Anschlagziel: Coffeeshop

Foto: Robby Hiel via twitter

Foto: Robby Hiel via twitter

Schon mehrfach haben wir hier über Coffeeshops berichtet, die Ziel eines sogenannten „Drive-by-Shootings“ wurden, also das Ziel von Anschlägen mit Schusswaffen aus vorbeifahrenden Autos oder anderen Fahrzeugen.

Der aktuellste Fall ereignete sich am letzten Dienstag, als ein unbekannter Täter von einem Roller fünf mal auf den Coffeeshop „The Power“ in Amsterdam schoss. Trotz Zeugen konnte der geflohene Täter bisher nicht gefasst werden. Niemand wurde bei dem Ereignis verletzt.

Nachrichten dieser Art sind keine Seltenheit. Ein paar ähnliche Fälle:

Über die Gründe für diese Anschläge kann man als Außenstehender nur spekulieren. Naheliegend ist natürlich, dass die gesamte Backdoor-Problematik eine große Rolle dabei spielt. Coffeeshopbetreiber sind dazu gezwungen, sich in die Illegalität zu begeben, ob sie es wollen oder nicht. Und weil ein geregelter Geschäftsbetrieb eine stetige Warenversorgung voraussetzt, sollte jedem klar sein, dass es sich hier allzu oft nicht um Kleinkriminelle handelt, die die Versorgung gewährleisten, sondern es liegt in der Natur der Sache, dass man sich als Shopbetreiber mit der professionellen, organisierten Kriminalität arrangieren muss.

Spurensicherung mangelhaft via @javans73 (twitter)

Patronenhülsen vom Beschuss im „De Kroon“

Und die sind nicht zimperlich, wenn sie nicht zufrieden sind. Das zeigen auch die vergessenen Patronenhülsen im Falle „Kroon“ die nicht unbedingt von einem Luftgewehr stammen…

Es können nicht beglichene Rechnungen sein, die Auslöser solcher „Warnschüsse“ sind. Streitigkeiten zwischen verfeindeten Gruppierungen sind auch im Rahmen des Möglichen.

Für alle Freunde der Verschwörungstheorien: Möglich wären natürlich auch Angriffe von Coffeeshopgegnern, denn nach so einem Ereignis ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass der Bürgermeister der jeweiligen Gemeinde den Shop zumindest eine Zeit lang schließt, primär aus Sicherheitsgründen. Somit eine sehr Effektive Methode, den unbeliebten Coffeeshop aus der Nachbarschaft in Misskredit beim Bürgermeister zu bringen und eine Schliessung zu provozieren. Bei einem weiteren Beschuss sieht es dann meist ganz Böse für den Shop aus…

Wie gesagt: Wir können nur spekulieren. Die Branche selbst gibt sich sehr verschwiegen, was auch als Symptomatik der Backdoor-Politk anzusehen ist. Fakt ist jedoch, dass die Angriffe neben dem Materiellen Schaden primär wohl einen symbolischen Charakter haben. In der Regel finden sie nachts statt, wenn die Shops längst geschlossen sind. Die Täter wollen wohl vermeiden, dass Menschen bei den Schüssen verletzt oder gar getötet werden.

Sie schaden damit allerdings dem Ansehen der ganzen Branche, die bemüht ist, ihr Schmuddelimage loszuwerden, durch derartige Aktionen allerdings stark in Misskredit gezogen wird.

Der einzige Weg, solche Ereignisse in Zukunft zu vermeiden oder zumindest stark zu minimieren ist die Öffnung der Hintertür. Belieferung der Coffeeshops gehört nicht in die Hände skrupelloser Krimineller, sondern bedarf einer Regulierung und staatlicher Kontrollen. Dies ermöglicht auch das bessere Erkennen von schwarzen Schafen.

Sieger wären auf alle Fälle die Kunden.

 

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de
  • Rene Pursche

    ich
    persönlich denke es hat viel einfachere hintergründe – denn wenn ich
    selbst in amsterdam leben würde hätte ich auch bereits in mindestens
    EINEN coffeshop geschossen ! (coffeshop monaco – verkauft brixweed – und
    wenn man ihm es unter die nase hält behauptet er das sei nicht vom ihm)
    und zitat aus dem text :

    Sie schaden damit
    allerdings dem Ansehen der ganzen Branche, die bemüht ist, ihr
    Schmuddelimage loszuwerden, durch derartige Aktionen allerdings stark in
    Misskredit gezogen wird

    sry aber die merhzahl der
    coffeshop betreiber will einfach nur geld verdienen und die scheissen
    deshalb auf qualität und wenn dann jemand aus frust übeer seine
    verlorenen 50 € in die scheiben schiesst – wird sich kaum ein shop
    betreiber hinstellen und sagen das sein brixgrass der grund dafür war.
    die kriminellen die für die grosslieferungen verantwortlich sind werden
    wohl kaum ihre szene gefährden mit der sie geld verdienen – solche
    „schulden“ werden im dunklen beglichen wo es keiner mitbekommt

    • Piet

      @Rene.Sie gehen mit deutschen gutbürgertum an die sache heran.
      BZW Tatort wissen.

      Nur zur info….RTL ist nicht die Realität.

      • Rene Pursche

        das kannst du sicher argumentieren

        • Kutgezichtboxer

          Kannst Du doch scheinbar auch kein bisschen!? Du würdest also ein Driveby Shooting ausführen (wollen), weil man dir deiner meinung nach Dreck verkauft hat? Und was können die Kunden dafür, die evtl. auch von den Kugeln getroffen werden? Spasti!

          • Rene Pursche

            hör mal zu wer hier der spasti is wird spätestens dann klar wenn man den hauptbericht nochmal liest wo klar zu sehen ist das diese shootings nachts passieren wo laden zu is kapisch ? ne du nich – was frag ich überhaupt^^

          • Kutgezichtboxer

            Na denn…im Schutz der Dunkelheit ist es natürlich ok Rambo zu spielen, wenn der Typ von dem Laden dir Rattenott vertickt hat! https://www.youtube.com/watch?v=rZRC-s-ybiA

    • Kushdee

      Das klingt irgendwie alles sehr unrealistisch. 3/4 der Kunden in Amsterdam dürften aus dem Ausland kommen. Die Niederländer, die man antrifft, machen oft eine Tagestour nach Amsterdam. Es schießt doch niemand wegen 50 € einen Coffeeshop zusammen. Wie sollen denn Touristen so einfach an eine Schusswaffe kommen? Du solltest das Ganze nochmal überdenken. Brix Wiet gibt es in Amsterdam auch nicht! Wird seit langem behauptet aber Bilder habe ich noch nie gesehen die dies beweisen würden.

      Ich verstehe diese Aktion als Botschaft eines Züchters bzw. Lieferanten. Mutmaßlich hat der Shop die Quelle gewechselt und damit war der Züchter wohl nicht glücklich. Vielleicht gibt es zusätzlich noch unbezahlte Lieferungen.

      Bin hier komplett bei Mobo, es hilft nur die Aufhebung der Backdoor-Anlieferung!

      • Rene Pursche

        ich hab nie gesagt es waren turisten ich sagte wenn iCH in amsterdam leben würde ;) übrigens ich bin ca 2 bis 3 mal pro jahr in amsterdam und ich kann sagen es gibt genug einheimische welche die coffehsops besuchen um dort ihr grass zu kaufen ;) und es gibt auch genug die sich über die schlechte qualität und den hohen preis beschweren und ja 50 € sind viel geld für manche menschen – es wurden schon leute wegen weniger überfallen nur zur info – und im bericht wird ja gesagt es wird meistens dann geschossen wenn der shop zu hat. würde also sehr wohl zusammenpassen. ein mord würde nicht unbedingt zu 50 euro passen eine sachbeschädigung – und wenn sie mit einer schusswaffe begangen wird – schon eher ;)

        • Vhf

          @mobo

          danke für den artikel! besonders für das zwischen den zeilen;). und das eben nicht geschriebene:D dazu: immer wieder erschreckend, wie wenig sich die meisten leute mit der hintertür-problematik bzw. der tatsache, dass coffeeshops in einem graubereich agieren, auseinandersetzen. denkt bitte mal nach! so blauäugig kann doch keiner sein(doch, doch, das geht wohl schon, erleben wir hier auf der seite ja fast täglich^^). na ja, anderseits – und wieder widersprüchlicherweise – doch nachvollziehbar, dass viele leute sich eben keinen plan machen, weil sie nun mal in ein „offizielles geschäft im niederländischen alltagsleben“ hineinspazieren und nicht an irgendeiner bahnhofs- oder parkecke ihren bedarf holen^^

          @ rene

          finde deine theorie mit den einheimischen jetzt nicht völlig abwegig, aber tippe doch eher auf die hintertür. dazu zwei dinge: 1. wie du schon sagst, für einige leute sind 50€ viel geld und das kann ich auch nachvollziehen. ja, es werden regelmäßig verbrechen für 50€ begangen, es kommt nur auf den grad der verzweiflung des täters an. auch mord(ggf. im affekt bei raubdelikten z.b.). letzteres nicht allzu häuftig sicherlich, aber es kommt vor. leute, wie schon mehrmals gesagt, auf dieser welt geht es n u r um geld, geld is de facto also immer irgendwo die ursache.
          2. sicherlich wird vieles von der organisierten kriminalität , wie du schon sagst, im verborgenen geklärt, aber es kamen auch schon andere dinge vor.
          wer erinnert sich noch an diesen“klassiker“?:
          http://www.ad.nl/ad/nl/1041/Amsterdam/article/detail/3010560/2011/11/02/Eis-8-jaar-voor-ontvoering-coffeeshophouder.dhtml
          und https://www.youtube.com/watch?v=kKkFiOPDlZ8&ebc=ANyPxKqQWVTgSq66BJPL9o-b_UgdCmkifX0h-OkWovMBKXxaN3oWi9jRe1wsTAJIyhZkgRH6vLHOtRsf9Bo3vpxRhbhOKwtlsw

          das vollständige video finde ich jetzt leider nicht mehr auf die schnelle.

          wie kushdee und mobo schon im prinzip meinen, die hintertür muss weg. die ist so was von nicht mehr zeitgemäß.

          p.s. im zentrum von amsterdam sind eher weniger einheimische anzutreffen, aber im rest der shops dann schon. sicher ist der touristenanteil groß, problem ist nun mal wieder : es gibt keine wirklichen zahlen, scheinbar. finde ich aber auch gut, ich will aus datenschutzechnischen gründen nicht bei jedem besuch angeben müssen, ob ich amsterdammer oder tourist bin^^

          viele grüße
          *vhf*

          • Vhf

            sorry, ich meinte das video:

            viele grüße
            *vhf*

          • Vhf

            p.s.

            auch wenn jetzt wieder viele trolle hervorkriechen:

            es wird auch vereinzelt(!)brixwiet in amsterdam geben, denkt nur mal daran, dass es auch diesen mit apfel- und erdbeeraromaversetzten dreck in manchen amsterdamer coffeeshops zu kaufen gibt.
            das zeug ist auch bedenklich(m.e. nach aber auch vieles in so genannten shisha longes, aber das ist ein anderes thema^^).

            wieder: es geht nur um geld, letztlich. der eine ist weniger skurpelos als der andere, aber es kommt vor(coffeeshopbesitzer).

            viele grüße
            *vhf*

          • Kushdee

            Ist ja auch absolut korrekt. Im Boerejongens, The Stud usw. trifft man zumindestens im Sitzbereich fast nur Einheimische an. Im Zentrum, wie du ja schon bestätigt hast, sind die Chancen da sicher deutlich geringer. Ich kann mir die Therorie des „verärgerten Kunden“ aber wirklich nur extrem schwer vorstellen. Was hat der Kunde denn davon? Da müsste ja schon eine geistige Krankheit vorliegen.

            Wenn man sich das Kaliber anschaut (7,62 mm) dann ist es extrem wahrscheinlich, dass es sich hier um eine AK-47 handelt. Ich hab ja eine sehr große Vorstellungskraft aber dazu reicht es dann doch nicht. Und Sturmgewehre kriegt man in Europa auch nicht geschenkt.

          • Rene Pursche

            na wenn der kunde 50 € im minus ist – und der betrieber das geld nich zurückgibt – dann hat er durch die kaputte scheibe kosten und durch die art (schusswaffe) n haufen ärger. also ich als kunde würde genau das tun. was hat das mit krank zu tun ? auge um auge zahn um zahn

          • Kutgezichtboxer

            Bei Hirn um Hirn hättest Du ja auch wenig einzusetzen…

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