Utrecht: Petition gegen neuen Coffeeshop

Utrecht – Nicht alle Menschen mögen Coffeeshops. Das wird nun durch eine Petition deutlich, die von knapp 2000 Personen unterzeichnet wurde. Gestartet wurde die Protestaktion von Ladeninhabern aus dem Utrechter Stadtteil Zuilen. Die Unterschriften wurden dem Stadtrat von Utrecht bereits in der letzten Woche überreicht.

Logo der Petition FÜR den Erhalt der Coffeeshops

Logo der Petition FÜR den Erhalt der Coffeeshops

Die Geschäftsleute richten sich mit ihrer Petition, die auf die altmodische Art und Weise per Unterschriften auf in den Läden ausliegenden Listen zustande kam, gegen die Pläne für einen neuen Coffeeshop am Amsterdamsestraatweg. Ein Unternehmer möchte ein ehemaliges Ladenlokal dort zum Coffeeshop umbauen. Die Inhaber der benachbarten Läden finden, dass kein Coffeeshop zwischen ihre Geschäfte gehört. Zudem befürchten sie Overlast in ihrem Viertel. Das berichtet RTV Utrecht.

Die Unterschriften stammen von den Kunden der prostesierenden Geschäfte.

Eine Online-Petiton für den Erhalt der Amsterdamer Coffeeshops und für die Entkriminalisierung von Cannabishandel und -produktion, hat ebenfalls bisher ca. 2000 Unterstützer – allerdings im gesamten Internet. Diese Petition braucht noch 38.000 Unterschriften.

Es wirft kein gutes Licht auf die Aktivität und das Engagement von Coffeeshop-Touristen und Menschen, denen die Coffeeshops als erhaltenswertes Stück Kultur wichtig sind, dass eine einzige Straße in Utrecht gegen die Eröffnung eines Coffeeshops genausoviele Menschen mobilisieren kann, wie die internationale Cannabis Gemeinde für den Erhalt dessen, was wir an Amsterdam und den Niederlanden so lieben.

Antonio Peri

Als Grenzbewohner des Dreiländerecks Deutschland/Niederlande/Belgien und damit natürlicher Europäer, betrachte ich die gesamte Region als meine Heimat. Die Fortschritte im Zusammenleben habe ich immer als angenehm und befreiend erlebt. Als drogenerfahrener Mensch, habe ich jedoch schon seit vielen Jahren gesehen, wie sich die Niederlande, die einst ja so berühmt für ihre pragmatische Drogenpolitik waren, schleichend verändern. Die schleichende Entwicklung war vorbei, als der Wietpas in den drei südlichen Provinzen eingeführt wurde – nun endlich war eine größere Öffentlichkeit für das Thema empfänglich – daher freue ich mich, Autor auf Kein Wietpas! zu sein. Sämtliche anderen Themen zur Drogenpolitik und Legalisierung behandele ich in meinem eigenen Blog: http://antonioperi.wordpress.com
  • Prince Norway

    Im letzten Absatz wurde der Kern des Problems gut auf den Punkt gebracht.
    Dass es mehr Befürworter als Gegner gibt steht ja mehr oder weniger ausser Frage (wenn es um „liberale“ Cannabis Politik im Allgemeinen geht), aber scheinbar wird der wahre Kern des Klischees vom „faulen Koffer“ hier mal wieder all zu deutlich.
    Die konservativen Flachpfeifen sind da leider energischer, wenn es darum geht zur Tat zu schreiten.

    • Prince

      Kiffer sollte es natürlich heissen….der Auto Korrektur könnt ich eine vor den Koffer knallen!

    • Sebastian

      So ein Aufwand ist es nicht diese Petition zu zeichnen, als das die bis jetzt geringe Teilnehmerzahl für eine scheinbare Bestätigung dieses Klischees herhalten könnte.

      • PN52

        Von einer geringen Teilnehmerzahl kann man in dem Falle ja nun nicht sprechen. 2000 Stimmen für ein einziges winziges Wohngebiet!? Der grundlegende Unterschied ist einfach, dass Konservative auch tendenziell einfach mehr Vertrauen in solche Aktionen haben, als der durchschnittliche „Hänfling“…wie oft bekommt Sätze wie „das bringt doch sowieso nichts“ zu hören? Diese Seite ist natürlich ein gutes Beispiel dafür, dass es auch Leute gibt, die eine Don Quiote Rolle nicht pauschal ablehnen. Gut so!

        • Gegen irgendetwas zu sein ist immer sehr leicht.

  • Stoni

    Ich war vor 2 Wochen in Utrecht. Ich war im Vleutenseweg im Zanzi-, weil die anderen Coffeeshops dort geschlossen waren. Ein Einheimischer erzählte mir, dass in diesem Viertel 5 von 6 Coffeeshops geschlossen worden sind.

  • Elvis

    Diese Petition erscheint mir nicht besonders klug. Die Einzelhändler übersehen dabei, dass auch Kunden eines Coffeeshops sich für die Angebote anliegender Geschäfte interessieren dürften. Was in Wohngebieten störend ist, finde ich im geschäftlichen Umfeld überhaupt nicht plausibel. Für eine Steigerung des wirtschaftlichen Erfolgs sollte man annehmen, dass sie es begrüßen würden.

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