Offener Brief des Bürgermeisters an den Gemeinderat von Venlo

Ich habe mir etwas Zeit genommen und mir den hier teilweise schon zitierten Brief des Bürgermeisters von Venlo vorgenommen. Der ein oder andere dürfte sich schon Gedanken über den Inhalt gemacht haben. Allerdings ist das hier keine Übersetzung sondern eher eine freie Wiedergabe des Inhalts. Eventuelle Fehler bitte ich zu entschuldigen, denn Niederländisch ist nicht meine Muttersprache.

Martin Camp (VVD) hat am letzten Freitag einen offenen Brief an den Gemeinderat von Venlo geschrieben und seine Pläne für die Zukunft verkündet. Diesen Brief könnt ihr hier finden.

Zunächst freut er sich, dass man mit der Idee des Wietpas wieder zurückrudert und durch lokale Anpassungen eine Möglichkeit schafft um den entstandenen Schaden zu beheben. Die Größte Sorgen bereiten der VVD die Auswirkungen des Straßenhandels. Daher soll eine der obersten Priorität auch die Bekämpfung seiner Auswirkungen sein.

Für Camps Partei ist es wichtig so schnell wie möglich mit der Gestaltung einer komplett neuen Drogenpolitik für Venlo zu beginnen. Dabei sollen alle Regelungen genau auf die Situation in Venlo zugeschnitten werden. Der Bürgermeister spricht sich ausdrücklich dafür aus, auf keinen Fall einfach dem Modell anderer Gemeinden in Limburg folgen zu wollen. Dies würde zu lange dauern und nicht zu den Möglichkeiten von Venlo passen. (Ob er da etwa zufällig an Maastricht denkt?)

Die VVD Venlo ist außerdem sicher, dass man innerhalb kurzer Zeit in der Lage wäre um die Regierung auch von einem Rückbau der „destruktiven“ bisherigen Drogenpolitik zu überzeugen. Dies soll die Möglichkeit schaffen um richtige Lösungen zu schaffen die den Gebrauch von Cannabis in den Niederlanden endlich richtig entkriminalisieren. Auf konkrete Anweisungen aus den Haag möchte man nicht erst warten und selbst die Initiative ergreifen.

Der wichtigste Punkt sei laut Camp die Bekämpfung von Drogenkonsum an Schulen. Diese könne am besten durch Prävention bekämpft werden. (Na da hat es scheinbar mal jemand verstanden!) Allerdings soll es hier um jede Form von Drogenkonsum gehen. Man will sich nicht nur auf Cannabis beschränken. Dafür soll ein Team aus Schulpersonal, Polizei, Jugendamt und sonstigen Instanzen gebildet werden. Außerdem soll es für Schüler einfacher werden Drogenhandel zu melden. Die sozialen Netzwerke könnten dabei helfen.

Der zweitwichtigste Punkt ist es zu vermeiden, dass sich die Bürger aus der Region bei illegalen Straßenhändlern eindecken müssen. Immerhin betrifft das laut dem Bürgermeister regelmäßig 3% der Bevölkerung. Daher müsse alles versucht werden um die Kunden nicht von geduldeten Coffeeshops abzuhalten. Die Coffeeshops sollen dabei helfen und sich mit der Gemeinde beraten wie dies am besten realisiert werden könne. Die Zugangskarte ohne zentrale Registrierung die es früher gab könnte da eine Möglichkeit sein.

Martin Camp stellt außerdem noch einmal ganz eindeutig klar, dass nicht der Konsum von Cannabis bekämpft werden soll sondern die Illegalität und die damit verbundene Kriminalität. Sollten die Maßnahmen es erfordern auch wieder deutsche Kunden zu bedienen um die jetzige Situation zu verbessern, dann soll dies auch möglich sein. Die VVD Venlo sieht zum Beispiel mit der Schaffung von neuen Shops in Grenznähe eine Möglichkeit. Das Wohlbefinden und die Sicherheit der Bürger seien wichtiger als nicht mehr an Ausländer zu verkaufen.

„Het welzijn en de veiligheid van onze eigen burgers zijn belangrijker dan de moraliteit over het verkopen van drugs aan het buitenland.“

Anschließend geht es in dem Brief um weitere nötige Maßnahmen. Man sähe zwar ein Potential um mit den neuen Vorsätzen die Probleme beim Verkauf zu lösen aber nicht die die bei der Produktion und dem Vertrieb an die Shops entstehen. Die relativ harmlose Selbstversorgung durch eigenen Anbau sei praktisch verschwunden und durch die Versorgung über kriminelle Strukturen ersetzt worden. Dies habe viele negative Auswirkungen auf die Gesellschaft. Daher findet die VVD Venlo, dass die Produktion von Cannabisprodukten aus der Illegalität geholt werden muss. Die Entkriminalisierung sollte dabei in gut geplanten Schritten ablaufen, auch wenn die Politik auf höherer Ebene wenig Raum dafür lässt.

Um diese ganzen guten Vorsätze zu realisieren, wird vorgeschlagen eine Art Projekt zu starten. Mit dem Projekt Hektor hatte die Stadt Venlo ja bereits viele gute Erfahrungen gesammelt.

Zum Ende fordert Camp noch alle Fraktionen auf sich den Brief von Minister Opstelten und die Gestaltung einer neuen Drogenpolitik auf die Tagesordnung zu setzen.

Ich muss ehrlich sagen, mit dieser Einstellung stehen Martin Camp und der Rest der VVD Venlo sehr gut da. Hier scheint tatsächlich die Lösung von Problemen wichtig zu sein. Daher bin ich echt gespannt was dort noch passiert und hoffe, dass Nol van Schaik mit seinen Aussagen am Ende recht hat.

  • Anonymous

    Scheinen ein paar sehr schlaue Leute zu sein. Nicht so wie Ivo.Hätte man doch mal vorher drüber nachgedacht und nicht so ein Chaos verbreitet. So wünsch ich mir das auch mal von unserer Seite aus.Wird nämich langsam Zeit das wir hier auch mal was unternehmen.Dann steigt der „positive“Druck:)

    Gruss Ruh aus dem kalten Berlin.

    • Anonymous

      Nicht so wie Ivo…..der war gut:-) Muss ehrlich sagen dass ich über die Aussagen von einem VVDler sehr positiv überrascht bin. Da hat mal einer gründlich nachgedacht….Nicht so wie Ivo….Gruss aus Krefeld

  • Anonymous

    Ich mach einen Shop in Venlo auf. Direkt an der Grenze. Ich nenne Ihn „Route A61“ :-)

  • KifferJan

    Ich muss auch sagen, dass ich eine solche Weitsicht von einem VVD Politiker nicht erwartet hätte. Respekt. Da kann sich unser Freund Ivo mal eine große Scheibe von abschneiden.

    Das zeigt auch, dass sich regional was tut und sich die Städte und Kommunen dem Schwachsinn von Opstelten nicht kampflos unterordnen wollen. Letztendlich findet der Schwarzmarkt und die damit verbundenen Probleme vor Ort statt. Uns Ivo sitzt ja schön in seinem warmen Ministerium und bekommt davon nicht viel mit.

    Man darf also gespannt sein. Das klingt aber alles sehr positiv …

  • Basjoe

    „Man sähe zwar ein Potential um mit den neuen Vorsätzen die Probleme beim Verkauf zu lösen aber nicht die die bei der Produktion und dem Vertrieb an die Shops entstehen. Die relativ harmlose Selbstversorgung durch eigenen Anbau sei praktisch verschwunden und durch die Versorgung über kriminelle Strukturen ersetzt worden. Dies habe viele negative Auswirkungen auf die Gesellschaft. Daher findet die VVD Venlo, dass die Produktion von Cannabisprodukten aus der Illegalität geholt werden muss. Die Entkriminalisierung sollte dabei in gut geplanten Schritten ablaufen, auch wenn die Politik auf höherer Ebene wenig Raum dafür lässt.“

    100% Zustimmung!
    Das sind mit Abstand die intelligentesten Worte die ich von einem Niederländischen Politiker vernommen habe seit ich mich mit dem Thema Wietpas beschäftige.
    Und das von einem Politiker der „Ivo-Partei“.
    Da hat mal einer die wahren Probleme erkannt abseits von Overlast, THC-Obergrenze und anderem Blödsinn.
    Mehr davon bitte!

  • micha

    geh ivos arsch lecken du vollspast

    • Fehner

      was soll das? Selbst wenn er sich nicht verschrieben hätte: wer ne abweichende meinung hat, wird hier also beschimpft oder wie? Das hilft der Sache wirklich ungemein…….schade.

    • o no!

      Was glaubst Du was wir tuen, immer wieder gern und mit dem regieren, kommt das fast von alleine.
      Ivo scheisst und Onno leckt es auf, und wenn Onno satt ist , scheisst Er und Ivo darf lecken.

      Lieber Gruß, von Ichhabedenkopfvollscheißeonno!

  • micha

    ok, kein problem

  • Jack

    @LoneMaintain.

    Ich frage mich gerade wer hier dicht ist. Die Shops oder Du ;-)
    Und den Wietpas den gibt es nicht mehr, das heißt jetzt Residenzkriterium …

  • Gerd50

    Sehr erfreulich zu lesen, das es VVD Politiker gibt, denen liberal regionale Interessen
    wichtiger sind, als feudal nationale der Herrschaften in Den Haag.

  • LoneMaintain

    @ jack
    nein ich bin leider auf zwanghaften entzug seit mai wegen dem wietpas
    komme schlecht nach holland
    und wenn dann nur nach venlo :b
    aber ich werde es feiern sobald der weg frei ist :D

  • Ich fühle mit Dir @ LoneMaintain – mir geht es momentan ähnlich. Bei mir ist es aber noch schlimmer – komme nur nach Maastricht.

    Zu den Posts bzw. editieren. Leider können User/Kommentatoren bei WordPress (Hoster dieses Blogs) wirklich nicht editieren. Ist eben kein Forum hier.

    Als Mensch mit Autorenrechten in diesem Blog, kann ich auch nur die Kommentare zu meinen eigenen Artikeln editieren. In Artikeln, die ich nicht geschrieben habe, kann ich nicht einmal meine eigenen Kommentare editieren, das hat mich auch schon öfter geärgert (allerdings nur wegen vergessenen Wörtern oder Rechtschreibfehlern).

    Nur mobo kann hier alles editieren. Aber zum Glück habt ihr euer Mißverständnis ja geklärt.

    Den Vorstoß aus Venlo finde ich auch gut, allerdings habe ich hier: https://keinwietpas.wordpress.com/2012/11/27/vvd-venlo-die-gute-vvd/comment-page-1/#comment-5520 bereits etwas zu den Erfolgsaussichten zur Lösung der Backdoorproblematik geschrieben.

    Martin Camp hat sich wirklich Gedanken gemacht, und es wäre nicht falsch, diese Vorschläge umzusetzen. Jedoch müssen vorher endlich die leidigen UN-Verträge weg, die es den Staaten, die diese unterzeichnet haben scheinbar unmöglich machen Cannabis selbst zu produzieren oder echt zu legalisieren.

    In der Hinsicht ist NL scheinbar genauso sklavisch wie Deutschland. Daher die bigotte Duldungspolitik.

    Die USA und bald auch Uruguay setzen sich ja nun einfach darüber hinweg – frei nach Adenauers Motto: „Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern“.

    Die Mut wünsche ich NL und vor allem Deutschland auch endlich! Wir sollten diese ollen Kamellen (UN-Verträge) endlich für ungültig erklären – dann ist der Weg frei für nationale Lösungen.

  • Also zu editierten oder gelöschten Kommentaren kann ich nix sagen. Ich könnte sie hier zwar editieren aber das war bis jetzt nicht der Fall. Zum moderieren wurde mir auch nichts angezeigt.
    Ansonsten gilt weiterhin: Immer lieb bleiben ;)

    • o no!

      Ich, der Onno ben de Bürgermeister. Und möchte auch das alle lieb bleiben.

  • keek

    hab mal beim Noppes nachgefragt, wie es mit Ausländern ab 2013 aussieht.

    Hab jetzt ne Antwort bekommen. Solle mich noch bis zum 6.12. gedulden, dann können die mehr sagen. Is da irgendeine Abstimmung etc.?

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