45kg ohne Strafe. Fast.

Und wieder gab es in den Niederlanden einen spektakulären Gerichtsprozess, der in seinem Ausmaß hierzulande unvorstellbar wäre.

Im Sommer letzten Jahres wurde der Ehemann der Besitzerin des Coffeeshops Meetpoint in Den Bosch (Nordbrabant) und ein Mitarbeiter mit 88g Gras und 151 gram Haschisch während einer Versorgungsfahrt für den Coffeeshops angetroffen. Aus diesem Grund gab es einen Monat später eine Hausdurchsuchung bei dem Ehepaar, bei dem das Lager mit 30kg Gras und 15kg Haschisch aufgefunden wurde.

Diese Woche kam es jetzt zum Prozess gegen das Ehepaar und den Mitarbeiter vor der Rechtbank Lost-Brabant. Die Staatsanwaltschaft forderte eine  Geldstrafe von 30.000€ für die Besitzerin des Shops, da es sich um eine starke Überschreitung der zulässigen Coffeeshophandelsmenge von 500g handelte.

Davon lies sich der Richter allerdings wenig beeindrucken. Seiner Einschätzung nach benötigt man für den Betrieb eines Coffeeshops zwingend ein größeres Lager, um dem Kundenansturm Herr zu werden. Diese läge im Falle des Meetpoints bei ca. 300-400 Kunden pro Tag, was ein Lager in der angetroffenen Größe durchaus rechtfertigen würde. Abgesehen davon befand sich das Lager außerhalb des Coffeehops, weshalb man das aufgefundene Cannabis nicht als „Handelsvorrat“ ansehen könne.

Aus diesem Grunde sprach er die Angeklagten zwar schuldig, verhängte aber keinerlei Strafe oder Sanktionen.

Zwar gab es bereits ähnliche Fälle, trotzdem sind solche Gerichtsurteile immer als kleine Sensation anzusehen. Allzu oft handeln Richter im Gegensatz zu Politikern eben nicht an der Realität vorbei. Jedem sollte klar sein, dass die Hintertürpolitik so wie sie praktiziert wird eben nicht funktionieren kann. Wie lange kann sich die Politik der Niederlande noch vor dieser Wahrheit verstecken?

Gänzlich ungestraft kommt der Coffeeshop natürlich nicht aus der Sache: Die 45kg wurden selbstverständlich durch die Polizei beschlagnahmt und vernichtet. Und jeder kann sich selbst ausrechnen, welchen Wert die Ware hatte…

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • suspectjc

    Situation wohl eher sensation

    • Danke für den Hinweis. Das war die automatische Rechtschreibkorrektur ;-) Haben es geändert.

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