Die Mär vom gestiegenen THC-Gehalt

Ich will dann auch mal etwas schreiben, was nur indirekt etwas mit dem Wietpas zu tun hat. Ich hoffe, das geht klar. Schreibt mir doch mal Eure Meinung dazu in den Kommentaren!

Immer wieder hört man von den Gegnern einer liberaleren Handhabung mit Cannabis das Argument, dass die Droge nichts mehr mit dem harmlosen Hippie-Kraut aus den 60ern und 70ern zu tun habe. Ein Angeblich bis zu 20 fach erhöhter Gehalt an THC mache Marihuana und Haschisch aus der ehemals harmlosen, weichen Droge eine gefährliche harte. Auch in der Argumentation der Wietpas-Befürworter und in der deutschen Presselandschaft liesst man das Immer und immer wieder.

Doch ist da wirklich etwas dran? Ist die intensiv riechende Hanfblüte wirklich so gefährlich geworden?

Schaut man sich einmal die Hochpotenten Sorten an, die regelmässig beim Amsterdamer High Times Cannabis Cup Preise absahnen, dann findet man dort selten einen THC-Gehalt der 20% stark übersteigt. Bei ca. 23% ist in der Regel das Ende des Möglichen erreicht. Immerhin muss eine Pflanze ja auch noch Zellulose, Mineralstoffe etc. beinhalten, sonst wäre es ja per Definition keine Pflanze mehr ;-). Aber diesen Wert kann man wohl als äusserstes Extrem ansehen. “Normales” Gras beinhaltet je nach Qualität ca. 5-15% THC. Geht man also von einem zwanzigstel des Gehaltes aus, hätte man in der Blüte der Hippiezeit Marihuana mit einem THC-Gehalt von 0,25-0,75% konsumiert. Zum Vergleich: Der nach EU-Regelung zulässige THC-Gehalt von Nutzhanf liegt laut Wikipedia bei 0,2%. Und man kann davon ausgehen, dass er bewusst sehr niedrig angesetzt wurde.

Da fragt man sich doch schnell, warum ein Jimi Hendrix mit “Purzle Haze” so eindringlich eine Ackerpflanze besungen hat, denn als Rauschmittel liesse sie sich ja nur schwer missbrauchen.

Man kann das Argument also ruhig ins Reich der Mythen schieben.

Eine gesunde und kritische Diskussion beim Thema Cannabis ist definitiv notwendig, ganz gleich auf welcher Seite man steht. Aber man sollte da schon bei den Fakten bleiben. Übertriebene Horrormeldungen bringen vielleicht der BILD eine höhere Auflage. Einer vernünftigen Diskussion bringen sie aber rein gar nichts.

Übrigens: Ein erhöhter THC-Gehalt führt auch dazu, dass man weniger bei gleicher Wirkung benötigt. Definitiv eine Entlastung der Lunge!

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de