Was ist eigentlich mit Venlo?

Leser der ersten Stunde kennen sicherlich noch die geflügelten Worte: „Und was ist eigentlich mit Venlo?“ Die Frage kam in den Kommentaren immer wieder auf, weil es kaum Nachrichten aus der beliebten Grenzgemeinde gab, während es über Maastricht beinahe täglich was zu berichten gab. Daran hat sich eigentlich nie viel geändert. Ein paar Overlastmeldungen hier, ein paar Diskussionen im Gemeinderat da, das wars dann auch  schon.

Als Ende 2013 die aktive Durchsetzung des I-Kriteriums gestoppt wurde und somit Gäste aus dem Ausland wieder willkommen waren war dies schon eine kleine Sensation. Aber seitdem ist auch nicht wirklich viel passiert.

Jetzt wurde eine neue Untersuchung veröffentlicht, die sich mit dem Thema Cofffeeshopbesucher und Overlast auseinander setzt. In ihr gibt es ein paar interessante Daten zu den Coffeeshops in der limburger Gemeinde.

Durchschnittliche Besucherzahl pro Tag

Durchschnittliche Besucherzahl pro Tag

Die Anzahl der Coffeeshopbesucher ist seit der Einführung des Wietpas 2012, der später zum I-Kriterium wurde, natürlich enorm zurückgegangen. Gab es 2009 noch knapp 6000 Coffeeshopbesucher pro Tag in Venlo, waren es 2013 nur noch weniger als 2000. Erstaunlicherweise sind die Zahlen seit der Beendigung der diskriminierenden Maßnahmen nur minimal hoch gegangen. Das knappe Jahr des Verbotes von Ausländern wirkt also offensichtlich noch stark nach. Nicht vergessen sollte man allerdings auch, dass viele Niederländer die Shops meiden, da die Qualität der Ware doch arg nachgelassen hat.

Dies zeigt sich besonders, wenn man das Verhältnis der Nationalitäten der Besucher betrachtet. 2012, kurz vor der Einführung des Wietpas waren fast genauso viele Niederländer (44%) wie Deutsche (56%) in den Shops. 2013, als noch kaum jemand wusste, dass der Zugang wieder für jeden frei ist hatte sich das Verhältnis kurz umgedreht (Deutsche 43%, Niederländer 52%). Doch in diesem Jahr hat sich das Verhältnis dann radikal geändert. Heute sind fast zwei Drittel der Coffeeshopbesucher deutscher Herkunft (58%) und nur noch etwas mehr als ein Drittel aus den Niederlanden (36%).

Overlastmeldungen pro Quartal

Overlastmeldungen pro Quartal

Das schöne ist, dass die Zahl der Overlastmeldungen wie Falschparker, Ruhestörer u.Ä. nicht nur auf niedrigem Niveau sind, sondern sich auch nahezu konstant verhalten. Mit anderen Worten: Die meisten Coffeeshopbesucher in Venlo können sich benehmen und gleichzeitig sind die meisten Anwohner doch relativ gelassen darüber. Auch wir haben da sicherlich unseren Teil dazu beigetragen und haben unser Bestes gegeben, Euch dafür zu sensibilisieren. Der Coffeeshopzugang ist nun mal keine Selbstverständlichkeit.

Das Fazit der Untersuchung ist ganz einfach: Alles sollte so bleiben wie es ist. Zwar gehen die Besucherzahlen minimal hoch, die Kapazitäten der Coffeeshops reichen dafür aber noch lange aus. Die Anzahl der Shops ist für die Größe der Gemeinde und die Anzahl der ausländischen Gäste perfekt. Overlast ist kein wirklich großes Problem.

Zwei Sachen hingegen ignoriert die Studie vollkommen: Zum einen wäre da die Problematik mit der Qualität der verkauften Ware. Zumindest eine Teilschuld daran trägt die Tatsache, dass Coffeeshops als solches aus den Händen des Gesundheitsministeriums gerissen wurden und sich stattdessen das Justiz- und Innenministerin darum kümmert. Hier ist eindeutig ein Umdenken erforderlich, wenn dem Staat etwas an der Gesundheit der Konsumenten liegt.

Zum anderen drängt sich die Frage auf, was mit den tausenden Gästen der geschlossenen Grenzshops Roots/Oase passiert ist und was passieren wird, wenn die irgendwann zurück kommen…

Dieser Blogpost wurde gesponsert von Linda-Seeds. 5€ des Sponsoring werden gespendet an die ACM

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mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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