Positive Overlast?

Nachdem mobo euch ja in den letzten Tagen ausführlich von den Attacken auf Coffeeshops berichtet hat, will ich hier gar nicht nicht weiter auf diese nächtlichen „Schießereien“ eingehen. Maurice Veldman hat sich inzwischen in einem Artikel für „RollingStoned.nl“ zum Thema geäußert. Einen Punkt den er dort anführt, möchte ich aufgreifen: „Wenn du nachts durch das Zentrum der Hauptstadt radelst kannst du den Eindruck bekommen das die Staatsmacht hier versagt hat und eine Art Ausnahmezustand herrscht. Vor allen großen Coffeeshops stehen PKW,s und Busse von Sicherheitsunternehmen. Zusätzlich stehen die ganze Nacht über Sicherheitsleute vor den hellerleuchteten Coffeeshops. Und es wird mit Motorrollern Streife zwischen den einzelnen Shops gefahren.“ so Veldman.13413528_845502258915449_1616651026267130912_n

Welch ein Aufstand, was für ein Lärm, welche Menge von Abgasen und dazu noch die immensen Kosten des ganzen Aufwands. Aber es schießt dann (vielleicht) niemand mehr und die Anwohner können wieder in Ruhe schlafen? Positive Overlast also? Wenn die Shops nachts geöffnet sind gibt es Stress, wenn sie beschossen werden auch und nun auch noch aus Sicherheitsgründen. Was bleibt denn da noch? Was passiert wenn der Bürgermeister diese Shops nicht schließt? Eskaliert dann die Lage und diese kranken Spinner schießen dann während der Öffnungszeiten um ganz sicher zu gehen das ein Shop auch geschlossen wird? Wer steckt hinter diesen Attacken und wann hat derjenige sein Ziel, so er eins hat, erreicht? Dann, wenn der Bürgermeister „gezwungen ist, alle Coffeeshops in der City zu schließen? Wäre so etwas überhaupt möglich? Fragen, nichts als Fragen! Eine gute Idee der Coffeeshops ist es auf jeden Fall diese recht hohe Belohnung auszusetzen. 25000 Euro sind auch in Amsterdam eine Menge Geld und vielleicht wird diese Belohnung ja noch erhöht. Mr. Veldman führt diesbezüglich in den nächsten Tagen Gespräche mit dem zuständigen Kämmerer.11164041_723161257814167_5074359562043141663_n

Ich war 1973 zum ersten Mal in Amsterdam. Also in dem Jahr als der erste Coffeeshop, das Mellow Yellow, eröffnet wurde. Zwei tote Neger (Neger, Molukker, Zwarte – Ja, so nannte man die damals noch) die irgendwo auf der Straße lagen, sind mir noch gut in Erinnerung. Straßenhändler, abgestochen und die lagen da sicher schon 30 Minuten rum, das Blut wurde schon trocken. Ich erinnere mich an ein Wochenende Spießrutenlaufen durch Horden von Straßendealern, die alles, aber wirklich alles im Angebot hatten! Dreck, Müll wohin das Auge auch fiel. Bis 1976 war ich dann recht häufig in Amsterdam und dieser Zustand hielt an. Zu der Zeit hat die Polizei 3-4 mal am Tag das „Monument“ mit Wasser abgespritzt, um zum einen den Müll und zum anderen den „Dreck“, die Freaks, zu vertreiben. Amsterdam war ein Rattenloch, dreckig, stinkend, versifft, Gewalt an der Tagesordnung. Dagegen empfinde ich die Stadt heute zwar wesentlich sauberer und ruhiger, jedoch nur noch als Touristenfalle. Wie schrieb ein Kein Wietpas! User in einem Kommentar doch?: Ich finde es immer wieder paradox wie Amsterdam sich einerseits durch nicht enden wollende Headshops mit billigstem Rauchequipement, lustigen T-Shirts mit Grasmotiven und Räucherstäbchen oder dem nicht enden wollenden Cannabismerchandise in jedem Laden selbst zur Kifferstadt macht und dadurch unzählige nicht kiffende Touris anlockt, die jedes Klischee bedient sehen wollen, sich an den Schaufenstern der Headshops drängen um einen Blick auf die Auslagen werfen zu können. Andererseits wird gegen den tatsächlichen Verkauf drastisch vorgegangen aber meiner Meinung nach nicht um den schlechten Ruf der Kifferstadt loszuwerden sondern schlichtweg um Gras Schritt für Schritt in Holland zu verbieten. Amsterdam ist einfach kein wirklich interessantes Reiseziel mehr für Kiffer die in Ruhe gutes Gras rauchen wollen es erscheint vielmehr wie auf einem schlechten Festival mit Blitzlichtern und unverschämt hohen Preisen für eigentlich alles.

Die Zeiten ändern sich eben wie es ein frischer Nobelpreisträger musikalisch ausdrückt.

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