Maastricht, Maastricht, Maastricht

Lot flieht aus Sodom, Holzschnitt aus der Schedel'schen Weltchronik
Lot flieht aus Sodom, Holzschnitt aus der Schedel’schen Weltchronik

In unserer Lieblingsstadt in Limburg ist momentan alles chaotisch. Während Bürgermeister Onno Hoes sich dabei erwischen lässt, wie er mit einem 24 jährigen Jüngling in der Öffentlichkeit knutscht und dabei einen gesellschaftlichen Diskurs über die Vorbildfunktion des Amt des Bürgermeisters ausgelöst hat, hat die Stadtverwaltung eine Pressemitteilung herausgegeben, die besagt, dass alle Coffeeshops der Stadt wieder für alle Einwohner der Niederlande geöffnet sind. Das ganze ist absurd, wenn man sich die Klage gegen Marc Josemans in Erinnerung ruft, in der ihm ein Verstoß gegen das Werbeverbot vorgeworfen wurde, weil er ziemlich genau die selben Informationen in einem Flugblatt an die Anwohner verteilt hat.

Die Pressemitteilung wurde herausgegeben, weil jetzt alle Zwangschließungen der Coffeeshops beendet sind. Rein theoretisch dürften jetzt wieder alle 14 Coffeeshops der Gemeinde öffnen. Tun sie aber nicht, wie der VOCM nach der Pressemitteilung bestätigte: Das “Easy Going”, das “Cool Runnings” und das “Smokey” bleiben trotzdem geschlossen, da man erst die Entscheidung des Raad van State abwarten wolle, die spätestens im Frühjahr getroffen werden muss. Man erhofft sich, dass dann die Zwangsdiskriminierung in Maastricht und allen Coffeeshops mit I-Kriterium ein Ende haben wird.

Die anderen Coffeeshops halten sich laut Gemeinde vorbildlich an die Regeln, was viele Kontrollen bestätigt haben. Jeder Kunde muss einen aktuellen GBA-Auszug bei sich haben (eine Regelung, die laut Josemans so nur in Maastricht und Eindhoven gälte), um einen Coffeeshop betreten zu dürfen.

Währenddessen spitzen sich die Zustände auf den Strassen weiterhin zu. Dort an Drogen zu kommen ist weiterhin für jeden Menschen, unabhängig von Herkunft und Alter, möglich. Am letzten Sonntag verstarb das Opfer einer Schießerei, die laut Josemans den Strassendealern zuzuordnen sei.

Die Situation in Maastricht bleibt also weiterhin spannend.  Onno Hoes steht unter enormen Druck, weil er durch seine Knutsch-Affaire nun auch die Moralapostel gegen sich aufgebracht hat. Und gerade diese sind es doch, die bisher den strikten Kurs des Bürgermeisters unterstützt haben. Die Oppositionsparteien nutzen die Situation natürlich aus, um gegen den ehemaligen Saubermann zu wettern.

Dieser gibt sich reumütig: Er habe zuviel getrunken.

Das erklärt Einiges.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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