Coffeeshopbewerbungen: 500 zu 11

In zwei niederländischen Gemeinden gibt es derzeit Ausschreibungsverfahren für neue Coffeeshops. Die Voraussetzungen und Bedingungen unterscheiden sich massiv, weshalb das Interesse unterschiedlicher nicht sein könnte.

In Deventer (Overijssel) sucht man Ersatz für den kürzlich geschlossenen Coffeeshop „De Kikker“. Anders als bisher soll eine neue Lizenz für eine Mindestlaufzeit von 10 Jahren vergeben werden. Der Standort gilt als sehr lukrativ, konservative Schätzungen gehen von einem Jahresumsatz von ca. 2 Millionen Euro aus, tatsächlich dürfte das aber höher sein. Daher sind in der Gemeinde fast 500 Bewerbungen eingetroffen. Am Montag wird dann ein Notar den glücklichen Gewinner ziehen, der dann, sofern er alle Bedingungen erfüllt, sich bald Coffeeshopbetreiber nennen darf.

In Harderwijk (Gelderland) ist der Andrang nicht ganz so groß. Das dürfte daran liegen, dass hier nicht das große Geld zu erwarten ist. Zwar gibt es aktuell nicht einen einzigen Coffeeshop in der Gemeinde mit knapp 47000 Einwohnern, nachdem Bürgermeister Harm Jan van Schaik (CDA dem Coffeeshop „Liberty“ die Lizenz entzogen hat, doch der neue Shop soll seinen Besitzer nicht reich machen: Der Shop soll durch eine Non-Profit-Stiftung betrieben werden, Gewinne sollen in gemeinnützige Projekte investiert werden. Gerade einmal 11 Bewerbungen trudelten beim Bürgermeister ein. Um überhaupt eine Chance zu bekommen müssen insgesamt 63 Bedingungen erfüllt werden. Für die erste Runde wurden per Losverfahren sieben Bewerber ausgewählt, die jetzt überprüft werden. Danach gibt es dann ein weiteres Losverfahren und der „Gewinner“ wird dann gezogen. Wenn keiner geeignet ist, werden die anderen vier überprüft. Wenn alles gut geht wird der Gewinner im November verkündet, Anfang 2018 soll dann der Shop öffnen können.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
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