Amsterdam: Schule weg, Coffeeshops wieder auf

Die Einführung des Abstandkriteriums und dessen Vergrößerung auf aktuell 250m in Amsterdam war mit ein Hauptgrund für die Schließung vieler Coffeeshops. Auch wenn die Schüler einer Schule, sofern sie minderjährig sind, überhaut nicht in einen Coffeeshop dürfen und Shops, die dagegen verstoßen empfindlich bestraft werden, hält man an dieser Regelung fest. Eingeführt wurde sie als „Kuhhandel“ mit dem damaligen Justizminister Ivo Opstelten. Im Gegenzug musste der Wietpas nicht eingeführt werden, was sicherlich fatale Folgen für alle Unternehmen, die vom Tourismus abhängig sind, mit sich zöge. Doch auch jetzt, wo das I-Kriterium, außer in ein paar Gemeinden, faktisch tot und erst recht nicht verpflichtend ist und Ivo Opstelten aufs politische Abstellgleis geschoben wurde ist ein Coffeeshop in der Nähe einer Schule tabu.

Bis auf wenige Ausnahmen, denn einige wenige Coffeeshops dürfen mit reduzierten Geschäftszeiten weiter betrieben werden. Ab 18 Uhr an Schultagen dürfen sie dann öffnen. Damit verpassen sie aber viele potentielle Kunden und vor allem der Feierabend-Joint für viele Arbeitskräfte aus der Umgebung fällt weg. Die Folge: Umsatzrückgänge (auch bei anderen Geschäften in der Umgebung) und Entlassungen von Mitarbeitern.

Ein paar Coffeeshops haben jetzt aber Glück gehabt: Nachdem die „De Amsterdamsche School“ mit der privaten Schulkette „Winford“ fusioniert ist, hat man den Standort am Nieuwezijds Voorburgwal aufgeben. Die Coffeeshops in der Umgebung dürfen jetzt wieder auch während der Schulzeit öffnen und tun dies auch wieder. Betroffen davon sind folgende Shops (danke an Steve):

  • 420
  • Resin
  • Utopia
  • De Kroon
  • Mediterane
  • El Guapo

Die in der Umgebung bereits geschlossenen Shops dürfen hingegen nicht wieder öffnen, aber natürlich besteht in den ehemaligen Standorten jetzt wieder die theoretische Möglichkeit der Lizenzvergabe.

Bleibt zu hoffen, dass der ehemalige Standort der Schule nicht wieder für eine neue genutzt wird…

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de