Coffeeshop Nemo in Rotterdam bleibt geöffnet

Coffeeshop Nemo (via Google StreetView)

Coffeeshop Nemo (via Google StreetView)

Die dunklen Wolken über dem Coffeeshop „Nemo“ haben sich verzogen. Dieser bleibt nun ohne Einschränkungen geöffnet und darf seinen über 1000 Kunden weiterhin etwas gutes tun. Der Richter hat endgültig beschlossen, dass ein Coffeeshop mit so einem großen Kundenstamm nicht mal ansatzweise mit den vorgeschriebenen 500 Gramm Handelsvorrat zurecht kommt und es einen enormen Aufwand bedeutet, diesen permanent aufzufüllen. Jede Lieferung ist außerdem eine kriminelle Handlung und kann dazu führen, dass der Shop leer ausgeht weil der Kurier bei einer Polizeikontrolle angetroffen wird. Da kann man dem Richter nur beipflichten und froh sein dass dieser jetzt ein endgültiges Urteil gefällt hat. Immerhin ist es das gleiche Ergebnis wie nach der Verhandlung bezüglich der einstweiligen Verfügung. Da hätte man sich die zweite Verhandlung sparen können aber wir Deutschen kennen uns mit der allseits geliebten Bürokratie ja bestens aus.

Die Anwältin des Besitzers, Ilonka Kamans, ist angesichts des Urteils natürlich sehr positiv gestimmt. In ihren Augen ist dies ein Signal an die Politik, dass auch Richter die Notwendigkeit einer Lösung des Achterdeur-Problems sehen. Auch bemängelt sie die Wiegekünste der zuständigen Beamten. Ihrer Aussage zufolge handelte es sich um 5000 vorgedrehte Joints und einen Vorrat von 142 kg, welcher für die Coffeeshops „Nemo“ und „The Reef“ bestimmt war.

Natürlich wollen auch die Bewohner in dieser Diskussion nicht zu kurz kommen und beklagen mal wieder Overlast. Es gibt aber durchaus auch Anwohner die erkannt haben, dass gerade Schließungen zu noch mehr Overlast führen. Wir befinden uns hier außerdem an einer belebten Straße die sicher niemals eine Ruhezone werden wird. Da ist Gerard Roijackers, der Vize-Vorsitzende der Gebietskomission Zentrum, einer ganz anderen Meinung. Ein Coffeeshop mit einem derartigen Kundenaufkommen wäre dort nicht ideal platziert und man sollte die Idee mit dem Drive-In Coffeeshop nicht außer Acht lassen. Diese könnten nahezu überall in der Stadt eröffnet werden ohne Overlast zu verursachen, meint Roijackers. Der Eigentümer der beiden Shops in Rotterdam (Zuid-Holland) ließ durch seine Anwältin mitteilen, das er durchaus bereit sei einen solchen Coffeeshop, beispielsweise am Stadtrand, zu eröffnen.

Es ist ein großer Erfolg für die Coffeeshopbranche, selten hat es solche Urteile gegeben. Man darf davon ausgehen das dieses Urteil auch in Den Haag für Aufsehen sorgen wird und hoffentlich ein paar Leute zum Umdenken bewegen kann.

Wer sich noch nicht mit der Geschichte beschäftigt hat, kann sich hier noch nochmal die bisherigen Artikel durchlesen!
Großer Handelsvorrat in Rotterdam
Und wieder zwei Coffeeshops weniger
Rotterdammer Coffeeshops bleiben vorerst geöffnet

Kushdee

Kushdee

In den letzten Jahren habe ich mich eingehend mit der Niederländischen Coffeeshopkultur beschäftigt und einige Erfahrungen vor Ort sammeln dürfen. Sie hat mich quasi in Ihren Bann gezogen und lässt mich nicht mehr los. Ich freue mich hier auf "Kein Wietpas!" dabei sein zu dürfen und euch regelmäßig Beiträge zu liefern. Wie man in den Grenzregionen sieht, kann auch ein "kleines" Blog zur Verbesserung der Situation beitragen.
Kushdee

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  • YoSen

    Sehr erfreulich, auch wenn der Laden nicht der First Class der Rotterdammer CS Szene zuzuordnen ist.

  • high society

    Hehe, sehr gut, bin gestern an dem Laden vorbei gekommen und sah, dass er offen ist obwohl ich mich sehr gut an die Meldung über die Schließung erinnern konnte. Als ich dann rein wollte, haben sie mir quasi vor der Nase die Tür zu gemacht. War 10 Uhr. Dachte, der hätte mal bis 12 aufgehabt. Jeder Shop mehr ist natürlich besser, ich könnte aber sowieso eher Miami, Bellamy und Pluto in R’dam empfehlen. Beste Shops im Land imho. In der Gegend des Miami sollte man sich nachts allerdings nicht alleine rumtreiben. Habs gestern gewagt und dann hat der auch noch zu wegen Urlaub…. Hab aber auch direkt mal die Bekanntschaft mit der überwiegend schwarzen Anwohnerschaft gemacht. War jetzt gar nicht mal so cool…

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