„The Power“ erneut beschossen

The Power nach dem ersten Beschuss im Februar

The Power nach dem ersten Beschuss im Februar

Im Februar wurde der Amsterdamer Coffeeshop „The Power“ von unbekannten Tätern beschossen. Solche Ereignisse führen unweigerlich zu einer mindestens temporären Schließung des Coffeeshops mit der Begründung, dass der Shop im offenen Zustand die Sicherheit der Nachbarschaft bedrohe. Auch im Falle des Coffeeshops „The Power“ gab es eine Schließung von 3 Monaten. Diese endete letzte Woche. Und schon wenige Tage darauf, in der Nacht von Montag auf Dienstag, gab es einen erneuten Beschuss.

Zeugenaussagen nach sollen der oder die Täter dieses Mal mit einer Automatikwaffe geschossen haben. Die Polizei zweifelt dies jedoch an, da nur zwei Einschüsse gefunden wurden. Der Shop hatte nach dem ersten Beschuss kugelsicheres Glas verbaut, weshalb es kein Eindringen der Projektile in den Shop gab, in dem sich zu dem Zeitpunkt aber sowieso keine Menschen befanden.

Aber natürlich führte auch dieses Ereignis wieder zur sofortigen Schließung des Coffeeshops durch Bürgermeister Eberhard van der Laan (PvdA). Der Anwalt des Shopbetreibers lies in seiner Pressemitteilung wissen, dass er befürchtet, dass der zweite Beschuss zur endgültigen Schließung des Shops führen dürfte.

Der Beschuss von Coffeeshops wird langsam zum Massenphänomen, dass die betroffenen Shops, aber auch die gesamte Branche noch weiter in Verruf bringt. Die Täter bleiben unbekannt und solange kann man nur mutmaßen, welche Motivation da hinter steckt. Het Parool vermutet, dass die Konkurrenz dahinter steckt, Crime Nieuws denkt, dass es sich um Schutzgelderpressungen handele. Die gäbe es auch bei „gewöhnlichen“ Betrieben, aber nur bei Coffeeshops führen diese zu der doppelten Bestrafung durch die Schließung des Shops und der kostenlosen Medienpräsenz.

Was auch immer der Grund für derartige Ereignisse ist zeigen sie doch die Vorteile aber auch die Grenzen der niederländischen Toleranzpolitik. Auch in restriktiven Ländern wie Deutschland gibt es  solche und ähnliche Ereignisse gegenüber Händlern von Betäubungsmitteln. Hierzulande werden diese aber in der Regel nicht mal zur Anzeige gebracht, da ja immer die Befürchtung der Selbstbelastung besteht. Bei einer legitimen Verkaufsstelle gibt es immer polizeiliche Ermittlungen, die sich auf den Täter und nicht auf das Opfer konzentrieren. Trotzdem gibt es aber auch immer Sanktionen gegenüber dem Coffeeshop in Form der Schließung und somit Umsatzeinbußungen.

Ich gehe auch davon aus, dass „The Power“ nicht mehr wiedereröffnen wird.

Der Betreiber kennt das Gefühl bereits: Am alten Standort seines Shops musste er wegen des Abstandskriteriums schließen. Er bekam als einer der wenigen Shops eine zweite Chance und konnte den Shop an einem anderen Ort wieder eröffnen. Eine dritte wird er sicherlich nicht bekommen.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • Michael

    Wie ich bereits anderswo schrieb, hängt es mit dem Ankauf des Weeds zusammen. Die Betreiber der Großplantagen gehören allesamt der organisierten Kriminalität an (Hells Angels, Bandidos, Satudarah etc.) und mit denen macht man besser keine Geschäfte. Wie jeder weiß, sind die nicht zimperlich in der Auswahl ihrer Methoden.

    Ob das Gras gut oder schlecht ist, interessiert die auch nicht. Da wird schon prophylaktisch gesprüht, denn wenn man einmal eine Trauermückeninvasion auf 500 qm hat, dann wird man der nicht mehr Herr. Keine Chance. Gleiches gilt für Spinnmilben. Die kleinen Tierchen bleiben natürlich auch am Harz der Buds kleben, aber das sieht man nicht mehr, wenn das Gras trocken ist. ;-)

    Viele Shops wollen das gar nicht mehr so wie früher, dass man das Gras kauft, was sich die Hobbygrower in ihren Wohnungen oder auf dem Dachboden gezogen haben. So war das nämlich ursprünglich mal gedacht. Deswegen konnte man die Backdoorproblematik auch vernachlässigen, weil es eh nur kleine Grower waren mit 500 g oder mal ein Kilo. Es gibt da viele Shops, die grundsätzlich gar nichts kaufen. Egal, wie gut das Gras ist.

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