Der König soll es richten

Wir nähern uns dem Jahresende und ich war der Ansicht, das Johan zum Ende des Jahres in den Niederlanden sein wird. Nach dem Tod des thailändischen Königs in der letzten Woche dachte ich schon fast ketzerisch an eine Begnadigung. Eine gute Gelegenheit würde sich sicher beim Antritt des neuen thailändischen Königs ergeben. Willem und er würden sich sicher gut verstehen. Diese Woche hat John Lackland Johan van Larhoven in einem Brief an König Willem Alexander aka Prins Pilsje diesen noch einmal um Hilfe gebeten. Noch bevor ich diesen „Bettelbrief“ gelesen haben, drängte sich ein Bild in meinen Kopf.

maxresdefaultDer holländische König „reitet“ auf dem Grünen Drachen nach Thailand und befreit den König der Coffeeshops in einer Drakonischen Aktion? Moment mal, der König der Niederlande? Der, dessen Familie zwar Steuern zahlt, dafür aber eine Kompensation in gleicher Höhe bekommt? Das Königshaus, welches in den Lockheet Skandal verwickelt war, in den Kolonien geräubert und gemordet hat? Vielleicht sollte der König dann seine Gattin zuhause lassen, deren südamerikanische Familie hat ja auch genug Dreck am Stecken. Aber nein, die müssen ja die Zelle im Thaiknast nicht fürchten, die genießen Immunität! Da wendet sich ein Untertan unterwürfigst an seinen König, weil er zu Unrecht im Knast sitzt, an einen König, dessen Familie eigentlich mehr verbrochen hat als der Untertan. Verkehrte Welt. Ich mag Johans Brief nicht im Ganzen übersetzen, sondern beschränke mich auf die wirklich, für mich widerlich, emotionalen Stellen. Widerlich, weil ich es so empfinde, wenn ein Mensch dazu gezwungen ist, so etwas zu schreiben, an jemanden zu schreiben, der es in der Hand hat dir zu helfen. Und doch eigentlich der größere Verbrecher ist.

Aus Johans Brief:

Zijne Majesteit de Koning
p/a Kabinet van de Koning
Postbus 20016
2500 EA
Den Haag
Majestät,
Mein Name ist Johan van Larhoven, vielleicht haben sie ja von mir gehört oder gelesen. Ich bin niederländischer Staatsbürger, der in Thailand zu einer 103jährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Eine „Draconische“ Strafe, wie De Telegraaf schrieb….
Majestät, noch einmal, ich habe nichts Strafbares getan. Ich habe in Holland mit dem Verkauf von Cannabis Geld verdient. Die Thai begründen meine Verurteilung mit dem Verkauf von Cannabis in den Niederlanden. Und sie versichern, das ich in Thailand nichts strafbares getan habe. Wieso sitze ich dann hier fest? Das an dieser Sache etwas nicht stimmt, ist zum Glück nicht völlig unbemerkt geblieben, so beschäftigt sich der Nationale Ombudsmann damit. Auch neun politische Parteien unter der Leitung von Vera Bergkamp (D66) haben diesbezüglich Fragen an das Justizministerium gestellt. Das gibt mir Mut, aber es ist ein langwieriger, träger Prozeß. Und in der Zeit sitze ich hier, mir geht es immer schlechter. Ich habe 4o Kilo abgenommen, habe Herzprobleme und am ganzen Körper Geschwüre. Majestät, es geht mir nicht gut…

Mit diesem Brief, möchte ich sie respektvoll bitten, sich für eine gerechte Behandelung meiner Frau, meiner Kinder und mich selbst einzusetzen…

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Johan im Krankenhaus. Foto via JusticeforJohan.nl

Eine andere Option als sie zu bitten sich persönlich um meine ausweglose Situation zu bemühen, sie um persönliche Hilfe zu bitten, habe ich nicht mehr. Mein Schicksal liegt nun in ihren Händen. Majestät, ich bin ja möglicherweise nur ein einfacher, alter ehemaliger Coffeeshopbesitzer. Ich bin kein nationales Exportprodukt. Ich bin kein DJ, kein Journalist oder Fotomodell worauf das ganze Land stolz ist. Aber ich bin immer noch ihr Untertan. Ein Untertan der ihre Hilfe braucht. Sehr dringend braucht. Ihre guten Kontakte zum thailändischen Königshaus sind mir bekannt. Ein Königshaus, das erst letztlich einen schrecklichen Verlust erleiden musste und ich bekunde an dieser Stelle auch mein Beileid. Darf ich sie aus tiefstem Herzen darum bitten, diese Kontakte zu nutzen um meiner Frau und mir eine gerechte Behandlung zu verschaffen. Werden sie mir helfen, Majestät? Bitte, befreien sie mich aus dieser thailändischen Hölle.
Hochachtungsvoll
Johan van Larhoven

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Streuner

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Rentner, Cannabispatient, Löwe, Holland Fan
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  • Vhf

    @streuner

    danke für die übersetzung. mal vorweg: der adel in jeglicher form ist verachtenswert und nur als mahnmal von personifizierter, historischer rücksichslosigkeit zu verstehen, keinesfalls dürfen solche kreaturen angehimmelt werden. oder auf gut deutsch^^(im übertragenen sinne jedoch): an jeden baum einer!
    kleine randbemerkung noch: wenn ich mir die welt heutzutage anschaue, steuern wir geradewegs in solche Verhältnisse hinein, einzelne starke männer/frauen oder eben könige an der macht durch extreme aufspaltung der menschen in arm / reich.
    oder anders gesagt: das recht des stärkeren^^ich spekuliere auf innerhalb der nächsten fünfzig bis hundert jahre^^
    zum punkt: auch wenn ich deinen ekel bezüglich seiner demütigung(bittsschreiben)teile, ist mir der typ an sich wie schon ein anderes mal erwähnt einfach egal. grund: wie hier bei dem anderen artikel über ihn schon diskutiert, sieht vieles nach steuerhinterziehung im großen stil aus. was dennoch natürlich nicht so eine behandlung rechtfertigt.
    dennoch ist das ein abgewichster typ^^der vor allem sein leben gelebt hat. ich meine: zwei coffeeshops(die ich persönlich kenne und ganz gut finde vom ambiente^^), einen onlinehandel, da kommt eine menge kies bei rum und es gehört in diesem gesellschaftssystem eine menge „biss“ dazu so etwas auf die reihe zu bekommen. kein neid, nur eine darstellung im gesamten.
    seine frau ist eine thai^^?! passte auch ins bild^^

    wie gesagt, dass der typ betteln muss ist in der tat widerwärtig, genauer gesagt zeigt es eben was das gefängnis mit einem menschen macht(sollten sich diejenigen, welche immer nach todesstrafe plärren mal gehörig hinter die löffel schreiben).
    echt traurig. ansonsten: siehe oben.
    viele grüße
    *vhf*

  • EintagsFliegenTV

    krasser shice einfach nur krasser shice alles gute an den mann da wirklich alles gute – hoffentlich werden all diese verbrecherischen politiker und justitzbeamte irgendwann bestraft

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