Amsterdam möchte Touristen als Lockvögel für Straßendealer einsetzen

Gracht in Amsterdam bei Nacht (CC BY-SA 3.0, Copyright by: Labe)

Gracht in Amsterdam bei Nacht (CC BY-SA 3.0, Copyright by: Labe)

Der Gemeinderat in Amsterdam (Noord-Holland) diskutiert momentan eine neuartige Methode um den Straßenhandel im Centrum noch weiter einzudämmen.Touristen, mit dem Hang zur Polizeiarbeit, dürfen vielleicht bald in Amsterdam auf Dealerjagd gehen. So neu ist diese Idee natürlich nicht, da in Gebieten wo Drogen und auch Cannabis verkauft werden natürlich verdeckte Ermittler unterwegs sind. Einzig die Tatsache, dass man dafür Touristen „missbraucht“, ist neu. Allerdings ist der Sinn und Zweck verständlicherweise ein anderer in Amsterdam. Hier will man dem legalen Handel mit Cannabis unter die Arme greifen und den illegalen Markt, rund um die Coffeeshops, austrocknen. Natürlich reden wir hier auch über den illegalen Verkauf von harten Drogen. Das manche Touristen auch das Bedürfnis verspüren, harte Drogen zu konsumieren dürfte mittlerweile kein Geheimnis mehr sein. Derzeit wird allerdings noch geschaut ob dies in der Praxis überhaupt umsetzbar ist. Wenn man dafür von behördlicher Seite nicht fürstlich entlohnt wird, dürfte die Resonanz der Freiwilligen sehr dürftig ausfallen. Wer hat schon Lust seine Zeit damit zu verbringen, die Arbeit der Polizei zu erledigen. Ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass diese quasi unter Strafandrohung dazu gezwungen werden.

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Die wichtigere Frage ist, was passiert dann mit den Straßendealern? Sollen diese dann in den Wohnvierteln weiter dealen oder die Leute direkt im Coffeeshop anquatschen? Pro Jahr werden etwa 1200 Personen, rund um das Centrum, Opfer einer Polizeikontrolle. Hierbei handelt es sich allerdings um Kontrollen bezüglich harter Drogen. Wer zuviel Wiet dabei hat, zahlt natürlich trotzdem. Ca. 1/3 der Personen werden auf Verdacht des Handels kontrolliert. Unterm Strich ist das Ganze natürlich totaler Blödsinn, da man das Problem somit nur verlagert bzw. ausweitet. Um das Problem in den Griff zu kriegen, hilft nur eine vollständige Legalisierung. Die damit anfallenden Jobs würden sicher einige Dealer von der Straße holen. Aber wie meist in der Politik, die Dummheit siegt!

Kushdee

Kushdee

In den letzten Jahren habe ich mich eingehend mit der Niederländischen Coffeeshopkultur beschäftigt und einige Erfahrungen vor Ort sammeln dürfen. Sie hat mich quasi in Ihren Bann gezogen und lässt mich nicht mehr los. Ich freue mich hier auf "Kein Wietpas!" dabei sein zu dürfen und euch regelmäßig Beiträge zu liefern. Wie man in den Grenzregionen sieht, kann auch ein "kleines" Blog zur Verbesserung der Situation beitragen.
Kushdee

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  • HansDampf

    Danke für Deinen Artikel! Grauenhaft was die da abziehen^^
    STASI lässt grüssen oder was?
    Peace

  • Sebastian

    Reduzierung von Angebot durch Nachfrage, soweit zumindest der Plan, die
    echte Nachfrage bleibt zwar unverändert, aber vielleicht ziehen die
    Preise an und mehr Geld gerät steuerfrei in dunkle Kanäle,wem ist damit
    genützt?

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