Zahlreiche Festnahmen bei der Operatie Trefpunt

Am Montag morgen um 6:00 Uhr begann die Polizei in Limburg und Brabant mit der Durchführung der ‚Operatie Trefpunt‘. Insgesamt 1500 Polizisten und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft begannen mit der Durchsuchung von 111 Wohnungen und Betrieben.

Das Geschehen ließ sich im Liveblog verfolgen

Das Geschehen ließ sich im Liveblog verfolgen

Die Aktion entstand aus einer Untersuchung in Brabant. In Best wurde gegen mehrere Verdächtige ermittelt, die unter dem Deckmantel einer Firma namens ‚Party King‘ nicht nur Partyzubehör vermieteten, sondern wohl auch die Versorgung mit den passenden Drogen sicherstellten. Als die Polizei gegen die Gruppe ermittelte, lieferten die Observationen und abgehörten Telefonate so viel Material, dass in der Folge 50 weitere Teiluntersuchungen eingeleitet wurden.
Die Untersuchungen wurden auch im Ausland durchgeführt. Einer der drei Hauptverdächtigen wurde in Tschechien festgenommen. In Belgien wurden ebenfalls mehrere Gebäude auf Ersuchen der niederländischen Polizei durchsucht.
‚Operatie Trefpunt‘ ist Teil der ‚Intesivering Zuid‘. So wird die verstärkte Zusammenarbeit der drei südlichen Provinzen genannt, bei der Polizei, Staatsanwaltschaft, Zoll, Finanzbehörden und weitere staatliche Institutionen zusammenarbeiten um kriminelle Netzwerke aufzudecken und die Produktion von Cannabis und synthetischen Drogen zurückzudrängen. Dabei wird auch eng mit den belgischen Behörden zusammengearbeitet um dem Ausweichen über die südlichen Grenzen entgegenzuwirken.
Bei der Aktion am Montagmorgen wurden 55 Leute verhaftet. Damit hatte die Polizei mehr Erfolg als geplant, denn sie wollte eigentlich nur 47 Vehaftungen durchführen. Diese hatte sie schon um 8:30 alle erledigt.
Neben jeder Menge Drogen und teils automatischen Waffen dürften die beiden spektakulärsten Funde in Eindhoven gewesen sein. Hier wurde ein Labor für synthetische Drogen mitten in einem Wohngebiet entdeckt. Die Betreiber hatten drei Garagen miteinander verbunden und dort ein recht gut ausgestattetes Labor eingerichtet. Ebenfalls in Eindhoven wurde ein Haus gefunden, welches ausschließlich der Anzucht von Cannabis diente. In beiden Fällen stellten die gefundenen Anlagen eine echte Gefahr für die Bevölkerung dar. Ein Drogenlabor mit gefährlichen Stoffen und explosiven Gasen mitten zwischen den Reihenhäusern in einem Vorort ist, gelinde gesagt, nah dran an der Hirnerweichung. Wer auf solche Ideen kommt, hat anscheinend schon zu lange besagte Gase eingeatmet.

Brandgefährliche Elektroinstallation bei einer Cannabiszucht in Eindhoven

Brandgefährliche Elektroinstallation bei einer Cannabiszucht in Eindhoven

Das Haus mit der Hanfplantage stellte eine akute Brandgefahr dar. Der Stromanschluss für die Anzucht der Pflanzen wurde hier so schlecht ausgeführt, dass bei einer Messung der Polizei eine der drei Hauptsicherungen des Gebäudes eine Temperatur über 150°C aufwies. Im Prinzip eine tickende Zeit(brand)bombe.
Um 12:45 twitterte die Polizei dann ihre Zusammenfassung. Es ist generell sehr bemerkenswert, wie die niederländische Polizei mit solchen Aktionen öffentlich umgeht. Nicht nur, dass man seine Follower über Twitter informiert, das ganze wurde auch mit einem Liveblog unterfüttert, in dem man das Geschehen verfolgen konnte.
Einen Tag nach dieser Aktion fand die Polizei in Helmond eine weitere Hanfplantage. Diese hier war in einem Betriebsgebäude untergebracht. 1400 Pflanzen wurden hier angezogen. Nach Aussage der Polizei sehr professionell. Sogar eine Kantine gab es in dem Gebäude.
Vielleicht sollten die Politiker über das letzte Beispiel mal etwas nachdenken. Immerhin hat es sich bei dieser Cannabisplantage um ein gut geführtes, wenn auch illegales, Unternehmen gehandelt. So etwas zu legalisieren wäre vielleicht die bessere Alternative, als andauernd hinter irgendwelchen Kriminellen herjagen zu müssen, die noch nicht mal eine Stromleitung vernünftig anschließen können.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead

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  • Vhf

    danke!

    money, money, money mal wieder, immer wieder besorgniserrgend, was diese subjekte für profit alles in kauf nehmen.
    das ist wohl auch von anfang an nur für den moment gedacht geld zu machen, aber passt irgendwo auch, weil dieser schlag mensch sowieso meist mehr eisen im feuer hat und nicht nur in einem illegalen bereich sein geld verdient.

    ich schließe mich an, ein grund mehr das verschwendete „steuergeld“ zur strafverfolgung einzusparen, indem die sache legal und kontrolliert wird.

    viele grüße
    *vhf*

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