Das Schweigen hat ein Ende

Seit Wochen laufen die Koalitionsverhandlungen hinter verschlossen Türen. Nur sehr wenig gelang tröpfchenweise an die Öffentlichkeit – zum Wietpas wurde kein Wort verloren. Nun wurden aber erste Details veröffentlicht, die sagen, wie es weitergeht: Der Regeln des Wietpas werden stark aufgelockert. Es wird keine Registrierungspflicht geben, Einwohner der Niederlande können in jedem Coffeeshop des Landes einkaufen.

Ausländer sollen auch weiterhin draußen bleiben!

Viel mehr gelang aber nicht an die Öffentlichkeit, viele Fragen bleiben offen. Ungeklärt ist, wie an der Eingangstür geklärt werden soll, wie der relevante Status geklärt werden soll. Dazu gäbe es zwei Möglichkeiten: der Auszug des Meldeamts, den man auch bisher für die Beantragung des Wietpas benötigt hat. Hierdurch wären auch alle “Exilniederländer” ausgeschlossen, von denen es aufgrund der Wohnungssituation in den Grenzgebieten doch recht viele gibt.Oder durch den Ausweis. Hierdurch wären auch alle in den Niederlanden wohnhaften Ausländer OHNE Niederländischen Pass betroffen. Das dürfte dann eindeutig gegen das Diskriminierungsverbot (Niederländisches Grundgesetz) verstoßen. Und wir Touristen wären ohnehin nicht erwünscht, aber das nimmt die EU ja auch billigend in Kauf….

Trotz dieser schlechten Nachrichten bleiben noch einige kleine Lichtblicke: So sei ungeklärt, ob der Wietpas (in der neuen Form) auch in den Restniederlanden eingeführt werde. Wenn nicht gäbe es ja trotzdem noch Ausweichprovinzen. Die Mineralölindustrie wird sich freuen…

Gesagt sei, dass das alles noch keine offizielle Stellungnahme ist, sondern lediglich durch “Regierungskreise” an die Medien gelangt worden sei. Trotzdem hört sich das alles natürlich nicht gut an.

Aber ich bleibe auch weiterhin dabei: In Amsterdam wird sich nie und nimmer etwas an der Situation ändern. Eine Stadt kann sich nicht so einfach von heute auf morgen neu erfinden.. Paris würde auch nicht den Eiffelturm abbauen weil die Staatskasse durch die steigenden Rohstoffpreise das Geld vom Stahl gut gebrauchen könnte.

Ich denke mal im Laufe des Tages und der folgenden Tage werden weitere Details bekannt gegeben. Ich bleib am Ball!

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de