Gericht billigt Amsterdamer Abstandskriterium

Coffeeshops, die näher als 250m an einer Schule liegen, dürfen von der Gemeinde geschlossen werden. Das urteilte das Gericht in Amsterdam diese Woche.
Die Stadt Amsterdam darf die Coffeeshops im Interesse des Jugendschutzes schließen. Darum müssten seit dem 1. Januar 2014 26 Coffeeshops ihre Türen während der Schulzeit geschlossen halten. Vierzehn Besitzer haben dagegen geklagt, da diese Regel nach ihrer Ansicht nicht den gewünschten Effekt hat, denn sie dürfen sowieso nicht an Minderjährige verkaufen. Außerdem sei der Zeitraum zu kurz gewesen, um sich an die neuen Bedingungen anzupassen.
Das Gericht teilte diese Auffassung nicht. Die Gemeinde Amsterdam darf das sogenannte Abstandskriterium einführen, da es sich bei Cannabis immer noch um eine verbotene Substanz handelt, die besonderen Kontrollen unterliegt. Auch den Zeitraum, den die Shops für die Anpassung zugebilligt bekamen, sah das Gericht als ausreichend an.
Mittlerweile sind elf Coffeeshops dicht. Die anderen haben noch bis zum ersten Januar Zeit, den Beschluss umzusetzen, da beide Parteien noch eine Aussprache des Hohen Rates der Niederlande über die landesweite Einführung des Wietpas abwarten wollen.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead

Letzte Artikel von Steve Thunderhead (Alle anzeigen)

  • Vhf

    @steve

    danke, traurige neuigkeit. obwohl das abzusehen war stirbt die hoffnung bekanntlich zuletzt^^heuchelei par exellence mal wieder!
    total irre, für mich hieße „sich darauf vorzubereiten“ die möglichkeit des umzugs, die nicht wirklich gegeben ist, obschon shops wie old church in eine andere adresse umziehen durften(aber auch nur, weil dort schon ein geschlossener coffeeshop war, einer der rokerij meine ich).
    ekelerregend!

    angenommen die verbleibenden coffeeshops kämen davon und es würde zu ihren gunsten entschieden, was wäre dann mit den bereits geschlossenen? ich denke die würden ihre wiedereröffnung dann einklagen, was nachvollziehbar wäre, das zöge dann wohl auch die dann damit zusammenhängenden entgangenen gewinne dieser zeit(1-2 jahre ohne einnahmen) nach sich und gerade deshalb wird sich die niederländische justiz wohl nicht darauf einlassen^^so gesehen werden die anderen wohl auf jeden fall dicht gemacht.
    nichtsdestotrotz^^erst recht wieder verwunderlich warum die derzeitigen anfang des jahres noch mal aufschub bekommen haben.
    ist das doch ein hoffnungsschimmer(rhethorische frage)?
    was für ein heiloses durcheinander, wieder so ein beispiel von willkürlichkeit was in anderen juristischen belangen jeglicher art einen sturm der empörung auslösen würde.

    „[…]da beide Parteien noch eine Aussprache des Hohen Rates der Niederlande
    über die landesweite Einführung des Wietpas abwarten wollen.“

    helft mir mal auf die sprünge, was hat jetzt der wietpas/i-kriterium genau mit der abstandsregelung zu tun? raffe das gerade nicht. danke im voraus.

    viele grüße
    *vhf*

    • Es geht dabei um den Kuhhandel zwischen Opstelten und Van der Laan, bei dem Amsterdam vom Wietpas verschont werden solle im Gegenzug aber das Abstandskriterium kommen solle.
      Angesichts der Tatsache, dass lokale Anpassungen später eh per se Möglich wurden völlig überflüssig. Aber ein Deal ist ein Deal ist ein Deal.

      • streuner

        @vhf
        Das mit den Klagen wird wohl kommen schließlich sind diese Shops genehmigt und zahlen Steuern und und. Gleichzeitig sind aber Kneipen und Schnapsläden in diesen 250 Meter Sperrzonen durchaus zu finden. Aber das mit den Klagen wird dauern und ob ein CS das finanziell bis zu einem Urteil überlebt?
        Und zu dem Kuhhandel, welchen Grund haben Rotterdam, Den Haag und Utrecht denn wenn sie sich der „Hexenjagd auf Coffeeshops“ anschließen und ebenfalls solche „Bannmeilen“ einrichten, wie RollingStoned schreibt? CS Politik in den Niederlanden wird immer weniger von Gesetzen bestimmt sondern Richter entscheiden von Fall zu Fall. Das muss sich dringend ändern.

        • Vhf

          ja, hoffen wir mal, auch wenn die sich wahrscheinlich mit dem geduldeten status herausreden werden^^
          sicher, das ist eine andere verlogene geschichte bzw. seite des ganzen unsinns mit kneipen etc. innerhalb der 250 m erlaubt usw., als wären diese potentiell weniger „gefährlich“.
          echt traurig!
          danke für den hinweis mit dem anderen artikel, auch hier: hilfe!
          viele grüße
          *vhf*

Unsinnige EU-Gesetze verlangen, dass wir Euch auf die Verwendung von Cookies auf "Kein Wietpas!" hinweisen müssen. Obwohl Cookies ein elementarer Bestandteil des Webs sind. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Dir das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Durch Weiterbenutzung unseres Angebotes und/oder dem Klick auf "OK" stimmst Du dem zu.

Schließen