High Life will expandieren

Zeeland gilt nicht gerade als Mekka für Cannabistouristen. In der beliebten Urlaubsregion gibt es nur noch drei Gemeinden, in denen es Coffeeshops gibt, nämlich Goes, Vlissingen und Terneuzen. Nach wie vor wird dort zudem auf das I-Kriterium gesetzt, die zahlreichen Touristen dürfen also nicht in die Shops gelassen werden, was auch konsequent eingehalten wird. Zudem weht in der Region ein sehr konservativer Wind mit teils übertrieben harten Maßnahmen gegenüber Cannabiskonsumenten.

Coffeeshop High Life

Auf der anderen Seite werden die wenigen verbliebenen Coffeeshops oft für die gute Kooperation mit den Gemeinden gelobt. Als Paradebeispiel sei da das „High Life“ in Goes genannt, das intensiv an Präventionsprojekten mitarbeitet, regelmäßig Informationsabende für die Gemeindeeinwohner veranstaltet und sich strikt an die Regeln der Gemeinde hält, wofür der Shop regelmäßig gelobt wird.

Und genau dieser Shop möchte jetzt gerne expandieren und die Provinzhauptstadt Middelburg für die rund 48.000 Einwohner endlich wieder zu einer Coffeeshopgemeinde machen. Dort wurde der letzte Coffeeshop 2009 geschlossen und es gab seitdem einige hitzige Diskussionen im Gemeinderat, ob nicht wieder ein Shop zugelassen werden solle.

Middelburgs Bürgermeister Bergmann

Denn natürlich ist klar, dass das Fehlen eines Coffeeshops zu mehr Strassenhandel und zu „Drogentourismus“ innerhalb der Provinz führt. Im Rat gibt es einige Befürworter für einen neuen Shop, Schleimlappen Bürgermeister Harald Bergmann (VVD) ist aber ein ziemlicher Hardliner und verfolgt lieber eine rigide Politik, anstatt auf Toleranz zu setzen. Trotzdem hat das High Life jetzt einen Antrag für eine Lizenz an die Gemeinde gestellt, der am 29.Mai im Rat besprochen wird.

Auch in Middelburg will man auf eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde setzen, ausschliesslich gut ausgebildetes Personal einsetzen und mit Hilfsorganisationen in Präventionsprojekten zusammenarbeiten.

Sollte die Lizenz vergeben werden, ist natürlich davon auszugehen, dass auch dort das I-Kriterium gelten würde und nur die Anwohner etwas davon hätten. Trotzdem wäre es natürlich begrüßenswerter Schritt.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • Barzifist

    Was ich auch absolut nicht nachvollziehen kann, ist auch die Tatsache, das leider immer noch so viele (Cannabisfreundliche) Deutsche in Zeeland Urlaub machen. Ist sicher nicht die hässlichste Ecke der Niederlande („politisch“ gesehen leider schon), aber weiß Gott auch nicht die Schönste, und es würde mir zutiefst widerstreben, diese Gemeinde(n) für ihre Diskriminierungen auch noch zu belohnen.
    Fahrt doch nach Monster, Zandvoort, Den Haag etc.!

    • Das kann verschiedene Gründe haben. Zum einem gibt es, man glaubt es kaum, Menschen die dort Urlaub machen, die nichts mit Cannabis am Hut haben. Und Zeeland ist halt wirklich schön.
      Dann gibt es den klassischen renesser-Besucher, der doch eher dem Alkohol zugewandt ist.
      Dann gibt es die Fraktion der Leute, auf die ich immer wieder treffe, die der Meinung sind, dass man im ganzen Lande nicht mehr in die Coffeeshops kommt, gefolgt von den Leuten, die denken, dass der Wietpas überall abgeschafft ist. Beide sind gefundenes Fressen für die Strassendealer. Andere kommen seit eh und je nach Zeeland und decken sich halt vorher ein wenn sie was zum Kiffen haben wollen.

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