Doetinchem plant verschärfte Coffeeshoppolitik

Unterhält man sich mit irgendwem über die Niederlande, stößt man in der Regel auf ein Vorurteil: Die sprichwörtliche Toleranz. Schaut man sich aber den Weg der Drogenpolitik an, muss man zwangsläufig den Eindruck gewinnen, dass diese Toleranz zu einem immer mehr verblassenden Schatten seiner selbst zu werden scheint.

Bürgermeisterin Traag

Bürgermeisterin Traag

Neustes Beispiel: Doetinchem in der Provinz Gelderland. Dort hat Bürgermeisterin Annemieke Trang (D66) jetzt zusammen mit dem Gemeinderat die Marschrichtung der Coffeeshoppolitik für die knapp 57.000 Einwohner beschlossen. Und diese wird vor allem eins: Restriktiver.

Ziel der Drogenpolitik soll vor allem der Kampf gegen öffentlichen Drogenkonsum, Sucht, „Overlast“ und Kriminalität sein. Dass man dies alles durch eine Beschränkung der Zahl der Coffeeshops auf maximal zwei erreichen will erscheint mir doch als sehr absurd, wenn man bedenkt, dass Coffeeshops ja gerade dafür geschaffen wurden, um Probleme mit harten Drogen zu bekämpfen und den illegalen Handel einzudämmen.

Diese beiden Coffeeshops sollen dann im Zentrum angesiedelt sein und nicht in den Wohngebieten. Zwar soll es, entgegen der Forderung, keine Einführung des Abstandskriterium geben, was Coffeeshops auch weiterhin in der Nähe von Schulen zulässt, allerdings werden Shops so oder so erst ab 18 Uhr öffnen dürfen, damit bloß kein Minderjähriger Schüler in den Coffeeshop gehen darf. Weil das ja klar ist.

Ein Zugeständnis werden die Coffeeshops aber doch bekommen: Lizenzen werden nicht mehr wie bisher für zwei Jahre vergeben, bevor sie neu beantragt werden müssen, sondern für fünf Jahre. Wird allerdings ein Coffeeshop bei dem Handel mit harten Drogen erwischt, dann soll dieser gleich für ganze zehn Jahre geschlossen werden.

Das besorgniserregendste ist immer eine Mengenbeschränkung der Coffeeshops. Jedem Betreiber ist klar, dass die Politik nur darauf wartet, dass ein Shop einen Fehler begeht, damit dieser möglichst schon gestern geschlossen werden kann. Dieses Klima der Angst kann auch dem größten Optimisten die Freude an der Arbeit vermiesen.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de
  • mahjei

    Interessant. Ich komme aus dem grenznahen Umland und Doetinchem ist nicht weit entfernt. Meines Wissens gibt es aber nur 2 Shops in der Stadt. Das Rotterdam´tje und das Diamond. Ulft und der Scorpio gehört ja nicht mehr zu Doetinchem.

    • Du hast Recht, war mein Recherchefehler, habe den Beitrag jetzt geändert. Danke für den Hinweis.

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