Heerlen – Kopfschütteln wird Pflicht.

In irgendeinem Kommentar in den letzten Tagen bemängelte ein Leser, das man sich in der Niederländischen Politik auf nichts verlassen könne.
Selbst Parteiintern ist die Linie landesweit so unterschiedlich wie sie unterschiedlicher nicht sein könnte. Allerbestes aktuelles Beispiel dafür ist die PvdA Heerlen.

Stolz präsentiert das Heerlener Ratsmitglied Thijs Deckers auf der Internetseite der PvdA Heerlen die Einführung des I-Kriteriums in Heerlen. Kein Wort, darüber das die Landesweite Reglung undeutlich und verwirrend ist und man sich darum zu diesem Schritt gezwungen gefühlt hätte. NICHTS dergleichen. Völliger Einklang:
Die PvdA Heerlen ist erfreut über diese Meldung und hofft das durch diesen Beschluss der illegale Handel von Softdrugs in den Heerlener Wohngebieten zurückgedrängt wird.“

„Diese Meldung“ bezieht sich auf die Anpassungen am Heerlener Softdrugbeleid vom 23.01.2013 und 28.01.2013 durch Bürgermeister Paul Depla (PvdA). Der entscheidende Teil ist ein Vierzeiler, der das B-Kriterium wie folgt ersetzt:
„Der Coffeeshopinhaber darf in seinem CS niemandem außer Einwohnern der Niederlande Zugang gewähren; Es liegt in der Verantwortlichkeit des Coffeeshopinhabers zu kontrollieren, ob Besucher Einwohner der Niederlanden sind.“

Das Niederländer in Heerlen wieder ohne Clubmitgliedschaft in CS einkehren können ist wirklich schön – ob das aber den Softdrughandel an Deutsche und Belgier zurückdrängen wird, wie von Thijs Deckers erhofft, wage ich doch sehr zu bezweifeln.

Die PvdA forderte landesweit einmal, den Wietpas erst gar nicht einzuführen. In Kerkrade und Venlo kämpfen die PvdA-Fraktionen aktuell sehr offensiv gegen das I-Kriterium… und in Heerlen kriecht man Ivo und Onno tief – GANZ TIEF – in den Allerwertesten. Selbst ich als „Trainierter“ in Sachen NL und B – Politik kann da auch nur noch mit dem Kopf schütteln.

Lange, lange war es mir möglich das politische Chaos zu interpretieren und hier zu erklären. In diesem Fall fehlen mir aber auch jegliche Ansätze den Sinn zu verstehen. Paul Depla ist ein umstrittener Politiker. In Nijmegen hat er sich im Fahrradkeller des Rathauses mal von einer VVD-Kollegin einen runter holen lassen. Dann war da noch was mit einer Aushilfskraft. Und auch als 1.-Schöffe in Nijmegen ging er steuerpolitisch auf vollen Konfrontationskurs mit seiner Partei um sich selbst letztendlich „an die Wand zu fahren“. „Entsorgt“ wurde Depla dann anscheinend im Bürgermeisteramt der Gemeinde Heerlen. In Heerlen ist Depla das erste Mal Bürgermeister.

hanfgleichstellen

Ich kann es nicht mehr sehen/lesen/hören mit welcher Ignoranz unsere Politik die guten Gründe für einen konsequenten Wandel in der Drogen- und Genussmittelpräventionspolitik ignoriert.
Ebenso wenig konnte ich noch weiter mit ansehen, das solche Menschen wie ich nicht in die Öffentlichkeit gehen und den Finger in die Wunde legen - auch wenn, oder gerade weil, das mit negativen Folgen belegt sein kann.
Macht mit! Werdet wenigstens Sponsor im DHV o.ä.!