietpas!()

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