Limburgs Jagd nach Hanffeldern

Viele meinen ja immer noch, dass die Niederlande ein Paradies für den Hanffreund ist. Aber das ist mitnichten so! Die Politik versucht auf vielerlei Weise, diesen Ruf loszuwerden. Der Wietpas ist dabei nur eine Variante. Auch die Jagd nach Growern wird doch sehr gewissenhaft betrieben.

Die Provinz Limburg hat jetzt mit ihren Erfolgen in diesem Jahr geprotzt. Speziell ging es um die Jagd nach Outdoorfeldern mittels Helikopter. Der Trick der Hanffreunde: Es werden Plantagen innerhalb von Maisfeldern angelegt, die somit von aussen nicht ersichtlich sind und sich nur dem Bauern und Liebhaber von Betten in Kornfeldern ersichtlich sind. Und eben auch den speziell ausgebildeten Polizeibeamten, die solche Felder aus der Luft aufspüren.

In diesem Jahr wurden allein in Limburg in 121 verschiedenen Maisfeldern ca. 2 Tonnen Cannabis aufgespürt, was laut Polizei einem Straßenverkaufswert von ca. 4 Millionen Euro entspräche.Die größte der gefundenen Plantagen bestand aus ca. 400 Pflanzen.

Insgesamt sei die Zahl doppelt so groß wie im Vorjahr. Ich frage mich, ob das daran liegt, dass es einen verstärkten Anbau gab oder doch eher daran, dass die Polizei intensiver gesucht hat und ein lückenloseres Netz der Überwachung erstellt hat.

Die Lösung dieses „Problems“ dürfte uns allen klar sein: Anbau legalisieren und dabei gerne auch streng reglementieren. Dann würden die Bauern weniger Stress beim Anbau haben, die Polizei hätte mehr Kapazitäten um „echte“ Verbrecher zu jagen, mit den Hubschraubern könnte man Rundflüge über legale Hanffelder angeboten werden und der Staat würde mehr Steuern kassieren können. Schöne Utopie, nicht?

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • Marcel

    Ach Stefan, das ist doch nix neues. Du als Grenzler müsstest doch die Drohnen ebenfalls kennen. Im Grenzgebiet Nettetal (Limburg) war es schon seit Jahren üblich unser Lieblingskraut im Mais anzubauen. Die Grenzer kämpfen dagegen mit Helikoptern, Wärmebildkameras (für die Wohnhäuser und Industriehallen), Drohnen (MIT Geruchssensor für 3 Mio EUR) und etliches anderes Werkzeug. Mittlerweile sind die Grower aber von Maisfeldern auf Container umgestiegen. In Nettetal wurde mal auf einem Speditionsparkplatz eine Plantage hoch genommen. Einfach die Container zwischen die anderen gestellt^^. Container sind so eingerichtet das die bis zur Blüte nicht mehr geöffnet werden müssen und stehen ganz harmlos in Industriegebieten rum…..

  • Marcel

    Ich fahre am Samstag in „meine“ Stadt Venlo und werd dann mal berichten. Hab mich schon mit Wietpas Inhabern verabredet ;-)

    • Oh… Darauf freue ich mich schon besonders. Wenn Du Lust und den Mut hast, kannst du dich ja auch vielleicht mit einem Strassendealer unterhalten (die gibt’s in „meiner“ ja (noch) nicht. Und wenn du ganz mutig bist, kannst du ja auch ein paar Bilder schießen…

      • Marcel

        ja, genau das hab ich vor – nachdem ich von Freitag auf Samstag in Arnheim genächtigt hab ;-)

        • Das witzigste an Arnhem ist das Parkhaus am Bahnhof. Schon in nüchternen Zustand ist es beinahe unmöglich den Ausgang zu finden. Bekifft später das Auto (des nüchternen Fahrers), einen Parkautomaten (merkt man erst am Auto) und schließlich die Ausfahrt zu finden ist ein Ding der Unmöglichkeit aber schrecklich lustig.
          Lost in Arnhem. Sollte man sich mal geben!

      • Sebastian

        In Enschede wurde ich die letzten zwei Male; als ich zu Fuß unterwegs war angesprochen. Einmal Weed ab 3€, und der beim zweiten Mal schien alles zu haben.
        Hab die so gut ignoriert wie es ging.

        • Warum passiert mir das nie? Ich wurde in Enschede bisher erst einmal auf Drogen angesprochen und zwar spät abends, als die Coffeeshops bereits geschlossen waren (und wurde dann abgezockt…) das war 2003 wenn ich mich recht entsinne.
          Ansonsten werde ich immer nur von einem Schnorrer angesprochen, der, nachdem man ihm etwas Geld gibt, nach mehr fragt *lol*

    • Blueberry Kush

      Ich bin sehr gespannt auf Deinen Report des Gesprächs :)

      Und nimm ein paar Grüße mit rüber und lass es Dir schmecken!

      • Marcel

        Hab schon bei CleanU nen Schnelltest bestellt – mal sehen wie es so mit Streckung in den Shops ausschaut…..

  • rolf

    Yesterday, the Haarlem City Council and Mayor Bernt Schneiders have decided to introduce The Hallmark for coffeeshops on the day that other Cities will be forced to introduce the Weedpass, nameli January 1, 2013. This project found support from all political parties, including VVD and CDA, the parties responsible for the failing Weedpass project. (Quelle: http://www.coffeeshopnieuws.nl/index.php/nieuwste-dumps/detail/3145-haarlem-introduces-hallmark-for-coffeeshops-on-jan-1-2013-not-the-weedpass )

    Das ist doch mal ne gute nachricht oder ? Warum sollten das die anderen Städte nicht auch machen ^^

    • Mittlerweile sind alle hier schneller als ich ;-)
      Über das hin-und-her in Haarlem wollte ich bloggen, wenn ich heute Abend zu Hause bin.

  • Marcel

    ist das eine UND oder ODER Regelung? Sprich – Hallmark und Wietpas oder nur Hallmark!?!?

    • Das wechselt momentan regelmäßig.
      Zuerst „stattdessen“
      Dann „zusätzlich“
      Jetzt wieder „stattdessen“

    • rolf

      in dem englischen artikel steht , dass NUR der hallmark eingeführt wird anstelle des wietpasses. (siehe in der Überschrift)

  • Marcel

    Ich befürchte „zusätzlich“…. hab heute morgen einen Bericht in der RP gelesen, dass die Niederländischen Städte gar nicht selbst entscheiden dürfen……

    • Marcel

      vgl.

      „Die Stadt Venlo hat keine Chance, dem „Wietpas“ für Coffeeshops zu entgehen. Dies schloss gestern ein Sprecher der Stadt Venlo aus. „Der Wietpas wird von der Regierung in Den Haag eingeführt, die Städte haben keinen Spielraum, ihn zeitlich hinauszuzögern oder eine andere Strategie in ihrer Drogenpolitik einzuschlagen“, sagte er.“

      Quelle:
      http://www.rp-online.de/niederrhein-sued/nettetal/nachrichten/venlo-will-hart-durchgreifen-1.2742505

      • Marcel

        hört sich für mich eindeutig an^^

      • Der Artikel ist vom März.

      • Marcel

        Ja, ist er – allerdings hat sich an der rechtlichen Lage in NL meines Wissens nach seither nichts geändert. Also dürfen die Städte nicht darüber selbst entscheiden. Sagt zumindest der Sprecher der Stadt Venlo…. wäre mal interessant zu wissen was nun stimmt.

        • So weit ich weiß haben die Bürgermeister schon die Macht, da eigenhändig zu entscheiden. Aber ein Bürgermeister wird in Nederland vom Rat ins Amt gehoben. Und die können ihn auch wieder absetzen. Und da sich der Rat ja aus vielen Parteien zusammen setzt, machen sie schon eher Entscheidungen die konform mit der Landespolitik gehen um sich keiner Kritik auszusetzen, falls ihre Idee in die Hose geht.

      • jgreeen

        Ja es ist schon wahr, dass die Gemeinden im Grunde an die Gesetze des Landes gebunden sind aber es gab dazu ja bereits viele verschiedenen Standpunkte. Man hat in Eindhoven ja schon schnell an den „Wietpas Light“ gedacht, also Selektion an der Tür durch die Nationalität im Ausweis. Da haben schon einige Leute gefragt: „Geht das überhaupt?“ Am Ende hieß es dann aus Regierungskreisen: „Macht was ihr wollt aber ihr müsst die Verantwortung für alle Konsequenzen tragen.“
        Ich denke mal, dass die Gemeinden schon einen gewissen Spielraum haben und es etwas dauert, bis da wirklich richtige Konsequenzen folgen wenn man sich nicht an die Vorgaben der Regierung hält. Die eine Stadt ist da vieleicht mutiger als eine andere. Vieleicht auch einfach aus Angst. Wenn sich ein Bürgermeister gegen den Wietpas auspricht und ankündigt ihn nicht umsetzen zu wollen, dann ist das ja auch erst mal nur ne Aussage. Was am Ende dann wirklich passiert ist was anderes.

        Allerdings haben die Gemeinden und ihre Politiker ja auch ein gewisses Potential für politschen Druck. Mal schauen was da noch passiert. Ich glaube aber mitlerweile, dass der Wietpas erst mal landesweit kommt und man vieleicht dann irgendwann merkt die bescheuert die Idee ist.
        Ich hab übrigens gestern im Venlo mitbekommen wie ein Vater sich echt mit einem recht jungen Ticker hat, weil die Kinder ihn wohl aus ihrem Wohnzimmer sehen können und Schiss haben. Der hat wohl mit anderen Leuten vor deren Haus rumgehangen.
        Jedenfalls hab ich das aus dem Geschrei so rausgehört.
        So was müsste ich eigentlich mal dokumentieren.

      • Marcel

        @jgreen wenn Du gestern in Venlo warst….. wie schaut es denn da aus? Strassentechnisch?

      • jgreeen

        Hi Marcel,
        also in Venlo ist es recht unterschiedlich. Ich bin da eigentlich an 5 Tagen in der Woche, oft mit dem Auto manchmal auch zu Fuß bzw. mit der Bahn.
        Ich möchte hier eigentlich keine konkreten Orte nennen um keine Tipps zu geben.
        An manchen Orten bekommt man von den Tickern nichts mit, an anderen Stellen wird man dann immer wieder angequatscht z.B. in der Fußgängerzone, in der Umgebung des Bahnhofs oder entlang der Maas. Wenn man sich auf Deutsch unterhält, dann dauert das eigentlich nicht lang bis einer pfeift oder was von „Hey wiet/hasj kopen?“ flüstert. In der Umgebung der Shops sind eigentlich immer recht viele Dealer, viele kaufen für andere Leute dann direkt im Shop und zweigen was ab.
        Bei Regen geht nicht viel oder wenn grad mal die Polizei vor Ort ist. Allerdings sind die danach auch sofort wieder da. Ansonsten ist es jetzt einfacher denn je dort Weed zu kaufen und das in eigentlich beliebig großen Mengen. Anderer Kram ist leider auch nicht weit.
        Zumdindest ist das mein Eindruck.
        Ich möchte hier allerdings keine Tipps verteilen oder zum Kauf raten. Ich hoffe, dass sich jetzt keiner ins Auto setzt und da sucht. Den Straßenmist sollte man nicht unterstützen. Da verzichte ich lieber aufs Kraut.

    • Nach aktuellstem stand ist es statt des Wietpas. Aber das hieß es schon mal. Ist der RP-Artikel online?

  • rolf

    in dem artikel den ich gefunden habe steht das NUR der hallmark eingeführt wird anstelle des wietpasses. (siehe in der Überschrift)

  • Sebastian

    Vieleicht machen die für jede endeckte Plantage zwei neue, dann dürfte, wenn die Sache organisiert ist, die Menge sich nächstes Jahr wieder verdoppeln, schließlich wurden keine verandwortlichen gefunden, oder ?
    Für kriminelle Organisationen ist dies wahrscheinlich schon ein Erfolg, wenn so viele Polizeikräfte mit low-budget-grows beschäftigt sind. Schade für die Selbstversorger deren halber Jahresvorrat auch entdeckt wurde, und die nun zukaufen werden.

  • pirat

    und das sind die wirklich wichtigen Meldungen: Haarlem führt den Weedpass nicht ein, seht selbst:
    http://coffeeshopnieuws.nl/index.php/blog/3-articles/169-haarlem-introduces-hallmark-for-coffeeshops-on-jan-1-2013-not-the-weedpass

    normal hätte diese Meldung einen eigenen Artikel verdient, danke an Nol van Schaik, aber wenn ich das richtig verstehe war das die Beerdigung für den Weedpass zumindest in den nördlichen Provinzen!

    • Pirat: als die Meldung raus kam war ich schon unterwegs. Sobald ich wieder Zuhause bin, bekommt die Nachricht ihren gebührenden Platz!

      • pirat

        oh das sollte keine Kritik sein, ich weiß das du i.d.R sehr schnell mit Meldungen bist.. Finde nur das so eine wichtige Meldung ,nicht als Kommentar von mir ,untergehen sollte, da dies ja hier sicher entscheidend für unser Thema sein kann.

        • Im Kopf arbeite ich schon dran. Die Überschrift hab ich schon ;-)

  • drug tourist

    es keimt also hoffnung!!!!!!!!!!!!!
    aber damit sollte sich niemand von uns zufrieden geben!

  • Anonymous

    „in 121 verschiedenen Maisfeldern ca. 2 Tonnen Cannabis aufgespürt, was laut Polizei einem Straßenverkaufswert von ca. 4 Millionen Euro “ diese Rechnung stimmt aber nicht !

    2.000.000 g = 2.000.000 € bei 10€ p. g / wobei dann auch die hälfte also nur 1.000.000 € denkbar wäre beim Verkauf von Mengen.

    • Anonymous

      allerdings würde mich auch interessieren welcher Hanffreund für 1 Gramm Outdorgrow 20 € bezahlt :D :D :D

    • Anonymous

      Man kann auch davon ausgehen das die Polizei nicht die Pflanzen aberntet sondern nur abschneidet und im Gesammten wiegt.