Großangelegte Polizeiaktion in Enschede

Foto: Dennis Bakker
Foto: Dennis Bakker
Am Freitag hat die niederländische Polizei zusammen mit der Gemeinde Enschede und der Staatsanwaltschaft in Kooperation mit der deutschen Polizei eine großangelegte Präventivaktion gegen “Drugsoverlast” und Waffenbesitz in Enschede (Overijssel) durchgeführt.

Das Ausmaß der Aktion war für die Gemeinde mit knapp 158.000 Einwohnern eindrucksvoll und teilte sich auf verschiedene Einsatzorte auf.

So gab es im Zentrum intensive Kontrollen, bei denen Passanten per Zufall belästigt nach Drogen kontrolliert wurden. Die Aktion konzentrierte sich auf  den Wilminkplein (nahe Coffeeshop “Miami), der Noorderhagen (nahe Coffeeshop “The Edge”) sowie in der Bahnhofsumgebung. Ein Leser konnte heute außerdem Kontrollen rund um den Coffeeshop “Gabriala” beobachten. (danke Benni!). Unterstützt wurden diese Kontrollen durch einen Polizeihubschrauber. Auch in Glanerbrug (bei Coffeeshop “Grasshopper”) gab es Aktionen.

Ebenso gab es intensive Kontrollen in den Zügen nach Gronau, die durch die deutsche Polizei und deren Spürhunden unterstützt wurde. Weitere Kontrollen fanden in Gronau von der deutschen Polizei statt.

Außerdem gab es Hausdurchsuchungen in zwei Enscheder Wohnungen, bei denen größere Geldmengen und unbekannte Mengen und Arten von Drogen sichergestellt wurden.

Insgesamt gab es 12 Verhaftungen in Enschede und eine in Gronau (na das hat sich ja gelohnt…). Über die Menge und Art der beschlagnahmten Drogen schweigt sich die Polizei aus.

Direktlink zum Video

So, jetzt erstmal durchatmen…

Wer mich kennt weiß, dass ich Enschede sehr gut kenne. Seit meiner Kindheit besuche ich die Stadt mehr oder weniger regelmäßig. Hier war der erste Coffeeshop, den ich in meinem Leben betreten habe. Und auch wenn die Qualität früher besser war komme ich trotzdem regelmäßig noch gerne wieder zum Shoppen, für einen Marktbesuch oder um einen Coffeeshop zu besuchen. Natürlich läuft nie immer alles Rund (Parken in zweiter Reihe mit laufendem Motor um mal eben in einen Shop zu springen war beim alten “De Molen” gang und gäbe), aber generell kann man (und ich) sagen, dass die Probleme mit Coffeeshops und deren Besuchern zu vernachlässigen sind. Dessen war sich der bisherige Bürgermeister Peter den Oudsten (PvdA)stets bewusst und er bemerkte mehr als einmal, dass seiner Meinung nach in Enschede keine Maßnahmen gegen den “Drogentourismus” in der Stadt getroffen werden müssen.

Bürgermeister Fred de Graaf
Bürgermeister Fred de Graaf
Seit Januar bekleidet mit Fred de Graaf aber ein Poliker der konservativen VVD das Amt des Bürgermeisters. Und wie sich jetzt gezeigt hat, weht in der kleinen Stadt nahe der Studentenstadt Münster scheinbar ein anderer Wind.

Ob sich an der lockeren Haltung der Gemeinde gegenüber den Coffeeshop jetzt was ändern wird, wird sich zeigen.

Übrigens: Später am Abend gab es einen bewaffneten Überfall auf eine Pornovideothek in Enschede. Der Täter konnte erfolgreich flüchten…

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de