Gastbeitrag: Meinung eines Lesers

Unser Leser „Jack O Neill“ hat leider erst kürzlich zu „Kein Wietpas!“ gefunden. Er hat mir einen Text geschickt, den er bereits im Mai verfasst hat. Trotzdem möchte ich ihn hier aber noch veröffentlichen:

Ich bin heute 58 Jahre alt. Im Alter von fünf Jahren bin ich mit meinen Eltern zum ersten mal an die niederländische Nordseeküste (Burgh-Haamstede) gefahren. Und seit dem jedes Jahr in den Osterferien, in den Sommerferien und auch in den Herbstferien. Seit 25 Jahren im eigenen Stacaravan. Niemals gab es Grund für Unbehagen. Niemals gab es böse Worte und immer viel Gastfreundschaft und immer das Gefühl willkommen zu sein. Selbst die Tatsache, dass unsere Soldaten beim Rückzug viele viele Fahrräder gestohlen haben, war zwar Thema, doch immer nur ein Grund zu lachen und eine Runde Bier zu bestellen. (an dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich zu den unsäglichen Verbrechen unseres Volkes bekennen. Diese Schuld darf nie vergessen werden)

Im Alter von ca. 16 oder 18 Jahren haben wir am Strand gemeinsam gesungen und dabei auch ab und an mal etwas Cannabis konsumiert. Das war damals ein wichtiges Kommu- nikationsmittel für die Jugend in Europa.

So bin ich (und auch unsere Kinder) quasi in den Niederlanden mit aufgewachsen und habe mich dort immer sehr sehr wohl gefühlt. So manch schweren Stein konnte man fallen hören wenn die Grenze in dieses Land der Toleranz und Freiheit überschritten war. Als wir am 1. Mai dieses Jahres ans Meer fuhren, wurden wir an der Grenze photographiert und mit einem Leuchtschild empfangen auf dem stand: Neue Regeln für weiche Drogen in Nl.

Drogen kann man sich überall besorgen. Aber das Gefühl von Freiheit und Toleranz und das Gefühl willkommen zu sein, ist an diesem Tag in uns gestorben. Ich schreibe dies mit einigen Tränen und mit der Angst in absehbarer Zukunft von Intoleranz und brauner Gesinnung erstickt zu werden. Auch hier in unserem Land.

Zu den neuen Regeln (www.new-rules.eu) möchte ich nur bemerken: Wenn das der Weg ist, gerne. Aber dann bitte auch in den anderen Europäischen Staaten.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • Anonymous

  • Anonymous

    er hat ja so recht. ich war zwar erst 2011 das erste mal in den niederlanden, habe land und leute aber auch als sehr tolerant und gastfreundlich empfunden. ich habe mich sofort in dieses land verliebt. hoffentlich kommt es nicht so weit das wir von brauner gesinnung und intolleranz erstickt werden.ich zumindest werde alles dafür tun dass es nicht so weit kommt.

  • Anonymous

    ich hatte es schon oft erwähnt, dass dies mein Bild der Niederländer völlig ver-rückt hat.

  • jgreeen

    Oh ja Burgh-Haamstede, da denke ich direkt an unseren Wohnwagen und Kibbeling.
    Keine Ahnung wie viele Urlaube ich als Kind da mit meinen Eltern verbracht habe. Ich kann Jack O´Neill schon verstehen. Es ist einfach ein mieses Gefühl wenn es irgendwo heißt „Nein ihr Ausländer seit nicht erwünscht“.
    Dabei ist es erst mal völlig egal wie die Umstände sind.

  • -.-

    Danke für den Text.
    Ich bin im Grenzgebiet aufgewachsen und deshalb war mein erstes „Ausland“ Holland. Und ich kann vieles nur bestätigen.Wie liebte ich es dort hinzufahren,in das Land der „fröhlichen“ Menschen.
    Aber selbst innerhalb der Coffeshops ist der Umgangston rauher ,kälter geworden.Diese EU und dieser Turbokapitalismus führen uns Europäer nicht zusammen sie treibt Keile zwischen uns…

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