Keine Strafe für Coffeeshopversorgung

Die Toleranzregelung der Coffeeshops wimmelt nur so vor Paradoxen. Ein Shop darf bis zu 500g lagern und diese auch verkaufen. Woher er diese bekommt ist nicht reglementiert und verläuft genauso wie bei uns vollkommen illegal. Diese „Backdoor-Problematik“ dürfte wohl der größte Kritikpunkt an der Regelung sein. Doch immer wieder gibt es Richter, die das nicht mehr hinnehmen wollen und in Strafrechtsprozessen für den Angeklagten entscheiden, weil deren Vorgehen so einfach notwenig gewesen sind.

So auch kürzlich im Gerichtshof Den Haag. Dort waren ein Betreiber und ein Mitarbeiter eines Rotterdamer Coffeeshops wegen Besitzes von Cannabis angeklagt. Die beiden wurden im vergangenen Jahr in Nieuwerkerk aan den IJssel (Südholland) bei einer Polizeikontrolle mit 488g Cannabis angetroffen. Die beidem waren auf dem Weg zum Coffeeshop um diesen mit Ware zu versorgen.

Sie wurden vom Gericht für schuldig ohne Strafe befunden. Zwar haben die beiden zweifelsohne ein Gesetz gebrochen, aber die Tatsache, dass der Shop ja irgendwie versorgt werden müsse und die mitgeführte Menge die im Shop zulässigen 500g nicht überstiegen haben den Richter dazu bewogen, von einer Strafe abzusehen.

Solche Urteile sind es, die uns allen zeigen, dass auf juristischer Seite ein Umdenken stattfindet. Richter möchten es oft nicht mehr hinnehmen, dass sich geduldete Coffeeshopbetreiber in die Illegalität begeben müssen, um ihr Geschäft betreiben zu müssen. Auch wenn das Urteil, wie so viele andere, keinen Erdrutsch in der Debatte auslösen wird, ist er doch ein weiteres Puzzelstück zur Regulierung der Hintertür der Coffeeshops.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • kirchy90
    • Sebastian

      Leider ist mein Niederländisch nicht so gut.

      Jedenfalls: Was für ein Scheiß, niemand wird Strom in dem Maße nutzen, wenn die Möglichkeit besteht Gewächshäuser legal zu benutzen, was meint ihr wie schnell bei dem einhergehenden Preisverfall sich der energieintensive Indooranbau nicht mehr rentiert.

      • Revil O

        Servus!!
        Nee …mein Niederländisch ist wirklich auch nicht das Beste aber was ich verstanden habe(habe es noch nicht ganz geschaut) hat mich auch mal wieder kräftig mit dem Kopf schütteln lassen.
        Vieles was dort behauptet wurde geht für mich im großen und ganzen an der Realität völligst vorbei.
        Es liegt völlig auf der Hand das wenn ein Markt legal agieren darf sich kein Unternehmen auf irgendwelche halsbrecherischen Unterfangen einlassen würde.
        Es gibt keinen logisch, nachvollziehbaren Grund warum ein legales Unternehmen Stromdiebstahl betreiben sollte oder andere obskurse Unterfangen!!
        Ich denke solche Berichte dienen eher einer gewissen Form von Brainwash um die Bevölkerung gewisser weise bei der Stange zu halten und weiterhin eine Politik verkaufen zu wollen wo mittlerweile schon Gerichte immer öfters die Reißleine ziehen.

        Greetz

        • Sebastian

          Niemand kann Geld verdienen mit Growräumen neben Kinderzimmern, wenn die holländischen Kweker wieder ihre Gewächshäuser mit Hanf bepflanzen, dann sind wir ganz schnell bei einem Grammpreis von unter 5€ bei besserer Qualität, so wie es damals war.

          • Revil O

            SIGN!!

          • Vhf

            wäre definitiv schön! allerdings denke ich, dass sich die preise dann leider auf dem derzeitigen coffeeshopniveau(grob 8€-ende offen)einpegeln werden. ich meine, schau dir mal die szene hier in nrw seit einigen jahren an: es wächst eine generation heran, welche 10, 12€ für ein angebliches „haze“ bezahlt und das auf einem deutschen, steuerfreien(!)schwarzmarkt. die vertreiber bzw. kunden orientieren sich an coffeeshoppreisen und bei prostesten bzw. kritik meinerseits bekomme ich dann zu hören, „dass das im coffeeshop genauso viel kostet“. abgesehen davon, dass ich mich nicht in solchen kreisen versorge, kann ich als zweites“argument“vorbringen, dass die preise in den usa(ich rede von legalen staaten wie colorado z.b.)den der coffeeshops doch noch sehr ähnlich sind. sicher, die haben 1000x bessere, weil kontrolliertere(gesundheitsschutz, hygiene)qualität, aber sie haben sich in den anfangstagen u.a.(!) wohl auch an den preisen in den niederlanden orientiert. angeblich soll sich da ja noch was ändern(noch mal zur sicherheit: ich finde die qualität aus usa, vom hörensagen, super, die preise allerdings eher nicht).

            na ja, und ihr seht aber, dass das funktioniert und die leute kaufen. der mensch ist leider irgendwo ein gewohnheitstiert und falls es mal legal wird werden sehr, sehr viele maden etwas vom kuchen abhaben wollen und dieser preis wird an den endverbraucher weitergegeben^^

            es ist eine farce!

            persönlich wäre ich auch für pi mal daumen 5€/g, am besten mit einem nicht auf profit ausgelegten modell wie in spanien, aber ich bin nur ein idealist:D , aber aufgeben ist nicht;)!

            viele grüße
            *vhf*

          • Sebastian

            Das was Du beschreibst ist die Übergangsphase, wie sie gerade in Colorado zu beobachten ist.
            Ich rede davon, daß die Niederländer Wiet wie Tomaten anbauen, die Herstellungskosten sind dann ähnlich wie bei Tomaten.

          • Vhf

            na ja, getreu der tendenz’ein pessimist ist ein optimist mit lebenserfahrung‘ wollte ich nur folgendes ausdrücken;).

            zwei an den haaren herbeigezogene beispiele:

            1. die automatisierung – ich bin übrigens kein technologiefeind, es kommt allerdings immer auf den kontext an – ist überall im gange, ob z.b. bei möbelhäusern oder supermärkten(in den usa und der uk schon sehr viel länger). der konsument dort kassiert sich an der vollautomatischen kasse selber ab und freut sich meist noch darüber, alles selber machen zu können(was im prinzip nicht verwerflich ist).
            ein anderes beispiel ist der pfandflaschenautomat, einige können sich vielleicht noch daran erinnern, dass das auch mal in menschlicher hand war.
            fazit: der unternehmer spart mehr oder weniger berechtigt personalkosten ein(was im unternehmen meist die größten kosten sind), aber: das ersparnis(personalkosten!) wird nicht an den konsumenten weitergegeben(in einen endpreis werden immer personal- und andere fixkosten berücksichtigt). die preise bleiben meist wie vorher, der konsument soll schließlich froh darüber sein, dass er jetzt mit „high-technology“ alles selber machen darf und der „service“ des bedientwerdens nicht mehr mit einbegriffen ist beim einkauf(könnte jetzt auch als abschaffung der klassenunterschiede positiv gewertet werden, der neutrale automat wird bedient und macht keine unterschiede*lol*), der nicht vorhandene, ehemalige service wird allerdings dennoch mitberechnet, da die preise nach der technologieumstellung sich ja nicht(!)ändern meist.

            2. der kruidentuin in nimwegen(also sogar ein beispiel aus der coffeeshopszene) wurde anfang des jahres nach mindestens einer gefühlten dekade komplett renoviert bzw. umgebaut. beim ersten besuch rechnete ich mit einem anstieg der weed- und haschpreise. das blieb aus. zum glück. die getränkepreise etc. jedoch wurden definitiv um 0,50cent – 1 euro erhöht.
            es gäbe jetzt die kompromissvorstellung, dass der inhaber die getränkepreise erhöht, bis sich die investition in den umbau armortisiert hat. ich bezweifle jedoch, dass – nachdem das geld wieder reingeholt wurde – die preise wieder gesenkt werden;). wäre natürlich schön, aber eher unwahrscheinlich.

            summa sumarum: es gibt definitiv „unternehmer“ die ihre kosten anders verteilen usw. aber die sind definitiv in der minderheit. und wie gesagt, ich bin gespannt auf die entwicklung in den usa aber in den wenigen jahren ist preislich nicht viel passiert. das lässt sich online ja recherchieren. wieso auch ändern? die leute sind doch froh dort jetzt legal kaufen zu können. wie gesagt, die neue generation wird auch nichts mehr von“vernünftigen preisen“ wissen, die werden jetzt damit groß.

            viele grüße
            *vhf*

          • Sebastian

            Letztendlich können wir nur vermuten wie der Markt sich entwickeln wird.

  • Tor Wart

    Ich finde dass der Job eines coffeeshopbetreibers eigentlich nicht zu „beneiden“ ist. Einerseits erlaubt ihm das Gesetz 5g an den Mann zu bringen. Anderseits wird er auch dazu gezwungen ins kriminelle abzuschweifen um die Versorgung seines shops zu gewährleisten und Mitarbeiter müssen auch viel riskieren denn dieser kriminelle Kreislauf ist durch den Betreiber alleine gar nicht zu stemmen.
    Heißt eigentlich dass für meine 5g die ich im Shop kaufe sich mindestens 2 Personen theoretisch strafbar machen.
    Und zu guter letzt wird zb in Maastricht zu allem Überfluss auch noch gesetzlich dazu gezwungen Menschen zu diskriminieren.
    Da kann man echt froh sein das die Betreiber diese schose auf sich nehmen, mit Behörden, Gerichten und Polizei kämpfen, damit wir unsere 5g kaufen können.

    Dank an alle coffeeshopbetreiber für ihren täglichen Kampf!!!!!

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