Cannabispatientin kämpft in Haarlem für ihr Recht

In der wunderschönen Hauptstadt der Provinz Noord-Holland hat es kürzlich mit einigen Cannabis-Patienten und dem Bürgermeister eine Diskussionsrunde über den legalen Anbau für Patienten gegeben. Unser „Hanfkrieger“ Nol van Schaik war natürlich auch vor Ort und hat einen Bericht inklusive Fotos veröffentlicht, den wir Euch hier übersetzt präsentieren wollen.

via Nol van Schaik

Die Patientin Alexandra Kroes leidet seit 23 Jahren an MS. Um die Probleme, die diese Erkrankung mitbringt zu lösen, vor allem aber zu minimieren, konsumiert Alexandra Cannabis. Dadurch kann sie wieder gut ,,funktionieren“ und ist sogar in der Lage, sich für Leidensgenossen und -genossinnen einzusetzen. Das sogar als Vorstandsmitglied der MS-Stiftung ,,Anders“.

Erst nach einigen Kuren mit dem bekannten „Rick Simpson Oil“ hat sich Alexandra’s Situation unglaublich verbessert. Zuvor war das Fortbewegen größtenteils nur mit einem elektrischen Rollstuhl möglich, denn nach einigen Metern zu Fuß wurde es einfach zu viel. Dieser wurde mittlerweile eingelagert und Alexandra ist wieder sehr gut zu Fuß unterwegs. Ab und zu sind auch Ausflüge mit dem Fahrrad möglich.

Derzeit wird das dringend benötigte Medikament von Freunden gesponsert,da Alexandra selbst nicht die Mittel hat um die Kosten alleine zu stemmen, da diese immens sind. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse gibt es nicht.

Aus diesem Grunde gab es für Alexandra nur die Möglichkeit, mit der Gemeinde ins Gespräch zu kommen und zu versuchen, den Bürgermeister und den Gemeinderat, davon zu überzeugen, ihr eigenes Cannabis anbauen zu dürfen. Unterstützt von einer Gruppe Freunden und einigen Mit-Patienten hat Alexandra ihren Standpunkt überzeugend und verständlich mitgeteilt, was Fragen aber größtenteils Zustimmung durch die Ratsmitglieder eingebracht hat. Bart Hissink, der das Gleiche bereits vor dem ,,Hof van Twente“ versucht hatte, war natürlich auch mit von der Partie.

via Nol van Schaik

Als letztes hatte dann Bürgermeister Wienen selbst das Wort. Dieser war zwar mehr mit Smartphone und Tablet beschäftigt, aber kam dann doch mit einer überraschend positiven Reaktion um die Ecke.

Alexandra hatte in ihrer Rede angemerkt, dass in Tilburg bereits solche Zugeständnisse gemacht wurden und man den Patienten es gestattet, ihren medizinischen Bedarf von Zuhause aus zu decken. Bürgermeister Wienen hat dem Tilburger Bürgermeister das offensichtlich nicht zugetraut, sagte dann auch sehr deutlich, dass man eine eigene Lösung finden muss, aber der heimische Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken diskussionsfähig bleiben muss. Die Gemeinde wird untersuchen, was für Möglichkeiten es diesbezüglich gibt. In zwei Monaten steht das Thema dann erneut auf der Agenda um weiter besprochen zu werden.

Nach einem Applaus für Alexandra verließen wir den Ratssaal. Das war ein großer Erfolg auf dem Weg zum zugelassenen Anbau für Patienten. Nach weiteren Glückwünschen und einem Blumenstrauß für Alexandra ging es dann zum ,,L’Anders“ auf ein Toast, um dieses tolle Resultat ausklingen zu lassen. Alexandra war mehr als zufrieden über ihre Aktion und ihre Mutter natürlich umso mehr. Grandios! Haarlem denkt mit, bedankt. Gut gemacht, Alexandra!

Nol van Schaik (Übersetzung: Kushdee)

Nun noch ein paar abschließende Sätze von mir: Wie wir hier gesehen haben, müssen Cannabis-Patienten überall kämpfen. Auch wenn er nicht immer das gleiche Ziel hat, ist so ein Kampf extrem aufwendig und kostet die sowieso schon gezeichneten Menschen im schlimmsten Fall das Leben. Ich kann nur beten, dass zumindest diese Strapazen irgendwann ein Ende nehmen und man endlich wieder den Patienten in den Vordergrund stellt. Das so eine Selbstverständlichkeit überhaupt besprochen werden muss, fügt mir bereits großes Leid zu.

Vielen Dank an Nol van Schaik für seine unermüdliche Arbeit mit allem, was mit Hanf zu tun hat. Desweiteren wünsche ich Alexandra ein hoffentlich schmerzfreies und schönes Leben mit ihrer Familie und Freunden.Immer den Kopf oben halten und niemals aufhören zu kämpfen!

Kushdee

Kushdee

In den letzten Jahren habe ich mich eingehend mit der Niederländischen Coffeeshopkultur beschäftigt und einige Erfahrungen vor Ort sammeln dürfen. Sie hat mich quasi in Ihren Bann gezogen und lässt mich nicht mehr los. Ich freue mich hier auf "Kein Wietpas!" dabei sein zu dürfen und euch regelmäßig Beiträge zu liefern. Wie man in den Grenzregionen sieht, kann auch ein "kleines" Blog zur Verbesserung der Situation beitragen.
Kushdee

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