Maastricht: Rahmenprogramm und letzte Neuigkeiten zur Demo

Nachdem wir hier das 420 Smokeout in Amsterdam so ausführlich gepusht haben, bat mich mobo doch kurz vor der Demo in Maastricht am Samstag noch einen Artikel dazu zu schreiben. Da erst gestern auf der Facebook-Seite zur Demo das Rahmenprogramm veröffentlicht wurde, und ich auch persönlichen Kontakt zu einem der Organisatoren bekommen habe und selbst dort reden werde, lohnt sich ein kurzes Update zur Demo.

Anonymous steht auf unserer Seite
Anonymous steht auf unserer Seite

Wie die Stammleserschaft von kein Wietpas! weiß, ist mir Maastricht seit Beginn ein besonderes Anliegen, da ich dort 17 Jahre lang Stammkunde war und Maastricht als eine Art zweite Heimat betrachte, wo ich mich ebenso gut auskenne, wie in meiner Heimatstadt Aachen. Aber auch ganz abgesehen von solch persönlichen Gewichtungen ist Maastricht von Beginn an eine Schlüsselstadt gewesen. Von hier aus nahm das Übel seinen Lauf. War die Stadt schon vor dem Wietpas streng (Ausweise einscannen) und teuer, brachen die gewachsenen Strukturen mit Einführung des Wietpas völlig zusammen und hinterließen das heutige Chaos. Auch im Hinblick auf die Zukunft ist Maastricht wieder ein Ort, der Weichen stellen könnte. Die Prozeßfarce um Marc Josemans, die nun zum 3. Mal verschoben wurde.. Oder war es das Vierte? Die Empfehlung an Opstelten und die Vorreiterrolle von Maastricht innerhalb Limburgs machen die Stadt eindeutig zur Frontstadt Nr. 1.

Gestern nun wurde das Rahmenprogramm veröffentlicht, dass ich hier ein wenig besser gegliedert und übersetzt wiedergebe:

12:00 – 12:30: Aktivisten die die Organisatoren treffen möchten um eventuell zu helfen Flyer zu verteilen oder sich für eine Rede melden möchten, sollten um 12 Uhr am Bahnhof (Station Maastricht) sein.

12:30 – ca. 12:50: setzen sich diejenigen, die sich am Bahnhof getroffen haben in Bewegung über die alte Brücke vorbei an den Booten zum Markt.

Am Maastrichter Markt gibt e seine Statue: Ein Mann mit einer Fackel (die wirklich mit Gas brennt) – das ist der offizielle Sammelpunkt. Dort kommen wir um ca. 13 Uhr an.

13:00 – 14:00: Beim Mann mit der Fackel werden Flugblätter an die Passanten verteilt und wir machen die Öffentlichkeit auf verschiedene Weisen aufmerksam: Flaggen, Symbole und Megaphone. Kein Wietpas hat leider noch keine Flagge, aber bald Poster.

14:00 – 15:00: Redner erzählen ihre Geschichten. Sehr wichtige Informationen sowie interessante, wahre Geschichten und kein theoretischer Mist. Wir nehmen Euch mit auf eine Reise… warum Cannabis legalisiert werden sollte. Wir sind gegen Diskriminierung. Wir sind gegen die Cannabispolitik der Niederlande.

15:00 -15:15: Wir setzen die Reise gemeinsam fort… mit einem friedlichen Marsch vom Markt zum Vrijthof.

15:15 – 17:00: Am Vrijthof gibt es weitere Reden und Aktionen. Hoffentlich sind auch Musiker dort. Zum Ausklang der Demo ist noch Zeit zum gemeinsamen chillen und zum Austausch. Das wichtigste ist gegenseitiger Respekt.

Eine wichtige Regel ist, Flaggen nicht an dicken Stöcken mitzuführen. Darauf wird ausdrücklich hingewiesen.

Anonymous wird alles filmen und es wird ein klares Statement abgegeben.

Gestern Nacht habe ich mit einem der Organisatoren von Anonymous gechattet und mich dazu bereit erklärt, als persönlich Betroffener und auch im Namen von kein Wietpas! sowohl am Markt wie am Vrijthof 15 Minuten zu sprechen. Es sind Referenten aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Großbritannien vertreten. Sie suchten noch kompetente Leute aus Deutschland. Die Redner sollen (wohl wegen dem gemischten Publikum) alle in ihren Landessprachen sprechen. Nol van Schaik wird wohl ebenfalls dort sein.

Wem es möglich ist, sollte zu dieser Demo kommen, deren Wichtigkeit ich nicht genug betonen kann. Sie ist mehr als nur ein Vorglühen für das #Ams 420 am nächsten Wochenende.

In eigener Sache möchte ich noch erwähnen, dass ich meine kein Wietpas! T-Shirts immer noch nicht zugesandt bekam. Daher bin ich morgen in Zivil dort – was für die Rede nicht optimal ist. Sollte ein kein Wietpas Leser bereits ein oder mehrere Shirts haben und heute nach Maastricht kommen, wäre es toll, wenn mir für die Rede (die ja auch gefilmt wird) ein Shirt geliehen wird

Antonio Peri

Als Grenzbewohner des Dreiländerecks Deutschland/Niederlande/Belgien und damit natürlicher Europäer, betrachte ich die gesamte Region als meine Heimat. Die Fortschritte im Zusammenleben habe ich immer als angenehm und befreiend erlebt. Als drogenerfahrener Mensch, habe ich jedoch schon seit vielen Jahren gesehen, wie sich die Niederlande, die einst ja so berühmt für ihre pragmatische Drogenpolitik waren, schleichend verändern. Die schleichende Entwicklung war vorbei, als der Wietpas in den drei südlichen Provinzen eingeführt wurde – nun endlich war eine größere Öffentlichkeit für das Thema empfänglich – daher freue ich mich, Autor auf Kein Wietpas! zu sein. Sämtliche anderen Themen zur Drogenpolitik und Legalisierung behandele ich in meinem eigenen Blog: http://antonioperi.wordpress.com